Neues Kanzleramt

ehemaliger Sitz des Bundeskanzlers, heute Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Beschilderung am Bundeskanzleramt in Bonn (2016)

    Beschilderung am Bundeskanzleramt in Bonn (2016)

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  • Neues Kanzleramt Bonn (2016)

    Neues Kanzleramt Bonn (2016)

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  • Neues Kanzleramt Bonn, Skulptur "Large Two Forms" von Henry Moore (2016)

    Neues Kanzleramt Bonn, Skulptur "Large Two Forms" von Henry Moore (2016)

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  • Skulptur "Large Two Forms" vor dem Neuem Kanzleramt in Bonn (2016)

    Skulptur "Large Two Forms" vor dem Neuem Kanzleramt in Bonn (2016)

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  • "Neues Kanzleramt" im früheren Regierungsviertel der Bundesstadt Bonn (2015).

    "Neues Kanzleramt" im früheren Regierungsviertel der Bundesstadt Bonn (2015).

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  • Das "Neue Kanzleramt" im früheren Regierungsviertel der Bundesstadt Bonn (2015).

    Das "Neue Kanzleramt" im früheren Regierungsviertel der Bundesstadt Bonn (2015).

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  • Pforte und Zufahrt zum ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn, Blick von der Dahlmannstraße aus (2015)

    Pforte und Zufahrt zum ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn, Blick von der Dahlmannstraße aus (2015)

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  • Teilansicht des so genannten Neuen Kanzleramts in der Adenauerallee in Bonn (2014)

    Teilansicht des so genannten Neuen Kanzleramts in der Adenauerallee in Bonn (2014)

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Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland (2005)

Adenauerallee 139-141, Ehemaliger Sitz des Bundeskanzlers in Bonn, „Neues Kanzleramt“
1976 Architekturbüro: Planungsgruppe Stieldorf
1979 Änderung der Außengestaltung, Einbindung der Skulptur „Large Two Forms“ von Henry Moore

Baugeschichte
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland
1969 Dezember, Beschluss des Bundeskabinetts, ein neues Kanzleramt zu bauen
1970 Wettbewerb
1972 konkrete Planungen nach dem Entwurf der Planungsgruppe Stieldorf (Manfred Adams, Günter Hornschuh, Robert Glatzer, Georg Pollich, Peter Türler)
1973 Baubeginn
1976 Fertigstellung; Einweihung 1. Juli 1976
1979 Aufstellung der Skulptur „Large Two Forms“ von Henry Moore (1967)
Von 1976 -1999 Amtssitz der Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Nach umfangreicher Sanierung 1999-2006 Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Beschreibung
Das Neue Kanzleramt liegt auf einer ebenen Teilfläche des Grundstücks an der Adenauerallee, zwischen Palais Schaumburg und Bundespresse‑ und Informationsamt, unmittelbar neben dem Palais Schaumburg, der Reuterstraße gegenüber und zum Rhein hin vor der ehemaligen nordrhein‑westfälischen Landesvertretung.
Seit etwa 1951 war in der Verlängerung der Reuterbrücke entlang der Parkgrenze von Palais Schaumburg eine Zufahrt zur Landesvertretung von Nordrhein‑Westfalen trassiert. Mit dem Neubau des Kanzleramtes wurde diese Zufahrt aufgehoben, der Bauentwurf wurde nicht zur Straße, sondern gedreht nach Osten geöffnet, so dass die Erschließung von hier erfolgt, und zwar mit leicht ansteigender, der topographisch gegebenen Terrassenstufe folgender Zuwegung.

Der Baukomplex Kanzleramt besteht aus Kanzler‑ und Kabinettsbau und einem Bürogebäude (Abteilungsbau). Dieser ist dominant und stellt sich als freistehender dreigeschossiger Stahlskelettbau über zwei atombombensicheren Untergeschossen dar. Im Grundriss sind drei mit der Stirnseite zur Adenauerallee stehende Längstrakte durch zwei im rechten Winkel dazu stehende zurückliegende Quertrakte verbunden. Durch die rechtwinklige Kreuzung der Bauteile werden zwei Innenhöfe umschlossen. Das Erdgeschoss liegt hinter den tragenden Stützen zurück. Unter dem Vorplatz befindet sich eine Tiefgarage.
Im rechten Winkel in den Park, zum Palais Schaumburg als Riegel zurückversetzt, ist über einen Verbindungssteg erreichbar der Kanzler- und Kabinettsbau mit dem Kanzlerbüro, Konferenzsaal und Büroräumen; ebenfalls dreigeschossig, zweihüftig erschlossen (Gebäudestruktur mit Mittelflur), um eine Raumtiefe breiter, ansonsten gleich gestaltet.
Auffälliges Merkmal im Erscheinungsbild sind die Vorhangfassaden aus dunkelbronze eloxiertem Aluminium. Beide Bauteile sind in Stahlskelettbauweise mit Verbunddecken konstruiert, das Stützenraster besteht aus außen liegenden Stützen in Raumbreite. Umlaufende Balkone mit geschlossenen Brüstungen, vorstehendes Dach und zurückliegende Glasfassade aus getönten Scheiben und dunkelbronze eloxierten Aluminiumrahmen.

