Wohnhaus, Landesvertretung von Berlin beim Bund, Joachimstraße 6-8

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Wohnhaus Joachimstraße 6-8 im Bonner Regierungsviertel (2016)

    Wohnhaus Joachimstraße 6-8 im Bonner Regierungsviertel (2016)

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  • Gästehaus der ehemaligen Landesvertretung Berlin in der Joachimstraße 6-8 im Jahre 2011

    Gästehaus der ehemaligen Landesvertretung Berlin in der Joachimstraße 6-8 im Jahre 2011

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  • Die ehemalige Landesvertretung von Berlin beim Bund in der Joachimstraße Nr. 7 in Bonn (2011)

    Die ehemalige Landesvertretung von Berlin beim Bund in der Joachimstraße Nr. 7 in Bonn (2011)

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  • Wohnhaus Joachimstraße 7 im Bonner Regierungsviertel (2016)

    Wohnhaus Joachimstraße 7 im Bonner Regierungsviertel (2016)

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Das Land Berlin ließ sich noch 1949 in einer Villa zwischen Adenauerallee und Bahn, in der Joachimstraße 6, zunächst als Mieter nieder. Die Verhältnisse waren beengt, da das Haus noch von der Bonner Universität (Rektorat) und dem Akademischen Austauschdienst (DAAD) genutzt wurde, so dass sich Berlin zunächst mit dem Obergeschoss begnügen musste.
1959 konnte der linke Teil der Doppelvilla, Joachimstraße 8, zusammen mit dem Haus Nr. 6 käuflich erworben werden.

Bei dem Altbau handelt es sich um eine zweigeschossige Doppelvilla aus dem Jahr 1896 (Architekten: Kayser & von Groszheim, Berlin/Düsseldorf). Das Haus ist symmetrisch angelegt mit seitlichen übergiebelten Risaliten und Doppeleingang in der Mitte mit hölzernem Vorbau. Erker und Balkone in den Außenachsen gliedern die Fassaden und zeigen im Detail Unterschiede in den Schmuckformen. Mit seinem großzügigen Villengrundriss war das Gebäude für repräsentative Zwecke bestens geeignet. Während das Äußere noch weitgehend das originale Erscheinungsbild zeigt, haben im Innern einige nutzungsbedingte Änderungen stattgefunden. So wurden bereits 1949/50 die Dachgeschosse ausgebaut, spätere Durchbrüche verbanden beide Haushälften und im Erdgeschoss wurde ein großer Sitzungssaal eingerichtet. Im Keller lagen Nebenräume und die „Alt-Berliner Kneipe“. Vor dem Gebäude markierte eine Litfasssäule mit Berliner Veranstaltungen die Vertretung. Heute dienen beide Häuser der reinen Wohnnutzung. Das Objekt ist seit 1987 eingetragenes Bausdenkmal.

1958 kaufte der Senat das gegenüberliegende Haus Nr. 7 hinzu. Seitdem fungierte die Villa (6/8) als Gästehaus des Landes Berlin.
Das neu erworbene Haus war 1912 nach Plänen des Bonner Regierungsbaumeisters Julius Rolffs (1868-1946) gebaut, dessen Villen bevorzugt auch von anderen Landesvertretungen, Botschaften und Residenzen, vornehmlich in der Kurt-Schumacher-Straße, als repräsentative Sitze gewählt wurden.
Das langgestreckte Gebäude mit seinen Backsteinfassaden zeigt zur Straße eine strenge Gliederung in sieben Achsen mit Haupt- und Nebeneingang an der linken Seite. Der Haupteingang rechts der Mitte zeichnet sich durch ein rundbogiges Portal mit vorgezogenem Säulenportikus aus. Dadurch wird die Mittelachse verunklärt, die aber durch drei schmale heruntergezogene Treppenhausfenster in einem flachen Risalit und eine breitere Dachgaube als die vier flankierenden betont ist. Umso aufwändiger stellt sich die Rückseite dar: eine große Terrasse mit vierfacher dorischer Säulenstellung öffnet sich mittig zum Garten mit darüber liegendem Balkon.
Im Jahr 2000 wurde das Objekt unter Denkmalschutz gestellt. In der Begründung der Denkmalbehörde heißt es „Julius Rolffs kann als einer der bedeutendsten Protagonisten des Reformstils in Bonn angesehen werden.“
Bei der Umnutzung durch das Land wurden leichte Trennwände entfernt, Zwischenwände eingebaut, Türöffnungen geschlossen und neue durchbrochen. Den erforderlichen Stellplätzen hinter dem Gebäude fiel etwa ein Drittel des Gartens zum Opfer.
Das Haus wird heute privat und zu Bürozwecken genutzt.

(Angelika Schyma, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2013)

Die Objekte „Joachimstraße 6-8 und 7“ sind eingetragene Baudenkmale (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 40459 und Nr. 40458 / Denkmalliste der Stadt Bonn, Lfd. Nr. A 1269 und A 3644).

Quelle
Bauakten der Stadt Bonn.
„Die Villen des Bonner Regierungsbaumeisters Julius Rolffs“, General-Anzeiger vom 5. September 1997.

Literatur

Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2012)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.01.2012). S. 28, Bonn.
Vogt, Helmut / Stadt Bonn, Stadtarchiv und Wissenschaftliche Stadtbibliothek (Hrsg.) (1999)
„Der Herr Minister wohnt in einem Dienstwagen auf Gleis 4“, Die Anfänge des Bundes in Bonn 1949/50. S. 234f., Bonn.
(1949)
Bericht des technischen Ausschusses der Ministerpräsidentenkonferenz. S. 13f.. Bonn.

Wohnhaus, Landesvertretung von Berlin beim Bund, Joachimstraße 6-8

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1896
Koordinate WGS84
50° 43′ 27,11″ N, 7° 06′ 39,05″ O / 50.7242°, 7.11085°
Koordinate UTM
32U 366659.37 5620857.27
Koordinate Gauss/Krüger
2578482.95 5621553.86

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„Wohnhaus, Landesvertretung von Berlin beim Bund, Joachimstraße 6-8”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-21424-20111109-11 (Abgerufen: 20. Oktober 2017)
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