Synagoge Frechen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bereich des früheren Standorts der Frechener Synagoge, heutige Straße bzw. Platz "An der Synagoge" (2013)

    Bereich des früheren Standorts der Frechener Synagoge, heutige Straße bzw. Platz "An der Synagoge" (2013)

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Knöchel; Franz-Josef
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Bereich des früheren Standorts der Frechener Synagoge, heutige Straße "An der Synagoge" (2013).

    Der Bereich des früheren Standorts der Frechener Synagoge, heutige Straße "An der Synagoge" (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Knöchel, Franz-Josef
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die jüdische Gemeinde Frechen seit dem frühen 19. Jahrhundert:
In napoleonischer Zeit befand sich in Frechen die größte Gemeinde zwischen Köln und Aachen. Zu der nach 1853 konstituierten Synagogengemeinde gehörten auch die Juden in Grefrath und Großkönigsdorf.
Gemeindegröße um 1815: 96 (1806), um 1880: 144 (1885), 1932: 105, 2006: –.
Synagoge: 1803 wurde eine Synagoge errichtet, die 1938 verwüstet, nach 1945 umgebaut und 1967 abgerissen wurde (vorstehende Angaben alle nach Reuter 2007).

In Frechen erinnert heute ein Straßenname „An der Synagoge“ an den ehemaligen Standort des Gotteshauses. Weitere Informationen vor Ort - etwa über ein entsprechendes Hinweisschild o.ä. - finden sich vor Ort jedoch nicht (Begehung am 03.09.2013).
Der Standort der 1803 erbauten Synagoge ist weder auf den historischen Karten der „Topographischen Aufnahme der Rheinlande“ von Tranchot / von Müffling 1801-1828 verzeichnet, noch auf der preußischen Uraufnahme (1836-1850) oder der preußischen Neuaufnahme (1891-1912) auszumachen. Das Internet-Portal synagogen.info verortet den früheren Standort mit „Hauptstraße 84“. Sowohl diese Hausparzelle als auch der heutige Platz „An der Synagoge“ sind hier als symbolische Geometrie verzeichnet.
Unter synagogen.info finden sich ferner die Angaben:
„Nutzungsbeginn: 1803 errichtet, Nutzungsende: 9. November 1938
Synagoge in der Pogromnacht 1938 innen zerstört und äußerliche Symbole entfernt, 1967 (nach anderen Angaben 1971) abgerissen, keinerlei Bausubstanz vorhanden, Gedenktafel (an anderer Stelle), Straßenumbenennung.“


Die Synagogentür
Die erhaltene Original-Holzeingangstür der Frechener Synagoge konnte durch finanzielle Unterstützung und ehrenamtliches Engagement restauriert werden. Erhalten sind die beiden hölzernen, im damals modernen napoleonischen „Empire-Stil“ gestalteten Türflügel mit den Schlössern und Außenbeschlägen. Ein im Türbalken eingeschnitzter hebräischer Vers aus dem Buch Ezechiel (11,16) lässt sich durch ein datierendes Chronogramm – bestimmte Buchstaben stellen gleichzeitig Zahlzeichen dar – auf den Zeitraum 27.09.1802 bis 26.09.1803 zurückführen, das Jahr der Errichtung der Frechener Synagoge.
Das ebenfalls enthaltene hebräische Wort für „kleines Heiligtum“ (im übertragenen Sinne auch für „Synagoge“ und „Asyl“) ist namensgebend für eine schrankartige Mahnmalinstallation in der Dauerausstellung „Die Synagogentür“, die sich im Vorraum zum Lesesaal des Frechener Stadtarchivs befindet.
„Diese kleine von Egon Heeg konzipierte Ausstellung zeigt komprimiert, aber umfassend die gesamte jüdische Geschichte Frechens. (…)
Öffnet man die in der Art eines Schrankes aufgestellte Synagogentür, erblickt man die beleuchtete Gedenktafel für die jüdischen Opfer der NS-Verfolgung in Frechen.“
(stadtarchiv-frechen.de)

(Franz-Josef Knöchel / Jan Peter Schnadt / Anne Hentrich, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013/2014)

Internet
www.synagogen.info: Frechen, Hauptstraße 84 (abgerufen 03.09.2013)
www.stadtarchiv-frechen.de: Ausstellung „Die Synagogentür“, mit Kontaktangaben und Öffnungszeiten (abgerufen 28.03.2014)

Literatur

Heeg, Egon (1988)
Der Frechener Judenfriedhof - Denkmal und Mahnmal zugleich. In: Lebendiges Frechen, Heft 4/88, S. 8. Frechen.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 40, Bonn.

Synagoge Frechen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An der Synagoge / Hauptstraße
Ort
Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1803, Ende 1967 bis 1971
Koordinate WGS84
50° 54′ 32,96″ N, 6° 48′ 36,98″ O / 50.90915°, 6.81027°
Koordinate UTM
32U 346055.57 5642006.32
Koordinate Gauss/Krüger
2557033.51 5641853.17

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Frechen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-73425-20130904-3 (Abgerufen: 20. August 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang