Altes Kanzleramt

Parzelle der ehemaligen Villa Selve, ehemaliger Sitz des Bundeskanzlers, heute zweiter Dienstsitz Bonn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Aufnahme des ehemaliges Bundeskanzleramts "Palais Schaumburg" in Bonn (1950), Ansicht von Osten aus dem Park.

    Historische Aufnahme des ehemaliges Bundeskanzleramts "Palais Schaumburg" in Bonn (1950), Ansicht von Osten aus dem Park.

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  • Luftaufnahme von Nordwesten: Im Vordergrund das Alte Kanzleramt in Bonn, der ehemalige Sitz des Bundeskanzlers; im Hintergrund das Palais Schaumburg, das ehemalige Bundeskanzleramt, heute genutzt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2010)

    Luftaufnahme von Nordwesten: Im Vordergrund das Alte Kanzleramt in Bonn, der ehemalige Sitz des Bundeskanzlers; im Hintergrund das Palais Schaumburg, das ehemalige Bundeskanzleramt, heute genutzt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2010)

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Auf der Parzelle der ehemaligen Villa Selve nördlich von Palais Schaumburg als zwei freistehende, im rechten Winkel einander zugeordnete Baukörper (Haus II und Haus III) 1954 zur Unterbringung der Kanzleramtsverwaltung durch die Bundesbaudirektion errichtet. Die Gebäude sind dreigeschossig mit flach geneigten, Schiefer gedeckten Walmdächern.

Zusammen mit dem nördlichen Seitentrakt des Palais bilden die Bauten eine nach Westen zum Eingangsbereich an der Adenauerallee hin offene U‑Form. Zwei eingeschossige gläserne Trakte verbinden in dieser Hofkonzeption den fünfzehnachsigen Mittelbau (Haus II) mit den seitlichen Flügeln, d.h. im Süden mit dem Palaistrakt.
Mit dem großzügigen Innenhof als Vorplatz ist dem zurückliegenden Haus II die Haupteingangs‑ und Empfangsfunktion zugewiesen. Der Eingang in der Mittelachse wird durch einen gläsernen Windfang in doppelter Öffnungsbreite hervorgehoben. Das Vordach mit Messingprofilen und Messingteilung, zum Schutz der Autovorfahrt - ähnlich dem Palais - weit vorgezogen und gestalterisch betont, ist durch wandhohe Fensterelemente innerhalb des Achsenrhythmus’ gerahmt.
Die übrigen Fassadenflächen beider Baukörper sind durch Reihung der Fenster gleichmäßig gegliedert. Die Fensterachsen setzen sich aus hochrechteckigen zweiflügeligen Holzfenstern und grau‑braunen, von roten streifenförmigen Einschlüssen durchzogenen Brüstungsplatten aus Sandstein mit je zwei flachen Kassetten zusammen.
Im nördlichen Baukörper (Haus III), der mit der Stirnseite zur Straße weist und hier erschlossen wird, tritt hofseitig die östliche Achse aus der gleichmäßigen elfachsigen Fassadenaufteilung hervor. Wandhohe Glaselemente mit horizontalen Verstrebungen in Brüstungshöhe belichten das hier liegende Nebentreppenhaus.
Wenige zurückhaltende architektonische Schmuckelemente strukturieren die Außenwände wie die flachen, rau geputzten, seitlich mit den Fensterachsen korrespondierenden Blendfelder.

(Angelika Schyma und Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2013)

Das Objekt „Palais Schaumburg“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 34464 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 984).

Literatur

Cramer von der Laue, Constantin (1970)
Das Palais Schaumburg. Amtssitz des Bundeskanzlers in Bonn. Bonn.
Denk, Andreas / Flagge, Ingeborg (1997)
Architekturführer Bonn. S. 86, Berlin.
Flagge, Ingeborg (1984)
Architektur in Bonn nach 1945: Bauten in der Bundeshauptstadt und ihrer Umgebung. S. 53, Bonn.
Gröning, Gert / Wolschke-Bulmahn, Joachim (1997)
Grüne Biographien. Biographisches Handbuch zur Landschaftsarchitektur des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Berlin, Hannover.
Klotz, Heinrich (1984)
Ikonologie einer Hauptstadt - Bonner Staatsarchitektur. In: Politische Architektur in Europa vom Mittelalter bis heute - Repräsentation und Gemeinschaft, (DuMont-Taschenbücher 143.) S. 402-403. Köln.
Leuschner, Wolfgang / Der Bundesminister für Raumplanung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.) (1980)
Bauten des Bundes 1965-1980. Karlsruhe.
Mader, Günter (1999)
Gartenkunst des 20. Jahrhunderts. Garten- und Landschaftsarchitektur in Deutschland. Stuttgart.
Schmidt, Helmut (1987)
Kunst im Kanzleramt. In: Festschrift für Gerhardt Bott zum 60, S. 305-313. Darmstadt.
Schyma, Angelika (1999)
"Eine kleine Stadt in Deutschland" - das Regierungsviertel der ehemaligen Bundeshauptstadt. In: Denkmalpflege im Rheinland 2/1999, S. 49-62. o. O.
Sonntag, Olga (1998)
Villen am Bonner Rheinufer: 1819-1914, Band 2 - Katalog 1. S. 213-254, Bonn.
Wenk, Silke / Moore, Henry (1997)
Large two forms. Eine Allegorie des modernen Sozialstaates. Frankfurt am Main.
Wichmann, Hans (1986)
Sep Ruf. Bauten und Projekte. Stuttgart.

Altes Kanzleramt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Adenauerallee 139-141
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1954
Koordinate WGS84
50° 43′ 15,27″ N, 7° 07′ 1,41″ O / 50.72091°, 7.11706°
Koordinate UTM
32U 367088.48 5620480.33
Koordinate Gauss/Krüger
2578927.1 5621194.52

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„Altes Kanzleramt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-21742-20111110-12 (Abgerufen: 19. Oktober 2017)
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