Katholische Kirche Sankt Severin in Schwadorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Brühl (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die katholische Kirche St. Severin in Schwadorf wurde sehr wahrscheinlich auf Veranlassung des Kölner Sankt Severinstiftes errichtet, welchem bereits einige Güter in Schwadorf gehörten. Ein bei Abbrucharbeiten der alten Kirche gefundenes Siegel belegt, dass der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (Erzbischof von Köln 1167-1191) zwischen 1167 und 1191 in Schwadorf eine Kirche geweiht hatte (de.wikipedia.org, St. Severin und Groten et al. 2006, S. 197). Auch im Liber Valoris (um 1300) wird eine Kirche zu Schwadorf erwähnt. Anfangs zum Ahrgau gehörig, kam sie 1807 als Filialkirche zur Pfarrei Walberberg. 1862 wurde sie eine eigenständige Pfarrei (Groten et al. 2006, S. 197).
Aus Platzgründen wurde das romanische, tonnengewölbte Kirchengebäude der alten Kirche 1875 abgebrochen und zwischen 1874 und 1875 ein größeres, nord-süd-orientiertes Gotteshaus errichtet. Dieses wurde nach Plänen des Kommunalbaumeisters Müller aus Köln-Deutz als neugotische, vierjochige und einschiffige Saalkirche aus Ziegelsteinen mit Satteldach realisiert. Der an der Nord- bzw. Eingangsseite angefügte Turm besitzt einen spitzen Helm mit Wetterhahn. Die Kirche wurde 1875 eingeweiht (de.wikipedia.org, St. Severin).
Die Severinkirche bildet zusammen mit weiteren Gebäuden (Gemeindehaus/Pastorat 1863) ähnlicher Zeitstellung den südlichen Rand des historischen Ortskerns von Schwadorf; ihr Kirchturm wirkt als Landmarke in der Umgebung. Um das Kirchengebäude herum ist der Kirchhof mit alten Grabstätten erhalten.

Kulturhistorische Bedeutung
Neben ihrer prägenden Wirkung als Landmarke ist die Kirche im Zusammenspiel mit den Fronhöfen sowie der Schallenburg in östlicher Nachbarschaft Zeugnis der grundherrschaftlichen Verhältnisse in Schwadorf. Aufgrund ihrer Persistenz, die mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, ist sie ein wertvolles Zeugnis der Ortsgeschichte und von hoher kulturhistorischer Bedeutung.

Hinweise
Das Objekt „Katholische Kirche Sankt Severin in Schwadorf“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Schwadorf (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 201) und ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Brühl, laufende Nr. 74)

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Brühl (abgerufen am 21.08.2015)
de.wikipedia.org: St. Severin (Schwadorf) (abgerufen am 03.01.2018)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 197, Stuttgart.

Katholische Kirche Sankt Severin in Schwadorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hermann-Faßbender-Straße
Ort
50321 Brühl - Schwadorf
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1874 bis 1875
Koordinate WGS84
50° 48′ 10,46″ N, 6° 55′ 0,02″ O / 50.8029°, 6.91667°
Koordinate UTM
32U 353201.65 5629976.21
Koordinate Gauss/Krüger
2564663.5 5630121.34

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„Katholische Kirche Sankt Severin in Schwadorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-136813-20150821-6 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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