Beethoven-Haus Bonn

Geburtshaus von Ludwig van Beethoven

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gartenansicht des Bonner Beethovenhauses mit der 1998 von Cantemir Riscutia (1926-2003) geschaffenen Büste Ludwig van Beethovens (Foto von 2012)

    Gartenansicht des Bonner Beethovenhauses mit der 1998 von Cantemir Riscutia (1926-2003) geschaffenen Büste Ludwig van Beethovens (Foto von 2012)

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  • Straßenansicht des Bonner Beethoven-Hauses in der Bonngasse (2012)

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  • Panorama der Innenhöfe des Beethoven-Hauses in Bonn (2012)

    Panorama der Innenhöfe des Beethoven-Hauses in Bonn (2012)

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  • Innenansicht des Bonner Beethoven-Hauses mit Teilen der Museumsausstellung (2012)

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  • Historische Portraits der Eltern des Komponisten Ludwig van Beethoven: links der Vater Johann van Beethoven (1740-1792), rechts Maria Magdalena van Beethoven, geborene Keverich, verwitwete Leym (1746-1787), undatiert.

    Historische Portraits der Eltern des Komponisten Ludwig van Beethoven: links der Vater Johann van Beethoven (1740-1792), rechts Maria Magdalena van Beethoven, geborene Keverich, verwitwete Leym (1746-1787), undatiert.

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Das Geburtshaus des wohl berühmtesten Bonners, des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827), in der Bonngasse 20 beherbergt seit 1893 ein Museum, das höchst wertvolle authentische Dokumente zu Beethovens Leben und Werk präsentiert. In den benachbarten Gebäuden Bonngasse 18 und 24-26 sind ferner ein Forschungszentrum mit Bibliothek und Archiv, ein hauseigener Verlag sowie ein Kammermusiksaal untergebracht. Das Beethoven-Haus verfügt zudem über die größte Beethoven-Sammlung weltweit. Sie umfasst neben mehr als 1000 Originalhandschriften des Komponisten eine Vielzahl von Instrumenten, Bildern und Objekten, die auch über ein Digitales Archiv im Internet zugänglich sind.

Beethovens Geburtshaus
Die Familie Beethoven bewohnte das Hinterhaus des heutigen Gebäudekomplexes in der Bonngasse:
„Im November 1767 nahmen der jungvermählte kurfürstliche Hofsänger Johann van Beethoven und seine Gattin Maria Magdalena, geb. Keverich, im Gartenflügel des Hauses Bonngasse 20 ihre Wohnung. Im Erdgeschoss befanden sich eine Küche und ein unterkellerter Wirtschaftsraum. Im ersten Stock bewohnte die Familie zwei kleinere und eine etwas größere Stube. In der winzigen Kammer im Dachgeschoss erblickte im Dezember 1770 ihr Sohn Ludwig das Licht der Welt. Im Nachbarhaus Bonngasse 18 wohnten Frau Anna Gertrudis Baum und schräg gegenüber der kurfürstliche Kapellmeister Ludwig van Beethoven (Großvater), die bei der Taufe des Kindes am 17.12.1770 als Paten fungierten.“ (beethoven-haus-bonn.de)

Da einzig Beethovens Taufdatum gesichert feststeht, ist anzunehmen, dass er an diesem Tag oder tags zuvor geboren wurde. Durch das Anwachsen der Familie bedingt, zog man später in größere Wohnungen in Bonn, zunächst in die Rheingasse, später in die Wenzelgasse, dann wiederum zurück in die Rheingasse. Von den Beethoven’schen Wohnhäusern erhalten geblieben ist jedoch einzig das Geburtshaus.
Ludwig van Beethoven lebte bis zu seinem 22. Lebensjahr – von einer kurzen Studienreise nach Wien 1787 unterbrochen – in Bonn, wo er auch seine Musikausbildung erhielt. 1784 wurde er Organist und Bratschist an der kurkölnischen Hofkapelle, an der bereits sein Großvater und sein Vater wirkten. Im November 1792 brach Beethoven auf Einladung des österreichischen Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) zu einer erneuten Studienreise nach Wien auf, aus der letztlich ein dauerhafter und endgültiger Aufenthalt wurde.

Das heutige Museum befindet sich in zwei ursprünglich voneinander getrennten Gebäuden, das Elterrn- und zugleich Geburtshaus Beethovens ist das gartenseitige Hinterhaus. Das Gebäude selbst ist eines der wenigen in Bonn erhaltenen Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Seine barocke Steinfassade wurde über einem Kellergewölbe aus dem 12. oder 13. Jahrhundert errichtet. Nachdem bereits 1836 die Haustür zu einem „Thoreingang“ erweitert wurde, nutzte man das zur Bonngasse gelegene Vorderhaus dann ab 1873 unter anderem als Gaststätte mit dem Namen „Beethoven's Geburtshaus“ (1887 erweitert durch eine „Bier- und Concerthalle“ im Hof). Im Jahr 1888 übernahm ein Kolonialwarenhändler das Haus, der es aber bereits im Jahr darauf wieder zum Verkauf anbot.