Die Baukörper sind im Grundriss mit einem bis ins Innere einschließlich der Wandverkleidungen konsequent beibehaltenen Modul von 1,40 m (zeitbedingter Anklang an japanische Architektur: 1,40 m = Maß einer Tatamimatte) gerastert. Das Bürogebäude ist im Inneren mit der Reihung von Büroräumen entlang der Mittelflure zweihüftig erschlossen, Treppenhäuser befinden sich in den Innenecken. Deckengestaltung erfolgt durch eine perlweiße Metallkonstruktion, in deren offene Struktur die technische Ausstattung (Beleuchtung, Sprinkleranlage, Auslässe der Klimaanlage, Lautsprecher) integriert ist.
Die gestalterisch den Baukörper zurücknehmende Wirkung beruht auf der rein zweckbestimmten konsequenten Baudurchführung und der in dem dunklen Braunton gehaltenen einheitlichen Verkleidung sowohl der außen liegenden Konstruktion aus Stützen, der umlaufenden horizontalen und den Bau optisch in die Breite dehnenden Brüstungs‑ und Attikabänder als auch der zurückliegenden Fassaden.
Insgesamt ist die Anlage übersichtlich funktionsbestimmt. Ergänzend zu dem der Repräsentation und dem Empfang dienenden Palais Schaumburg ist sie als ein schlichter Verwaltungsbau konzipiert, bei dessen Ausformung bewusst auf eine dominante Wirkung verzichtet wurde.

Künstlerische Ausstattung
Günther Ferdinand Ris aus Königswinter entwarf „Lichtfeld“, Adolf Luther die Lichtdecke und die Glaskinetik im internationalen Konferenzsaal. Sechs Bodenreliefs aus Edelstahl, kreisförmige, zentrisch eingeschnittene, aufgesprungene Kugelkuppen in variierenden Höhen sind Werke von Erich Hauser (1930-2004) in den Vorhöfen des Eingangsbereichs.
Ursprünglich war die Plastik „Integration“, eine eingeschnittene Metallkugel, die heute an der Charles‑de‑Gaulles‑Straße aufgestellt ist, von Hans‑Dieter Bohnet für den Vorplatz des Kanzleramtes, eingebunden in eine Geländegestaltung des Landschaftsarchitekten Hans Luz, konzipiert. Jedoch lösten die hohen Kosten, Verkehrsführungsprobleme und mangelhaftes Pflastermaterial 1979 eine Neugestaltung des Vorbereichs durch Geländebewegung mit Rasenflächen aus, mit der Plastik „Large Two Forms“ von Henri Moore (1898-1986) im räumlichen Schwerpunkt. Moore hatte die Bronzeplastik 1967 geschaffen. Sie besteht aus zwei großen gewölbten aufeinander spannungsreich bezogenen gold-gefassten Volumina, die von jeder Betrachtungsebene ein ausgewogenes Ganzes formen.

Das Areal des ehemaligen Bundeskanzleramts ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 71808 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 3972).

(Angelika Schyma und Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2013)

Literatur

(1979)
Bonner Rasen. In: Bauwelt, S. 1126-1127. o. O.

Neues Kanzleramt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Adenauerallee 139-141
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1973 bis 1976
Koordinate WGS84
50° 43′ 10,45″ N, 7° 07′ 8,92″ O / 50.71957°, 7.11914°
Koordinate UTM
32U 367231.85 5620327.76
Koordinate Gauss/Krüger
2579076.57 5621047.85

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Empfohlene Zitierweise
„Neues Kanzleramt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-21741-20111110-11 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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