Beethoven-Haus Bonn

Geburtshaus von Ludwig van Beethoven

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 44′ 12,81″ N: 7° 06′ 4,42″ O 50,73689°N: 7,10123°O
Koordinate UTM 32.366.016,55 m: 5.622.285,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.577.782,57 m: 5.622.955,67 m
  • Frontalansicht des Beethoven-Hauses in Bonn (2020).

    Frontalansicht des Beethoven-Hauses in Bonn (2020).

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  • Ludwig van Beethovens Streichquartett-Instrumente im Museum des Beethoven-Hauses Bonn (2019).

    Ludwig van Beethovens Streichquartett-Instrumente im Museum des Beethoven-Hauses Bonn (2019).

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  • Gartenansicht des Bonner Beethovenhauses mit der 1998 von Cantemir Riscutia (1926-2003) geschaffenen Büste Ludwig van Beethovens (Foto von 2012)

    Gartenansicht des Bonner Beethovenhauses mit der 1998 von Cantemir Riscutia (1926-2003) geschaffenen Büste Ludwig van Beethovens (Foto von 2012)

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  • Innenansicht des Bonner Beethoven-Hauses mit Teilen der Museumsausstellung (2012)

    Innenansicht des Bonner Beethoven-Hauses mit Teilen der Museumsausstellung (2012)

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  • Blick in den nach Hermann Josef Abs benannten, 1989 neben dem Geburtshaus neu erbauten Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses.

    Blick in den nach Hermann Josef Abs benannten, 1989 neben dem Geburtshaus neu erbauten Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses.

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  • Die Straßenansicht des Bonner Beethoven-Hauses in der Bonngasse (2012).

    Die Straßenansicht des Bonner Beethoven-Hauses in der Bonngasse (2012).

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  • Panorama der Innenhöfe des Beethoven-Hauses in Bonn (2012)

    Panorama der Innenhöfe des Beethoven-Hauses in Bonn (2012)

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Das Geburtshaus des wohl berühmtesten Bonners, des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827), in der Bonngasse 20 beherbergt seit 1893 ein Museum, das höchst wertvolle authentische Dokumente zu einem der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte präsentiert.
Das vom Verein Beethoven-Haus und der öffentlichen Hand getragene Beethoven-Haus ist der Pflege seiner Musik und der Erforschung von Leben und Werk verpflichtet und verfügt über die größte Beethoven-Sammlung weltweit. Sie umfasst neben mehr als 1000 Originalhandschriften des Komponisten eine Vielzahl von Instrumenten, Bildern und Objekten, die auch über ein Digitales Archiv im Internet zugänglich sind.

Beethovens Geburtshaus
Museum, Gedenkstätte und Kulturinstitut Beethoven-Haus
Baudenkmal, Hinweis
Quelle, Internet, Literatur

Beethovens Geburtshaus
Die Familie Beethoven bewohnte das Hinterhaus des heutigen Gebäudekomplexes in der Bonngasse:
„Im November 1767 nahmen der jungvermählte kurfürstliche Hofsänger Johann van Beethoven und seine Gattin Maria Magdalena, geb. Keverich, im Gartenflügel des Hauses Bonngasse 20 ihre Wohnung. Im Erdgeschoss befanden sich eine Küche und ein unterkellerter Wirtschaftsraum. Im ersten Stock bewohnte die Familie zwei kleinere und eine etwas größere Stube. In der winzigen Kammer im Dachgeschoss erblickte im Dezember 1770 ihr Sohn Ludwig das Licht der Welt. Im Nachbarhaus Bonngasse 18 wohnten Frau Anna Gertrudis Baum und schräg gegenüber der kurfürstliche Kapellmeister Ludwig van Beethoven (Großvater), die bei der Taufe des Kindes am 17.12.1770 als Paten fungierten.“ (beethoven-haus-bonn.de, 2013)

Da einzig Beethovens Taufdatum gesichert feststeht (die Taufe erfolgte in der damaligen Klosterkirche St. Ludwig in der Bonner Brüdergasse, in der Ludwig später auch Orgel spielte), ist anzunehmen, dass er an diesem Tag oder tags zuvor geboren wurde. Durch das Anwachsen der Familie bedingt, zog man später in größere Wohnungen in Bonn, zunächst in die Rheingasse, später in die Wenzelgasse, dann wiederum zurück in die Rheingasse. Von den Beethoven'schen Wohnhäusern erhalten geblieben ist jedoch einzig das Geburtshaus.
Ludwig van Beethoven lebte bis zu seinem 22. Lebensjahr - von einer kurzen Studienreise nach Wien 1787 unterbrochen - in Bonn, wo er auch seine Musikausbildung erhielt. 1784 wurde er Organist und Bratschist an der kurkölnischen Hofkapelle, an der bereits sein Großvater und sein Vater wirkten. Im November 1792 brach Beethoven auf Einladung des österreichischen Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) zu einer erneuten Studienreise nach Wien auf, aus der letztlich ein dauerhafter und endgültiger Aufenthalt wurde.

Das heutige Museum befindet sich in zwei ursprünglich voneinander getrennten Gebäuden, das Eltern- und zugleich Geburtshaus Beethovens ist das gartenseitige Hinterhaus. Das Gebäude selbst ist eines der wenigen in Bonn erhaltenen Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Seine barocke Steinfassade wurde über einem Kellergewölbe aus dem 12. oder 13. Jahrhundert errichtet. Nachdem bereits 1836 die Haustür zu einem „Thoreingang“ erweitert wurde, nutzte man das zur Bonngasse gelegene Vorderhaus dann ab 1873 unter anderem als Gaststätte mit dem Namen „Beethoven's Geburtshaus“ (1887 erweitert durch eine „Bier- und Concerthalle“ im Hof). Im Jahr 1888 übernahm ein Kolonialwarenhändler das Haus, der es aber bereits im Jahr darauf wieder zum Verkauf anbot.
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Museum, Gedenkstätte und Kulturinstitut Beethoven-Haus
Das 1889 vom Verein Beethoven-Haus gegründete Beethoven-Haus ist nicht nur ein Museum, das durch zahlreiche authentische Dokumente Beethovens Leben und Schaffen veranschaulicht, sondern zugleich auch Gedenkstätte und Kulturinstitut, welches über die Pflege von Beethovens Musik und der Erforschung seines Lebens und Schaffens Musikfreunden und Fachleuten aus aller Welt gleichermaßen einen Ort der Zusammenkunft und des Austauschs bietet.
Unterstützt von der öffentlichen Hand trägt und unterhält der am 24. Februar 1889 zu diesem Zweck gegründete Verein Beethoven-Haus bis heute die Einrichtung. Noch im Jahr 1888 gab es seitens der Stadt Bonn kein größeres Interesse am Erhalt des Geburtshauses von Beethoven, so dass sich zwölf engagierte Bonner Bürger zusammenschlossen, um die Liegenschaft zu erwerben und sie als Gedenkstätte mit einer entsprechenden Sammlung einzurichten, die „alles, was die sinnliche und seelische Berührung mit ihm vermittelt“ umfassen sollte (Bonner General-Anzeiger vom 09.05.1893).

„Wesentliche Teile des Gebäudes befanden sich noch im Zustand der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Um großzügige Museumsräume zu erhalten, wurden die Grundrisse im Vorderhaus verändert. Vereinsbüro, Bibliothek und eine Hausmeisterdienstwohnung fanden ebenfalls Platz. Die baulichen Veränderungen im Hinterhaus beschränkten sich weitgehend auf die Treppe und Durchgänge zum Vorderhaus. Der Innenhof erhielt seine noch heute erhaltene Gestaltung mit Spaliergitter, Sandsteinplattenbelag und einer Gartenanlage an Stelle der abgerissenen 'Bierhalle'. Am 10. Mai 1893 konnte das Haus im Rahmen des zweiten Kammermusikfestes feierlich eröffnet werden.
Abgesehen von ständigen Unterhaltungsarbeiten wurde eine erste umfangreiche Instandsetzung Mitte der 1930er Jahre notwendig, in die auch das benachbarte Haus 'Im Mohren' mit dem Beethoven-Archiv einbezogen worden war. Die vergleichsweise geringen Kriegsschäden wurden Anfang der 50er Jahre behoben. Ende der 60er Jahre erfolgte die zweite, 1994-1996 die dritte grundlegende Restaurierung des Hauses.“
(beethoven-haus-bonn.de, 2013)
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In den umliegend benachbarten Gebäuden in der Bonngasse waren mit Stand 2013 ein Forschungszentrum mit Bibliothek und Archiv sowie ein hauseigener Verlag untergebracht. Der hier 1989 erbaute Kammermusiksaal ist nach dem Bankmanager und damaligen Vereinsvorsitzenden Hermann Josef Abs (1901-1994) benannt, der den Bau initiiert und durch eine großzügige Spende mitfinanziert hatte.
Die Ausstellungsräume präsentierten „eine Auswahl von über 150 Originaldokumenten aus Beethovens Bonner und Wiener Zeit. Das historische Nachbarhaus zur rechten (weißes Hinterhaus), in dem einst Beethovens Taufe gefeiert wurde, beherbergt seit 2004 das 'Digitale Beethoven-Haus'. Moderne Präsentationsformen führen auf multimediale Entdeckungsreisen durch Beethovens Leben und Werk (Studio für digitale Sammlungen). Seine Musik wird als audiovisuelle Kunst völlig neu interpretiert und erstmals im virtuellen Raum inszeniert (Bühne für Musikvisualisierung).“ (ebd., 2013)

Zum 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 wurde im Vorfeld des festlich begangenen Beethoven-Jubiläums die Dauerausstellung 2019 nach neuesten museumsdidaktischen Kenntnissen wesentlich umgestaltet (vgl. ausführlicher Appassionato 2019).
Im Bereich des vormaligen Studios und der Musikvisualisierung wurde ein kleiner Musiksaal eingerichtet und im Untergeschoss eine Schatzkammer. Der Shop und Servicebereich zogen nach gegenüber in die Bonngasse Nr. 21 um, wo sich auch ein Seminar- und Vortragsraum befinden.
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Baudenkmal, Hinweis
Das Objekt „Beethoven-Haus“, Bonngasse 20, ist ein eingetragenes Baudenkmal (Stadt Bonn, Denkmalliste Bonn, Nr. A 85 / DE_05314000_A_00085, Eintragung vom 16.02.1983).

Das Beethoven-Haus Bonn war KuLaDig-Objekt des Monats im Juli 2020.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013/2026)

Quelle
Freundliche Hinweise von Seiten des Beethoven-Hauses Bonn, 2013 und 2026.

Internet
www.beethoven-haus-bonn.de: Das digitale Beethoven-Haus (mit zahlreichen Dokumenten, virtuellen Rundgängen etc., abgerufen 27.08.2013)
de.wikipedia.org: Beethoven-Haus (abgerufen 27.08.2013 und 13.07.2026)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Ludwig van Beethoven (1770-1827), Komponist (abgerufen 06.06.2016)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Christian Gottlob Neefe (1748-1798), Musikdirektor der kurfürstlichen Hofkapelle in Bonn, Lehrer und Förderer des jungen Ludwig van Beethoven (abgerufen 06.06.2016)
www.beethoven-haus-bonn.de: Kurzführer 2012 (PDF-Datei, 2,5 MB, abgerufen 27.08.2013, Inhalt nicht mehr verfügbar 26.06.2020)
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Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. (3. völlig neu bearbeitete Auflage). (HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273.) S. 145, Stuttgart.
Ladenburger, Michael; Talbot, Franz Josef; Bettermann, Silke / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. (Hrsg.) (2009)
Das Ensemble Beethoven-Haus in Bonn. (Jahresgaben des Vereins Beethoven-Haus 25 zugleich Rheinische Kunststätten, Heft 510.) Köln.
Schmidt-Görg, Joseph (1980)
Ludwig van Beethoven (1770-1827). In: Rheinische Lebensbilder 4, S. 119-139. Köln (2. unveränderte Auflage).
Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2012)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.01.2012). S. 12, Bonn.
Verein Beethoven-Haus Bonn (Hrsg.) (2019)
Appassionato - Zwanzigzwanzig. (Appassionato Nr. 43, November 2019.) Bonn. Online verfügbar: internet.beethoven.de, Appassionato 43, abgerufen am 13.07.2026

Beethoven-Haus Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bonngasse 20
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1701 bis 1767

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Beethoven-Haus Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-72833-20130828-2 (Abgerufen: 21. Juli 2026)
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