V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zur V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg bei Kelberg (Station 41)

    Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zur V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg bei Kelberg (Station 41)

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  • Historische Schnittzeichnung durch einen Marschflugkörper V-1, wahrscheinlich aus der Nachkriegszeit.

    Historische Schnittzeichnung durch einen Marschflugkörper V-1, wahrscheinlich aus der Nachkriegszeit.

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  • Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

    Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

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  • Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

    Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

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  • Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

    Betonreste der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

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  • Detailaufnahme von Betonresten der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

    Detailaufnahme von Betonresten der V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg (2008).

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Auch vom Heltenberg westlich von Kelberg sind zum Jahreswechsel 1944/45 einige V1-Marschflugkörper (Fieseler Fi 103, so genannte „Vergeltungswaffe 1“) gestartet worden.
Die nationalsozialistische Führung wollte mit den so genannten „Vergeltungswaffen“ V1 und V2 „Rache“ für alliierte Bombardierungen üben und nutzte sie auch als Propagandawaffe, um „den Durchhaltewillen des Deutschen Volkes aufrecht zu erhalten“.

Vor Ort befand sich die V1-Feuerstellung Nr. 18, die vom 30.12.1944 bis Mitte Januar 1945 operativ war. Soldaten der 2. Batterie / I. Abt. / Flakregiment 155 verschossen von hier und den Stellungen Nr. 19 nördlich Bongard und Nr. 20 nördlich Heyroth V1-Flugbomben nach Antwerpen (210 Kilometer Entfernung) und Lüttich (105 Kilometer).
Militärisch erzielten die V-Waffen nicht die erhoffte Wirkung. Der Aufwand für Produktion und Einsatz war außerordentlich hoch. Dennoch sind aus der Eifel vom 21.10.1944 bis zum 5.2.1945 insgesamt 5.618 V1 von vier Batterien aus 14 Stellungen gestartet worden. Wegen technischer Mängel stürzten jedoch mehr als 20% der fliegenden Bomben vorzeitig ab. Die Bevölkerung gab dieser „Wunderwaffe“ deshalb den Namen „Eifelschreck“.

In Antwerpen und Lüttich hatten die Alliierten einen sehr wirksamen Flugabwehrschutz in Stellung, der zeitweise mehr als 90% der Flugkörper abschoss, bevor diese ihr Ziel erreichten. Bei der Produktion der V1 kamen mehr Menschen – Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge – ums Leben als in den Zielstädten durch die Waffenwirkung.
Die belgische Hafenstadt Antwerpen wurde von hier in 20 bis 25 Minuten Flugzeit erreicht. Dabei flog die V1 mit einer Geschwindigkeit von maximal 650 Stundenkilomter. Bei einer Spannweite von 5,37 Meter und einer Länge von 8,32 Meter wog sie aufgetankt 2.160 Kilogramm. Mit 830 Kilogramm Sprengstoff hatte sie im Ziel eine enorme Wirkung, die Zielgenauigkeit war allerdings sehr schlecht. Deshalb war sie genau wie die Mittelstreckenrakete V2 eine Terrorwaffe.
Trotz dieser Zielungenauigkeit dieser Vergeltungswaffen kamen im Großraum Antwerpen 2.910 Menschen zu Tode und wurden 5.127 Personen verletzt. (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt 2, Station 41, Text von Wolfgang Qückelhorn).
Heute sind noch einige Betonreste vorhanden und unter dem Waldweg befinden sich noch Fundamentreste der Abschussrampe.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Qückelhorn, Wolfgang / Paul, Detlev (2005)
V1 - 'Eifelschreck'. Abschüsse, Abstürze und Einschläge der fliegenden Bombe aus der Eifel und dem Rechtsrheinischen 1944/45. Dokumentation. S. 91-92, Aachen.

V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1944, Ende 1945
Koordinate WGS84
50° 17′ 15,25″ N, 6° 53′ 16,03″ O / 50.28757°, 6.88779°
Koordinate UTM
32U 349534.88 5572738.59
Koordinate Gauss/Krüger
2563313.59 5572772.42

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„V1-Feuerstellung Nr. 18 auf dem Heltenberg westlich von Kelberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-61588-20130224-5 (Abgerufen: 16. August 2018)
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