Heliosturm Ehrenfeld

Leuchtturm der ehemaligen Helios AG

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bahnsteig des Bahnhof Ehrenfeld, Blick in Richtung Westen auf den Helios-Leuchtturm im Hintergrund (2012).

    Bahnsteig des Bahnhof Ehrenfeld, Blick in Richtung Westen auf den Helios-Leuchtturm im Hintergrund (2012).

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  • Köln-Ehrenfeld und Fernmeldeturm "Colonius" (2006).

    Köln-Ehrenfeld und Fernmeldeturm "Colonius" (2006).

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  • Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

    Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

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  • Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

    Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

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  • Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

    Helios-Leuchtturm in Köln-Ehrenfeld mit abendlicher Beleuchtung (2012)

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Mitten in Köln-Ehrenfeld steht ein auffälliger Turm, der an einen Leuchtturm in einer im Binnenland gelegenen Großstadt erinnert. Das Gebäude ist tatsächlich ein Leuchtturm – der 1894/95 als Test- und Vorführanlage für Leuchtfeuer errichtete „Heliosturm“ der Helios-Elektrizitäts AG.

Die Helios-Elektrizitäts AG
Die „Helios-Elektrizitäts AG für elektrisches Licht und Telegraphenanlagenbau“ entstand 1882 als Nachfolger einer 1870 gegründeten „Gesellschaft für elektrisches Licht und Telegraphenbau Barthel Berghausen und Cie“. Sitz und Produktionsstandort des Betriebs war die damals noch selbständige Industriestadt Ehrenfeld (die Eingemeindung nach Köln erfolgte 1888). Produkte waren Elektrizitätswerke, elektrische Einrichtungen, Dynamos sowie Leuchten, Lampen und der Bau und die Ausrüstung von Leuchttürmen und –feuern. Unter anderem stellte Helios 20 Leuchtfeuer zur Befeuerung des 1895 als Kaiser-Wilhelm-Kanal eröffneten heutigen Nord-Ostsee-Kanals her oder auch die elektrischen Einrichtungen für die Leuchtfeuer Roter Sand, Borkum, Campen und Wangerooge. Das kreisrunde Markenzeichen der AG zeigte eine halbstrahlende Sonne als Symbol der Energiequelle des Lebens.
Nachlassende Nachfrage und Verlustgeschäfte machten das Unternehmen bereits um die Jahrhundertwende zum Sanierungsfall. Im Jahr 1904 stiegen Siemens und AEG in die Helios AG ein, mussten aber ab 1905 die Liquidation betreiben, die 1930 mit der endgültigen Schließung des Werks ihr Ende fand.
Bei Helios wurden auch Fahr- und Flugzeuge hergestellt. Nachdem Helios 1903 von der Kölner Motorlastwagenfabrik Rudolf Hagen & Cie. GmbH Patente und Herstellungseinrichtungen erworben hatte produzierte man von 1903 bis 1906 Lastkraftwagen und von 1924 bis 1926 Kleinwagen der Helios Automobilbau AG. Daneben stellte man von 1898 bis 1930 periodisch Erzeugnisse der Delfosse Motorrad-, Flugzeug- & Motorenbau her (rheinische-industriekultur.de).

Heute ist das Gelände der ehemaligen Helioswerke noch als Parzelle erkennbar, die vom Ehrenfeldgürtel, der Vogelsangerstraße, der Heliosstraße und der Venloer Straße umschlossen wird.

Der Leuchtturm
Aus ersten, noch kleineren Betriebs- und Produktionsräumen auf dem Firmengelände entwickelte sich im Laufe der 1880er Jahre eine Fabrik. Diese besaß bereits seit Anfang der 1890er Jahre eine erste, allerdings noch weniger repräsentative Test- und Vorführanlage für Leuchtfeuer, die 1894/95 durch den bis heute erhaltenen Leuchtturmbau ersetzt wurde.
Das 20 Meter hohe Sockelgebäude mit quadratischem Grundriss wurde in historistischem Stil an die nordwestliche Ecke der großen Werkhalle gesetzt. Auf diesem Bau steht der eigentliche, etwa 24 Meter hohe Turm aus rotem Backstein, in dem eine eiserne Laterne als Leuchtfeuer betrieben wurde.

„Er ist rund gebaut und verjüngt sich nach oben. Der Schaft trägt eine auf Konsolen auskragende Plattform, auf der sich bis zum Zweiten Weltkrieg ein Versuchsleuchtfeuer befand. 1996 wurde das Lampenhaus mit einer ans Original angelehnten Eisen-/Glaskonstruktion wiederhergestellt und mit einer blendfreien Dauerbeleuchtung, jedoch ohne jede Optik, ausgerüstet. Eine eiserne Spitze dient als Blitzableiter.“
(Wikipedia)

Neben der rein technischen Funktion zur Erprobung von Leuchtmitteln erfüllte der Leuchtturm bereits zur Zeit seiner Entstehung auch eine Rolle als Blickfang, Wahrzeichen und Werbeträger der Helios AG – vergleichbar vielleicht mit dem ersten Bayer-Kreuz von 1933.
Vereinzelte Annahmen, der Helios-Turm habe auch als „echter“ Leuchtturm für die Schifffahrt auf dem Rhein gedient, sind sicher dem Reich der Legenden zuzuweisen – vergleiche etwa den augenzwinkernden Kommentar unteri www.deutscheleuchtfeuer.de: „In wie weit der Turm für die Schifffahrt auf dem Rhein eine Bedeutung hatte ist nicht bekannt.“

Seit dem Jahr 1986 steht der Helios-Leuchtturm unter Denkmalschutz. 1996 wurde erneut ein Laternenhaus mit Beleuchtung installiert (jedoch ohne optische Einrichtung).
Als Ehrenfelder Wahrzeichen erinnert der Turm bis heute an die Zeit der eigenständigen Industriestadt im 19. Jahrhundert. Der Öffentlichkeit ist das Gebäude nicht zugänglich.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/2017)

Internet
de.wikipedia.org: Helios AG (abgerufen 16.03.2012)
de.wikipedia.org: Arthur Delfosse (1883-1956) (abgerufen 19.01.2017)
www.deutscheleuchtfeuer.de: Ein Leuchtturm in Köln! (abgerufen 16.03.2012)
www.bv-4.de: Geschichte Helios (abgerufen 16.03.2012)
www.rheinische-industriekultur.de: Helios (abgerufen 19.01.2017)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 597-598, Stuttgart.
Schäfke, Werner (2011)
Helios – ein Leuchtturm für Ehrenfeld. Köln.

Heliosturm Ehrenfeld

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Heliosstraße 389
Ort
50825 Köln - Ehrenfeld
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1894 bis 1895
Koordinate WGS84
50° 57′ 2,97″ N, 6° 54′ 50,27″ O / 50.95082°, 6.91396°
Koordinate UTM
32U 353475.63 5646428.3
Koordinate Gauss/Krüger
2564268.84 5646573.9

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„Heliosturm Ehrenfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-43500-20120316-2 (Abgerufen: 20. Mai 2018)
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