Doppelvilla Kurt-Schumacher-Straße 2

zeitweiliger Sitz der Mittelstandsgesellschaft, ehemals Kurt-Schumacher-Straße 1 / Heussallee 40, davor Drachenfelsstraße 1 / Siebengebirgsstraße 30

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Doppelvilla Kurt-Schumacher-Straße 2 (links) / Heussallee 40 in Bonn (2015)

    Doppelvilla Kurt-Schumacher-Straße 2 (links) / Heussallee 40 in Bonn (2015)

    Copyright-Hinweis:
    Becker, Katrin / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Becker, Katrin
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Doppelvilla Heussallee 40 (vorne) / Kurt-Schumacher-Straße 2 in Bonn (2015)

    Doppelvilla Heussallee 40 (vorne) / Kurt-Schumacher-Straße 2 in Bonn (2015)

    Copyright-Hinweis:
    Becker, Katrin / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Becker, Katrin
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland

Ehemals Kurt-Schumacher-Straße 1 / Heussallee 40, davor Drachenfelsstraße 1 / Siebengebirgsstraße 30

Villenkolonie „Gronau“, Planungen und Verhandlungen zwischen der Stadt Bonn und den Architekten Rolffs und Scheidgen; beide treten als Unternehmer auf (Sonntag 1998)
18.8.1906 Vertrag zwischen der Stadt und den Unternehmern abgeschlossen.
Um an der Drachenfelsstraße, heute Kurt-Schumacher-Straße, den Blick auf den Rhein und das Siebengebirge zu erhalten, sollte die östliche Straßenseite in einer Tiefe von 100 Metern nicht bebaut werden. Die Grundstücke wurden durch diese Bedingung teurer. Mit dem Bau der Doppelvilla Lürken, Drachenfelsstraße 2/3, begann die Umsetzung der Planung.

1911 Bauantrag für beide Haushälften
Bauherrinnen der nördlichen Haushälfte, des Eckbaukörpers: Clara Freudenberg, Franziska Blume, geb. Freudenberg, Bergwerksdirektorengattin
Architekt: Julius Rolffs (1868-1946), jüngstes Kind des Siegburger Fabrikanten Ernst Rolffs, Siegfeld-Werke

1935 Umbau in ein Dreietagenwohnhaus
Architekt: Julius Rolffs
1951 beabsichtigt die Bundesbaudirektion die Erdgeschosswohnung in zwei Einheiten zu teilen.

Rolffs tritt als Bauherr und Architekt der südlichen Haushälfte auf.
1933/34 Umbau zu Dreifamilienwohnhaus, Architekt: Rolffs
1939 ist Eigentümerin Frau Prof. Hoffmann

Vierte Doppelvilla an der damaligen Drachenfelsstraße, zwei im Baukörperaufbau aufeinander abgestimmte, jedoch in der inneren Aufteilung, in den Architekturelementen und in der Detailgestaltung unterschiedliche zweigeschossige in Terranova verputzte Halbvillen über einem sandsteinverkleideten Sockel, ausgebautes Dachgeschoss; mächtiges ziegelgedecktes Mansarddach, Mansardflächen mit Dachpappe belegt; Erschließung jeweils an den Giebelseiten; architektonische Gestaltung durch risalitartige und polygonale Vorsprünge, halbrunde oder mehreckige Erdgeschosserker und große spitzgiebelige oder mansarddachförmige Zwerchhäuser, hölzernes Klötzchengesims an der südlichen Haushälfte; Erdgeschoss der südlichen Hälfte mit Keuper Sandstein verkleidet; straßenseitiger halbrunder Erdgeschosserker der südlichen Halbvilla aus Sandstein mit Balkon im ersten Obergeschoss; ursprüngliche Fenster weitgehend mit originaler Scheibenteilung, insbesondere mit der Kleingliederung der Oberlichter und Schlagläden im Obergeschoss der nördlichen Hälfte erhalten; straßenseitige Terrasse dieser Halbvilla stilistisch störend in späterer Zeit geschlossen, entsprechend darüberliegende Loggia des ersten Obergeschosses um Balkonfläche nach vorne erweitert; Tiefkeller unter Sockelgeschoss.

Die Doppelvilla ist bedeutend für die Geschichte der Stadt Bonn als in der Grundstruktur unverändertes Architekturzeugnis des frühen 20. Jahrhunderts und als Werk eines für Bonn bedeutenden Architekten. Als zeitweiliger Sitz der Mittelstandsgesellschaft (Halbvilla an der Ecke) gewinnt das Objekt Bedeutung im Zusammenhang mit der Regierungszeit in Bonn. Beide Halbvillen sind somit erhaltenswert aus wissenschaftlichen, insbesondere ortsgeschichtlichen und architekturgeschichtlichen Gründen.
Die qualitätvolle Gestaltung spricht für die Erhaltung aus architektonischen Gründen. Für die Erhaltung liegen darüberhinaus städtebauliche Gründe vor, und zwar sowohl für die Bewertung des Objektes als Teil der homogenen Bebauung an der Westseite der heutigen Kurt Schumacher Straße und damit als Teil der Stadterweiterung von Bonn im frühen 20. Jahrhundert als auch als repräsentativer Bau zur Zeit seiner Umnutzung in unmittelbarer Nähe zu den Regierungsorganen.

(Angelika Schyma und Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2005)

Das Objekt „Villa, Kurt-Schumacher-Straße 2“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 34586 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 635).
Das Objekt „Villa, Heussallee 40“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 34587 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 916).

Literatur

Sonntag, Olga (1998)
Villen am Bonner Rheinufer: 1819-1914 (3 Bände). S. 309, 316, Bonn.

Doppelvilla Kurt-Schumacher-Straße 2

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kurt-Schumacher-Straße 2
Ort
53113 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1911
Koordinate WGS84
50° 43′ 3,69″ N, 7° 07′ 31,41″ O / 50.71769°, 7.12539°
Koordinate UTM
32U 367667.49 5620107.9
Koordinate Gauss/Krüger
2579520.88 5620845.79

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Doppelvilla Kurt-Schumacher-Straße 2”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-21747-20111110-17 (Abgerufen: 17. Dezember 2017)
Seitenanfang