Mathematikzentrum der Universität Bonn

Mathematisches Zentrum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, ehemalige Landwirtschaftskammer Rheinland

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Mathematikzentrum, ehemalige Landwirtschaftskammer (2012)

    Mathematikzentrum, ehemalige Landwirtschaftskammer (2012)

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  • Die Kreuzung Nussallee / Endenicher Allee mit dem Mathematikzentrum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (2012).

    Die Kreuzung Nussallee / Endenicher Allee mit dem Mathematikzentrum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (2012).

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An der Ecke Endenicher Allee und Kaufmannstraße in der Bonner Weststadt steht das Gebäude des Mathematischen Zentrums der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ehemals war unter der Hausnummer 60 allerdings die Landwirtschaftskammer Rheinland eingetragen.

Geschichte und Hintergrund
In gewisser Hinsicht beginnt die Geschichte des Gebäudes schon 1899, als die Landwirtschaftskammer Rheinland anstelle des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen tritt und 14 Jahre später, am 19. Dezember 1913, auf einer Hauptversammlung beschlossen wird, aus Platzmangel ein neues Gebäude zu errichten.
Der Bau, der nach den Plänen des damaligen Regierungsbaumeisters Dr. phil. Heinrich Roettgen vollzogen wird, beginnt kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 und wird bis 1916 vollendet, sodass die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer teilweise schon nach einem Jahr Bauzeit ihre Arbeit aufnehmen können.

Das im Barockstil gehaltene, imposante Bauwerk war zum Zeitpunkt der Fertigstellung einer der größten Gebäudekomplexe der Stadt Bonn. Dieser sollte von Anfang an als monumentaler, schlossähnlicher Bau, die Landwirtschaft im Rheinland würdig und repräsentativ vertreten und auf die große Bedeutung der Landwirtschaftskammer hinweisen. Zu diesem Zweck wurde das Grundstück Endenicher Allee / Ecke Kaufmannstraße ausgewählt, welches zur damaligen Zeit noch nicht in heutigem Maße von anderen Bauten umschlossen war.
Durch seine bereits erwähnte Größe konnte das Gebäude zur Zeit der Fertigstellung auch auf größere Entfernung hin, beispielsweise vom Poppelsdorfer Schloss aus, erblickt werden. Die bauliche Ähnlichkeit zu diesem Schloss, mit dem das Gebäude über die Nussallee (häufig auch: ‚Nußallee‘) verbunden ist, diente Heinrich Roettgen ebenfalls als Verstärkung des schlossähnlich und somit repräsentativen Charakters des Gebäudes.
Schon vor Beginn der Bauarbeiten 1914 war für das Gebäude eine Erweiterung des Ostflügels geplant, die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen wurde und dem Gebäude seine heute noch vorhandene Form gab. Da das Gebäude glücklicherweise von Kriegsschäden verschont blieb, ist es auch heute noch in nahezu unverändertem Zustand erhalten und zu bewundern.
Einzig der mit Steinsäulen verzierte Eisenzaun, der das Gelände zur Zeit der Fertigstellung umschloss, ist inzwischen durch eine niedrige Hecke ersetzt worden. Hinter dieser befinden sich auf der östlichen Seite und hinter dem Gebäude liegende Grünanlagen.

Eine kuriose Besonderheit des Gebäudes verbirgt sich hinter seiner Fassade. Während das Gebäude eigentlich komplett in Naturstein errichtet werden sollte, sorgte der eintretende Erste Weltkrieg dafür, dass eben dieses Material nicht ausreichend vorhanden war. Somit war man gezwungen aus dem vorhandenen Naturstein einen Steinputz herzustellen und diesem durch nachträgliches Bearbeiten seine heutige Optik zu geben. Für die zwei männlichen, vom Bonner Bildhauer Karl Menser (1872–1929) geschaffenen Statuen reichte der Naturstein allerdings noch. Die beiden Figuren zieren das Eingangsportal des Gebäudes und sind an der Sense und den Körnen in ihren Händen als Sämann und Schnitter, somit ebenfalls die Landwirtschaft repräsentierende Symbole, zu erkennen.
Für neugierige und interessierte Besucher oder Bewohner der Stadt Bonn lohnt sich allerdings nicht nur ein Blick von außen auf das Gebäude. Denn wer einen Schritt über die Türschwelle wagt, wird im inneren nicht nur wissenshungrigen Studenten begegnen, sondern auch ein gut erhaltenes Jugendstil-Treppenhaus bewundern können.

Wechsel der Inhaber
Im Jahre 2004 änderte sich erstmals die Funktion des Gebäudes. Während fast 100 Jahre lang die Landwirte des Rheinlandes vertreten und repräsentiert wurden, sorgte der Zusammenschluss der Landwirtschaftskammern Rheinland und Westfalen-Lippe zur Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und ihr Umzug nach Bonn-Roleber dafür, dass das Gebäude vom Bau- und Liegenschaftsbetireb (BLB) für 24 Millionen Euro erworben und saniert wurde.
Seit 2009 dient es nun als Mathematikzentrum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und beherbergt das Mathematische Institut, das Institut für Angewandte Mathematik, das Hausdorff Center for Mathematics und eine facheigene Bibliothek. Doch auch nach dem Wechsel des Besitzers bleibt der ehemalige repräsentative Charakter der Landwirtschaftskammer für den Betrachter sichtbar. Während die neue Funktion als Sitz der Mathematiker durch ein vor dem Gebäude aufgestelltes Plakat zu erkennen ist, hängt über dem Eingangsportal immer noch in großen goldenen Buchstaben der Schriftzug „Landwirtschaftskammer Rheinland“.

Das Objekt „Landwirtschaftskammer Rheinland“ in Bonn, Endenicher Allee 60 ist ein eingetragenes Denkmal (Denkmalliste Bonn, Stand 01. August 2006, Nr. A 504).

(Jens Kuncar, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2012)

Quellen
Stadtarchiv Bonn, Signatur ZA 137/62:
  • 70 Jahre jung: Denkmal des Monats. In: General-Anzeiger Bonn, 14.05.1985
  • Neu-Barockbau feiert „Geburtstag“. In: Bonner Rundschau, 18.05.1985
  • Vertreter der Landwirtschaft arbeiten hinter barocken Mauern. In: Rhein-Sieg-Anzeiger, 22.05.1985
  • „Barockbau hat Geburtstag“. In: Bonner Anzeigenblatt, 22.05.1985
  • Rheinische Heimatspflege, N.F. Jh 22 Nr. 3, 1985
sowie nach vorheriger Order aus dem Buchbestand unter der Signatur I e 104:
  • Neubau der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz. Bonn, 1916
Internet
www.general-anzeiger-bonn.de: „Uni Bonn hat neues Mathematik-Zentrum“ (Artikel vom 07. Juli 2009, abgerufen: 18. Januar 2012)

Literatur

Soénius, Ulrich S.; Weise, Jürgen (2008)
Selbstverwaltungsorganisationen der Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VII.19-21.) Bonn.

Mathematikzentrum der Universität Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Endenicher Allee 60
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1914 bis 1916
Koordinate WGS84
50° 43′ 42,78″ N, 7° 05′ 2,18″ O / 50.72855°, 7.08394°
Koordinate UTM
32U 364772.85 5621389.94
Koordinate Gauss/Krüger
2576575.92 5622009.72

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„Mathematikzentrum der Universität Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-31340-20120117-2 (Abgerufen: 17. November 2018)
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