Museum, Gedenkstätte und Kulturinstitut Beethoven-Haus
Das 1889 vom Verein Beethoven-Haus gegründete Beethoven-Haus ist nicht nur ein Museum, das durch zahlreiche authentische Dokumente Beethovens Leben und Schaffen veranschaulicht, sondern zugleich auch Gedenkstätte und Kulturinstitut, welches über die Pflege von Beethovens Musik und der Erforschung seines Lebens und Schaffens Musikfreunden und Fachleuten aus aller Welt gleichermaßen einen Ort der Zusammenkunft und des Austauschs bietet.
Unterstützt von der öffentlichen Hand trägt der am 24. Februar 1889 gegründete Verein Beethoven-Haus bis heute die Einrichtung. Noch im Jahr 1888 gab es seitens der Stadt Bonn kein größeres Interesse am Erhalt des Geburtshauses von Beethoven, so dass sich zwölf engagierte Bonner Bürger zusammenschlossen, um die Liegenschaft zu erwerben und sie als Gedenkstätte mit einer entsprechenden Sammlung einzurichten, die „alles, was die sinnliche und seelische Berührung mit ihm vermittelt“ umfassen sollte (Zitat Bonner General-Anzeiger vom 9. Mai 1893).

„Wesentliche Teile des Gebäudes befanden sich noch im Zustand der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Um großzügige Museumsräume zu erhalten, wurden die Grundrisse im Vorderhaus verändert. Vereinsbüro, Bibliothek und eine Hausmeisterdienstwohnung fanden ebenfalls Platz. Die baulichen Veränderungen im Hinterhaus beschränkten sich weitgehend auf die Treppe und Durchgänge zum Vorderhaus. Der Innenhof erhielt seine noch heute erhaltene Gestaltung mit Spaliergitter, Sandsteinplattenbelag und einer Gartenanlage an Stelle der abgerissenen “Bierhalle„. Am 10. Mai 1893 konnte das Haus im Rahmen des zweiten Kammermusikfestes feierlich eröffnet werden.
Abgesehen von ständigen Unterhaltungsarbeiten wurde eine erste umfangreiche Instandsetzung Mitte der 1930er Jahre notwendig, in die auch das benachbarte Haus “Im Mohren„ mit dem Beethoven-Archiv einbezogen worden war. Die vergleichsweise geringen Kriegsschäden wurden Anfang der 50er Jahre behoben. Ende der 60er Jahre erfolgte die zweite, 1994-1996 die dritte grundlegende Restaurierung des Hauses.“

Heute präsentieren die Ausstellungsräume „eine Auswahl von über 150 Originaldokumenten aus Beethovens Bonner und Wiener Zeit. Das historische Nachbarhaus zur rechten (weißes Hinterhaus), in dem einst Beethovens Taufe gefeiert wurde, beherbergt seit 2004 das “Digitale Beethoven-Haus„. Moderne Präsentationsformen führen auf multimediale Entdeckungsreisen durch Beethovens Leben und Werk (Studio für digitale Sammlungen). Seine Musik wird als audiovisuelle Kunst völlig neu interpretiert und erstmals im virtuellen Raum inszeniert (Bühne für Musikvisualisierung).“ (beethoven-haus-bonn.de)

Das Objekt „Beethoven-Haus“, Bonngasse 20, ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Bonn, Nr. A 85).

Beethoven-Haus, Bonngasse 18-26, 53111 Bonn
Telefon: 0228 / 98175-25 / E-Mail: museum@beethoven-haus-bonn.de

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013 / freundliche Hinweise des Beethoven-Hauses Bonn)

Internet
www.beethoven-haus-bonn.de: Das digitale Beethoven-Haus (mit zahlreichen Dokumenten, virtuellen Rundgängen etc., abgerufen 27.08.2013)
www.beethoven-haus-bonn.de: Kurzführer 2012 (PDF-Datei, 2,5 MB, abgerufen 27.08.2013)
de.wikipedia.org: Beethoven-Haus (abgerufen 27.08.2013)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Ludwig van Beethoven (1770-1827), Komponist (abgerufen 06.06.2016)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Christian Gottlob Neefe (1748-1798), Musikdirektor der kurfürstlichen Hofkapelle in Bonn, Lehrer und Förderer des jungen Ludwig van Beethoven (abgerufen 06.06.2016)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 145, Stuttgart.
Ladenburger, Michael / Talbot, Franz Josef / Bettermann, Silke (2009)
Das Ensemble Beethoven-Haus in Bonn, von Michael Ladenburger, Franz Josef Talbot (Baugeschichte) und Silke Bettermann (Authentizität des Beethoven-Hauses und des Geburtszimmers). (Jahresgaben des Vereins Beethoven-Haus 25 / Rheinische Kunststätten, Heft 510.) Köln.
Schmidt-Görg, Joseph (1980)
Ludwig van Beethoven (1770-1827) (2. unveränderte Auflage). In: Rheinische Lebensbilder 4, S. 119-139. Köln.
Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2012)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.01.2012). S. 12, Bonn.

Beethoven-Haus Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bonngasse 20
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1701 bis 1767
Koordinate WGS84
50° 44′ 12,84″ N, 7° 06′ 4,65″ O / 50.7369°, 7.10129°
Koordinate UTM
32U 366021.26 5622286.86
Koordinate Gauss/Krüger
2577787.24 5622956.76

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Beethoven-Haus Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-72833-20130828-2 (Abgerufen: 16. August 2018)
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