LVR-Industriemuseum und Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum (2010)

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum (2010)

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    Luley, Helmut
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    Luley, Helmut
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  • Blick über den ehemaligen Hüttenteich auf das frühere Kontorhaus und Wohnhaus des Hüttenleiters

    Blick über den ehemaligen Hüttenteich auf das frühere Kontorhaus und Wohnhaus des Hüttenleiters

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte LVR-Industriemuseum. Außengelände, Innenansicht des Ausstellungsgelände

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte LVR-Industriemuseum. Außengelände, Innenansicht des Ausstellungsgelände

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte, LVR-Industriemuseum

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  • Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte in OBerhausen, Museumsgebäude des LVR-Industriemuseums, ehemaliges Wohnhaus (2009).

    Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte in OBerhausen, Museumsgebäude des LVR-Industriemuseums, ehemaliges Wohnhaus (2009).

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Die St. Antony-Hütte ist eine ehemalige Eisenhütte im Oberhausener Stadtteil Osterfeld. Sie war das erste Erz verarbeitende Hochofenwerk in der heute als Ruhrgebiet bezeichneten Region. Im rund 1000 Quadratmeter großen LVR-Industriearchäologischen Park – Deutschlands erstem seiner Art – wird mit den freigelegten Überresten des alten Werks seine beeindruckende Geschichte wieder lebendig.

LVR-Industriearchäologischer Park und Museum St. Antony-Hütte
Die „Wiege der Ruhrindustrie“ gehört heute zum LVR-Industriemuseum Oberhausen. In dem ehemaligen Kontorgebäude und Wohnhaus des Hüttenleiters am Rande des Hüttenteichs wurde im Jahre 2008 das Museum neu eingerichtet. Es erzählt mit einer außergewöhnlichen Ausstellung von den Anfängen der Eisen- und Stahlindustrie, von bedeutenden Innovationen und vom harten Alltag der Menschen. Zum Repertoire der Ausstellung gehören ein Modell der Hütte, die Inszenierung zentraler Objekte der Eisenindustrie, ein Biedermeierzimmer sowie der Einsatz audiovisueller Medien, welche die Quellen der Geschichte zum Sprechen bringen. Ein Teil der Funde der industriearchäologischen Ausgrabungen werden auch in der Ausstellung präsentiert.

Im Oktober 2010 wurde nebenan der „LVR-Industriearchäologische Park“ eröffnet. Vier Jahre lang hatte das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Xanten in Kooperation mit dem LVR-Industriemuseum und der Stadt Oberhausen Mauerreste, Fundamente und Anlagenteile der St. Antony-Hütte ausgegraben. Auf dem von einem stählernen Hallendach überspannten Grabungsgelände wird der Besucher durch die Ursprünge der Eisen- und Stahlindustrie geführt. Eine Audioführung erklärt, wann hier welche Gebäude standen und wie aus der einst kleinen Eisenhütte mit nur wenigen Bauten ein Industriebetrieb wurde, in dem rund 100 Menschen arbeiteten. 3-D-Animationen lassen die alten Hüttengebäude virtuell entstehen: der älteste Hochofen, ein zwar gebauter, aber nicht in Betrieb genommener Kokshochofen, Kupolöfen und ein Dampfgebläse zum Antrieb der Öfen. Auch ein Überblick über die Veränderungen der Gesamtbebauung wird gezeigt. Die Anlagen werden darin gemäß ihrer tatsächlichen Entwicklung hochgezogen, umgebaut und abgerissen und machen Funktion und Aussehen der Hütte anschaulich nachvollziehbar.
Gefördert wurde das Projekt von der NRW-Stiftung Natur - Heimat - Kultur, dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der MAN SE und der MAN Diesel & Turbo, der Heinrich Becker GmbH, der Sparkassen-Bürgerstiftung Oberhausen, der Sparkassen Kulturstiftung Rheinland sowie der Gesellschaft zur Förderung des LVR-Industriemuseums.

