Erbaut wurde die Hängebrücke zwischen 1860 und 1870, um die aufbereiteten Blei- und Zinkerze von der Grube Castor auf die Ehreshovener Seite der Agger zu transportieren. Befördert wurde das Erz in Loren, die auf Schienen liefen und von Hand geschoben wurden. Die Schienen endeten am südlichen Brückenende in einer Drehbühne auf einer Rampe. Die Loren wurden hier in größere Transportfahrzeuge entleert. Anfangs waren es Pferdefuhrwerke, die das Erz 35 Kilometer talabwärts zum Bahnanschluss Siegburg beförderten. Von dort wurde es per Eisenbahn zur Verhüttung nach Essen-Borbeck transportiert. Als im Jahre 1884 das erste Teilstück der Aggertalbahn Siegburg-Ründeroth fertiggestellt war, erhielt die Brückenrampe vom Bahnhof Ehreshoven her einen eigenen Gleisanschluss.
Der damalige Schlossherr von Ehreshoven, Maximilian Bertram Graf von Nesselrode widersetzte sich unter anderem wegen der Hochwassergefahr dem Bau einer massiven Brücke. Die Familie von Nesselrode war Eigentümerin des gesamten Geländes im Bereich Ehreshoven/Kastor. Die Hängebrücke konnte zudem mit vor Ort vorhandenen Materialien errichtet werden: Bauholz vom Zechenplatz und Drahtseilen, die beim regelmäßig erforderlichen Austausch der Förderseile anfielen. Heute ist sie eine von drei als technisches Denkmal eingetragenen Fußgänger-Hängebrücken im Rheinland. In vielen Regionen der Welt sind seit Jahrhunderten einfache Hängebrücken für Fußgänger als leichte, weitgespannte und lokal herstellbare Konstruktionen in Gebrauch.
Im Laufe der Zeit waren mehrere Sanierungen erforderlich; die erste ist für das Jahre 1925 überliefert. Nach Schließung des Grubenbetriebes 1926 diente die Brücke weiterhin als öffentlicher Fußgängerüberweg. 1950 wurde die Holzkonstruktion einschließlich der Pylone wohl komplett erneuert; die Schienen wurden entfernt und ein neuer Holzbodenbelag verlegt. 1974 war eine weitere Renovierung erforderlich, da die Korrosion der Seile fortgeschritten war; diese wurden ersetzt und in Stahlbetonplatten verankert.
Im Jahre 1990 wurde die Brücke wegen statischer Probleme wiederum gesperrt. Die Gemeinde Engelskirchen plante Abriss und Neubau einer massiven Betonbrücke. Der Bürger- und Verschönerungsverein Loope unter seinem Vorsitzenden Theo Fuchs setzte sich für den Erhalt der „Schwungbrücke“ ein; fachkundige Beratung und Hilfe leistete Erhard Beer, ein in Loope wohnender leitender Bauingenieur eines Baukonzerns. Handfeste Argumente, Gutachten und statischen Berechnungen von Horst Hübner haben wesentliche Beiträge zum Erhalt der Brücke geliefert; letzterer leitete als verantwortlicher Statiker die Restaurierungsarbeiten, die zum größten Teil von den Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins in Eigenleistung ausgeführt wurden. Rat und Verwaltung der Gemeinde Engelskirchen schlossen sich nach anfänglichen Bedenken den Sanierungsvorschlägen an und bewilligten die erforderlichen finanziellen Mittel.
Im Rahmen eines Volksfestes wurde die Brücke am 12. Mai 1996 nach der Segnung durch den katholischen und den evangelischen Pfarrer ihrer Bestimmung übergeben.
(Karl-Heinz Lüdenbach, nach „Loope. Ein Heimatbuch“, 2012 / Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2013. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat - Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt / Ergänzungen von Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2026)
Internet
www.bvv-loope.de: Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V., Schwungbrücke Kastor (abgerufen 06.08.2013)