Wallfahrtskapelle Sankt Servatius bei Engelgau

Ahekapelle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Nettersheim
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Nettersheim-Engelgau, Wallfahrtskirche St. Servatius, sogenannte Ahekapelle, einschl. Inventar

    Nettersheim-Engelgau, Wallfahrtskirche St. Servatius, sogenannte Ahekapelle, einschl. Inventar

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    Die Ahekapelle bei Engelgau (Nettersheim)

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  • 2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Nettersheim-Engelgau, Ahekapelle (PDF-Datei)

    2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Nettersheim-Engelgau, Ahekapelle (PDF-Datei)

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Außerhalb des Dorfes Engelgau steht oberhalb eines Bachlaufes die Ahekapelle. Die dem heiligen Servatius geweihte Kapelle entstand im späten 12. oder im frühen 13. Jahrhundert unter der Verwendung von römischen Spolien. Die antiken Werkstücke stammen womöglich von einem römischen Gräberfeld, das in der Nähe bestanden hat. Im 15. Jahrhundert wurde östlich an das Schiff ein etwas breiterer Chor mit fünfseitigem Abschluss in spätgotischen Formen angefügt. Eine Renovierung des Schiffes erfolgte im 18. Jahrhundert, dabei wurden größere Segmentbogenfenster sowie ein Tonnengewölbe in den ursprünglich wohl flachgedeckten Raum eingefügt.

Die heutige einsame Lage der Kapelle entsprach nicht der historischen Situation. Die Grafen von Blankenheim unterhielten am Bachlauf unterhalb der Kapelle eine Mühle mit einem Weiher und vier Fischteichen, die im Gelände noch ablesbar sind. Durch einen Grundbucheintrag aus dem Jahr 1501 erfahren wir von drei Höfen „in der Ahe“, die dem Prämonstratenserstift Steinfeld zinspflichtig waren.

Die Kapelle ist Ziel von Wallfahrtsprozessionen aus den Dörfern der Umgebung, die zum heiligen Servatius kommen. Servatius war Bischof von Tongern und verlegte seinen Bischofssitz nach Maastricht, wo er im Jahre 384 starb. Er gilt als Patron gegen Fußleiden, Frostschäden, Rheumatismus und Rattenplagen. Sein Festtag ist der 13. Mai, in dessen Oktav der Hauptwallfahrtstag fällt.

(Christoph Kühn, im Auftrag des LVR-Fachbereichs Umwelt, 2012)

Schon in römischer Zeit war das Gelände um die spätere Ahekapelle besiedelt. Im Spätmittelalter gab es hier außer der Kapelle mehrere Höfe, ein Wirtshaus, eine Mühle sowie Mühl- und Fischweiher. Die dem Hl. Servatius geweihte Wallfahrtskapelle hat überdauert; ihr Name leitet sich vom „Ahebach“ ab, so lautete der frühere Name des Genfbaches. Heute ist sie Ziel von Wallfahrten am 13. Mai, dem Namenstag des Hl. Servatius.

Spuren aus römischer Zeit
Im Umfeld der Ahekapelle wird es in römischer Zeit ein Landgut, eine sogenannte villa rustica, gegeben haben. Diese einzeln liegenden Höfe sind typisch für die ländliche Besiedlung in römischer Zeit. In Berichten des 19. Jahrhunderts werden Mauerzüge sowie mit Resten von Skulpturen und Inschriften versehene Quader erwähnt. Im Fundament und im Eingangsbereich der Kapelle sind römische Grabinschriften vermauert.
Auch dies spricht für ein römisches Landgut, denn es war üblich, die Verstorbenen dieser Anwesen auf dem Hofgelände, in seinem direkten Umfeld oder an nahe gelegenen Wegen oder Straßen zu bestatten. Im Mittelalter recycelte man das römische Steinmaterial für den Bau der Kapelle.

Die Ahekapelle
Das 4 Meter mal 9,4 Meter messende Schiff der Kapelle ist wahrscheinlich romanisch (12. oder 13. Jahrhundert). Im Jahr 1897 aufgedeckte Mauerzüge direkt südöstlich sprechen ebenfalls für eine hochmittelalterliche Datierung. Im 15. Jahrhundert fügte man östlich an das Schiff einen etwas breiteren Chor mit fünfseitigem Abschluss in spätgotischen Formen an. Eine Renovierung des Schiffes erfolgte im 18. Jahrhundert, dabei wurden größere Segmentbogenfenster sowie ein Tonnengewölbe in den ursprünglich wohl flachgedeckten Raum eingefügt.
Heute ist die Kapelle am Sonntag vor dem Namenstag des Hl. Servatius am 13. Mai das Ziel einer Prozession aus den umliegenden Ortschaften mit anschließendem Servatiusfest. Die letzte umfassende Sanierung wurde 2012 abgeschlossen. Seither ist der Eingangsbereich der Kapelle tagsüber zugänglich. Hier befindet sich eine Stempelstation für Jakobspilger.

Der spätmittelalterliche Weiler
Das Grundbuch der Abtei Steinfeld weist für das Jahr 1503 drei zinspflichtige Höfe „In der Ahe“ aus. Die Grafen von Manderscheid-Blankenheim unterhielten hier eine Mühle mit Mühlenweiher und Fischteichen, die sich nordöstlich der Kapelle befanden. Weiterhin wohnten „In der Ahe“ ein Fischwart und ein Förster, zudem existierte ein den Grafen von Blankenheim abgabenpflichtiger Hof. Für das 17. Jahrhundert ist ein jährlicher Viehmarkt nachgewiesen.
Im Jahr 1680 ist die Wallfahrt der Gemeinde Blankenheimerdorf zur Ahekapelle belegt. Die sogenannte Tranchotkarte des Jahres 1809 zeigt noch den Standort der Mühle; die Siedlung war zu dieser Zeit bereits aufgegeben worden.

Hinweise
Die Ahekapelle ist eingetragenes Baudenkmal (Nettersheim, UDB-Nr. 35. LVR-ADR-ObjNr. 25607) und wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Ahekapelle“ (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 284).
Sie war Station der Archäologietour Nordeifel 2015 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2015)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 2: In 13 Etappen von Köln und Bonn über Trier nach Perl/Schengen am Dreiländereck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich (3. Auflage). Köln.

Wallfahrtskapelle Sankt Servatius bei Engelgau

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1050 bis 1250
Koordinate WGS84
50° 29′ 7,52″ N, 6° 39′ 36,66″ O / 50.48542°, 6.66018°
Koordinate UTM
32U 334015.35 5595219.77
Koordinate Gauss/Krüger
2546897.84 5594611.97

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„Wallfahrtskapelle Sankt Servatius bei Engelgau”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-56131-20121029-4 (Abgerufen: 23. Februar 2018)
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