Persistentes Grünland (Weideland) in der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Maulbronn
Kreis(e): Enzkreis
Bundesland: Baden-Württemberg
  • Auschnitt des westlichen Teils der Klosterlandschaft Maulbronn (2012)

    Auschnitt des westlichen Teils der Klosterlandschaft Maulbronn (2012)

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Für die wirtschafliche Grundlage des Klosters Maulbronn war die Viehzucht wichtig. Während der Gründungsphase begannen die Mönche mit der Bewirtschaftung des Grünlandes (Weiden und Wiesen) in den Talauen der Salzach. Für diese Bewirtschaftung, die zunächst bis zur Aufgabe der Eigenwirtschaft durch die Laienmönche im Laufe des 14. Jahrhunderts erfolgte, spielten die Grangien wie der Elfinger Hof, der Schafshof, der Scheuelberghof sowie die ehemaligen Grangien Billensbacher Hof und Salzach Hof wie beim Ackerbau eine wichtige Rolle.

Diese Gründlandflächen sind erstmals auf der Forstkarte von Andreas Kieser kartographisch dargestellt worden. Seit dieser Zeit kann die Entwicklung des Grünlandes auf den nachfolgenden Karten von 1761 (Spaeth), der Flurkarte von 1835, der Karte von Paulus und den nachfolgenden topographischen Karten verfolgt werden.

Die trockengelegten Seen sind seit 1761 hauptsächlich als Grünland genutzt worden.

Teilweise sind die Grünlandflächen seit 1680 bis heute persistent und prägen die Klosterlandschaft. Ein größerer Teil dieser prägenden Grünlandflächen ist durch die Besiedlung der Talauen, die nach 1890 einsetzte, im Rahmen der Stadterweiterungen von Maulbronn heute verschwunden. Im Gebiet zwischen dem Neubaugebiet Billenbach und dem Aalkistensee sind die Flächen noch erhalten geblieben.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Seit 1993 gehört das Kloster Maulbronn (Zisterzienserabtei) aufgrund seiner hervorragenden baulichen Erhaltung, der Klosterlandschaft und als Zentrum der Stadt Maulbronn als Kulturerbe zur Liste der UNESCO-Welterbe-Stätten in Deutschland.

Internet
www.unesco-welterbe.de: Welterbestätten (abgerufen: 28.10.2013)

Literatur

Andermann, Kurt (1997)
Zur Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Klosters Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 31-42. Stuttgart.
Burggraaff, Peter / Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2013)
Zisterzienserklöster als Gestalter der Kulturlandschaft: das Beispiel des Klosters und der heutigen Weltkulturerbestätte Maulbronn. In: Religion und Kulturlandschaft, S. 22-35. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter (2009)
Kulturlandschaftsanalyse Klosterlandschaft Maulbronn als Beitrag zum Landschafts- und Flächennutzungsplan der VG Maulbronn-Sternenfels (Endbericht: 15.4.2009). (Gutachten im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege, Regierungspräsidium Stuttgart, Referat 25 – Denkmalpflege, Regierungspräsidium Karlsruhe und der Stadt Maulbronn.) Köln u. Kelberg.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Zickermann, Stephan (2010)
Klosterlandschaft und UNESCO-Welterbe Maulbronn - von der Stätte zur umgebenden Kulturlandschaft. Methodische Ergebnisse eines Fachgutachtens. In: UVP-Report 1+2, S. 13-23. Hamm.
Ehmer, Hermann (1999)
Die Maulbronner Klosterschule - Zur Bewahrung zisterziensischen Erbes durch die Reformation. In: Planck, Dieter / Rückert, Peter (Hrsg.): Anfänge der Zisterzienser in Südwestdeutschland, S. 233-246. Stuttgart.
Ehmer, Hermann (1997)
Vom Kloster zur Klosterschule - Die Reformation in Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 59-82. Stuttgart.
Erbsen-Haim, Barbara (2001)
Kloster Maulbronn gehört jetzt zum Weltkulturerbe: UNESCO würdigt die eindrucksvollste Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. In: Kultur, Geschichte und Politik aus Baden-Württemberg, S. 16-19. Stuttgart.
Mueller, Carla Th. / Stober, Karin (2006)
Kloster Maulbronn (5. Auflage). (Führer Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.) Stuttgart / München / Berlin.
Rückert, Peter (1997)
Die Bedeutung Maulbronns für die Siedlungsgenese zwischen Stromberg und Schwarzwald im Mittelalter. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 15-29. Stuttgart.
Rückert, Peter / Planck, Dieter (1999)
Anfänge der Zisterzienser in Südwestdeutschland. Politik, Kunst und Liturgie im Umfeld des Klosters Maulbronn. (Oberrheinische Studien 16.) Stuttgart.
Seidenspinner, Wolfgang (1997)
Kloster und Landschaft – Zum Problem einer Morphologie der Kulturlandschaft aus denkmalpflegerischer Perspektive am Beispiel der historischen Funktionseinheit Kloster Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 555-574. Stuttgart.
Stober, Karin (1997)
Denkmalpflege zwischen künstlerischem Anspruch und Baupraxis – Zur Veränderung des Baudenkmals Maulbronn 1840-1938. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 531-554. Stuttgart.
Zickermann, Stefan (2002)
Argumentationshilfen und Forderungen zum Erhalt Zisterziensischer Kulturlandschaften am Beispiel des historischen Wasserbewirtschaftungssystems in Maulbronn (Diplomarbeit Technische Universität Berlin). Berlin.

Persistentes Grünland (Weideland) in der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1138 bis 1680
Koordinate WGS84
48° 59′ 39,95″ N, 8° 46′ 33,27″ O / 48.99443°, 8.77591°
Koordinate UTM
32U 483607.56 5426860.84
Koordinate Gauss/Krüger
3483676.36 5428592.8

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„Persistentes Grünland (Weideland) in der Klosterlandschaft Maulbronn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-77059-20131016-2 (Abgerufen: 14. November 2018)
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