Geschichte
Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen stieß Freiherr Franz von der Wenge, Domkapitular zu Münster, um 1740 auf die Vorkommen an Raseneisenstein in der Gegend um Osterfeld. Die Abbaukonzession erhielt er 1741. Voraussetzungen für die Anlage einer Hütte an dieser Stelle waren die lokalen Erzvorkommen, der Elpebach als Energiequelle für das Gebläse des Hochofens sowie die damals noch vorhandenen großen Waldbestände als Ressource für die Herstellung von Holzkohle. Der Bau der ersten Gebäude und Anlagen erfolgte 1757, mit Erlaubnis des Kölner Erzbischofs als Landesherrn.
Am 18. Oktober 1758 wurde ein sieben Meter hoher Hochofen am Elpebach zwischen Sterkrade und Osterfeld angeblasen. Neben dem Hochofen gehörten Gießereien und Formereien zur St. Antony-Hütte. Hier wurden Maschinenteilen und Haushaltswaren (wie Bratpfannen und „Waterclosets“) sowie Kanonenkugeln und andere Kriegsgüter gegossen.
In der Folgezeit entstanden in der Umgebung noch zwei weitere Hütten, die mit der St. Antony-Hütte um Erz, Holzkohle und Absatzmärkte konkurrierten. Daraus ergaben sich Nachteile für alle Beteiligten. Nach einigen Wechseln in den Besitz- und Pachtverhältnissen kam es 1810 zum Zusammenschluss in der „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen“. Damit war die Grundlage für die spätere Gutehoffnungshütte gelegt. 1820 wurde der Hüttenbetrieb auf St. Antony erstmals eingestellt, zwischen 1821 und 1827 etablierte sich hier eine Papierfabrik. 1827 nahm man mit einem neu errichteten Hochofen den Betrieb wieder auf. 1842/43 wurde der Hochofenbetrieb endgültig aufgegeben und 1877 mit der Gießerei der letzte Betrieb auf dem Gelände geschlossen. Die meisten Gebäude wurden in der Folgezeit abgerissen.
Aus der Gründungszeit ist heute neben dem ehemaligen Hüttenteich noch das frühere Kontorhaus und Wohnhaus des Hüttenleiters erhalten, in dem auch Gottlob Jacobi lebte. Dieses Gebäude beherbergte lange Zeit einen Teil des Firmenarchivs der Gutehoffnungshütte.

Geodaten: 51° 31' 8„ N, 6° 52' 19“ O

„Sechs Schauplätze, ein Museum“
– dieser Slogan beschreibt treffend die außergewöhnliche Struktur, das Konzept dieses in Europa einmaligen Museums. Sechs denkmalgeschützte, zum Teil komplett erhaltene Fabriken an authentischen Schauplätzen in Oberhausen, Ratingen, Solingen, Bergisch Gladbach, Engelskirchen und Euskirchen bilden das LVR-Industriemuseum:
  • LVR-Industriemuseum Oberhausen (Zentrale) – Zinkfabrik Altenberg, St. Antony-Hütte, Museum Eisenheim, Peter-Behrens-Bau
  • LVR-Industriemuseum Ratingen – Textilfabrik Cromford
  • LVR-Industriemuseum Solingen – Gesenkschmiede Hendrichs
  • LVR-Industriemuseum Bergisch Gladbach – Papiermühle Alte Dombach
  • LVR-Industriemuseum Engelskirchen – Baumwollspinnerei Ermen & Engels, Oelchenshammer
  • LVR-Industriemuseum Euskirchen – Tuchfabrik Müller

(LVR-Industriemuseum / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2010)

Das LVR-Industriemuseum und der Industriearchäologische Park St. Antony-Hütte waren KuLaDig-Objekt des Monats im Januar 2011.

Internet
www.industriemuseum.lvr.de: LVR-Industriemuseum, Schauplatz Oberhausen (abgerufen 09.11.2010, Inhalt nicht mehr verfügbar 07.03.2017)
www.lvr.de: Die LVR-Museen (abgerufen 27.03.2012)
de.wikipedia.org: St. Antony-Hütte (abgerufen 17.11.2010)
www.route-industriekultur.de: Route der Industriekultur im Ruhrgebiet (abgerufen 09.11.2010)

Literatur

Ballestrem, Andreas-Marco Graf von (1970)
Es begann im Dreiländereck. Das Stammwerk der GHH, die Wiege der Ruhrindustrie. Tübingen.
Eversmann, Friedrich August Alexander (1804)
Übersicht der Eisen- und Stahlerzeugung auf Wasserwerken in den Ländern zwischen Lahn und Lippe (Nachdruck 1983). Dortmund.
Hawicks, Heike (2001)
Die St. Antony-Hütte in Oberhausen-Osterfeld. „Die Wiege der Ruhrindustrie“. In: Stadt Oberhausen (Hrsg.): Abenteuer Industriestadt Oberhausen 1874-1999, Beiträge zur Stadtgeschichte, S. 487–500. Oberhausen.
Landschaftsverband Rheinland / Rheinisches Industriemuseum (Hrsg.) (2008)
St. Antony – Die Wiege der Ruhrindustrie. Ein „Wirtschaftskrimi“ um die erste Eisenhütte im Revier. Münster.
Zeppenfeld, Burkhard (o.J.)
St. Antony – die Wiege der Ruhrindustrie oder: Ein Wirtschaftskrimi der Frühindustrialisierung. In: Industrie-Kultur 14 H. 2, S. 36-37. o. O.

LVR-Industriemuseum und Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Antoniestraße 32-34
Ort
46119 Oberhausen - Osterfeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2008
Koordinate WGS84
51° 31′ 9,64″ N, 6° 52′ 18,7″ O / 51.51935°, 6.87186°
Koordinate UTM
32U 352350.19 5709727.64
Koordinate Gauss/Krüger
2560559.32 5709785.62

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„LVR-Industriemuseum und Industriearchäologischer Park St. Antony-Hütte”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-1719-20101108-2 (Abgerufen: 14. Dezember 2017)
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