An der Südwestseite eines Bergsporns, auf dem im Mittelalter eine Burg errichtet wurde, liegt die Junkermühle, heute nicht mehr als Mühle in Funktion, sondern mehrfach umgebaut. An der Ostseite schließt sich der große Mühlenteich an, der in dieser Gestalt durch den Neubau der Talstraße erst im 19. Jahrhundert angelegt wurde.
Der offene Obergraben, der das Wasser der Sülz zur Mühle führte, liegt mit seinem Wehr auf der Ostseite des Bergsporns. Das heutige Wehr wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend in Beton errichtet. Das vorhandene Schütz aus Holz ist stark verfallen. Der anschließende Obergraben hat bis zum Teich eine Länge von 130 Meter und ist an der rechten Seite in den anstehenden Fels gearbeitet. Zur Talaue und bis zur Landstraße hin begrenzt ein etwa fünf Meter breiter Damm den Obergraben. Der Untergraben ist von der Mühle ab zunächst verrohrt und erst im Anschluss an die Zuwegung als offenes Gewässer zugänglich.
Durch den Bergsporn, auf dem die Junkersburg stand, führt ein Stollen, der an der Nordflanke des Sporns in Höhe der Sülz beginnt und am Mühlenteich endet. Seine Länge beträgt ca. 150 Meter. Er ist in den Fels gehauen und weist eine lichte Höhe von bis zu 3 Metern auf. Stellenweise finden sich jüngere Einwölbungen in Ziegelmauerwerk. Über Funktion und Alter gibt es keine archivalischen Belege. Da sich am Stollenmund auf der Nordseite des Sporns ein Wehr befindet, ist anzunehmen, dass durch Anstauen der Sülz hier der erwähnte Mühlenteich in trockenen Jahren durch zusätzliches Wasser versorgt werden sollte. Nicht auszuschließen ist auch, dass es sich ursprünglich um einen Bergbaustollen gehandelt hat.
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Die Entstehung der Junkermühle ist im direkten Zusammenhang mit der Junkerburg zu sehen, die durch Keramikfunde in das 14./15. Jahrhundert datiert wird. 1543 wird die Burg in den Quellen erwähnt. Dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Mühle bestand, kann angenommen werden, zumal der Name „Junkermühle“ als Ortsbezeichnung seit dem 16. Jahrhundert überliefert ist. Der Name sagt weiterhin aus, dass es sich wohl zunächst um eine Mühle im Besitz eines Adeligen handelte, ehe sie weiter verpachtet wurde.Eine ältere kartografische Ansicht der Mühle und ihres Mühlenteiches zeigt die Urkatasterkarte von 1826. Dargestellt wird das Wehr bereits an der heutigen Stelle, der Obergraben und ein kleinerer Mühlenteich direkt vor der Mühle sowie abschließend der Untergraben mit dem Zufluss in die Kürtener Sülz. Wie aus einem Plan vom März 1888 zu entnehmen ist, wurde durch den Bau der Kreisstraße im Tal die Kürtener Sülz nach Süden verlegt, der Obergraben nördlich an der Straße vorbei geführt und ein neuer, großer Teich angelegt.
Ältere kartografische Darstellungen finden sich auf dem Blatt 14 der Karten von Erich Philipp Ploennies aus dem Jahre 1715 und den topografischen Karten von von Müffling (1824) und den Preußischen Karten von 1844 und 1893.
(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2008, 2026)
Hinweise
Die Junkermühle und der Stollen sind eingetragene Bodendenkmäler (Gemeinde Kürten Nr. 5 + 8; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland Nr. GL 057 + 076).
Die Junkermühle ist wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereiches „Junkermühle“ (Regionalplan Köln 381)
Internet
de.wikipedia.org: Junkermühle (Kürten) (abgerufen 20.4.2026)
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