Rheindorfer Burg

Dominikanerkloster Walberberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bornheim (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Rheindorfer Burg / Ehem. Dominikanerkloster (2018)

    Rheindorfer Burg / Ehem. Dominikanerkloster (2018)

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Erstmal wird die Rheindorfer Burg im Jahr 1147 erwähnt. Im Jahr 1924 kauften Dominikaner die Burg und bauten sie um. Die Schließung des Klosters erfolgte im Jahre 2007.

Bedeutung für die Kulturlandschaft
Geschichte und Besitzerfolge der Burg
Geschichte des Dominikanerkloster
Heutiger Zustand
Hinweise

Bedeutung für die Kulturlandschaft
Die Rheindorfer Burg ist ein vielfach umgestalteter Gebäudekomplex mit einem langen historischen Kontext. Die Ursprünge der Rheindorfer Burg sind zwar durch fehlende schriftliche Hinweise nicht genau datierbar, Historiker ordnen jedoch den Bau des noch heute erhaltenen, unteren Burgfrieds in das 12. Jahrhundert ein. Vermutlich sind damalige politische Ereignisse der Grund für den Bau der Befestigungsanlage, die eine von Wasser umgebene Burganlage mit Wohnturm darstellte (Oster/ Keßler 2007, S. 5).
Der Namensursprung „Rheindorfer Burg“ ist wahrscheinlich auf den 5 Kilometer entfernten Rhein zurückzuführen (ebd., S. 6). Die Rheindorfer Burg war namensgebend für zwei angrenzende Straßen (Rheindorfer-Burg-Weg / Rheindorfer Acker), sowie für den zulaufenden Rheindorfer Bach.
Die Rheindorfer Burg beziehungsweise das ehemalige Klostergebäude waren bis zur Schließung für das angrenzende Dorf bedeutend (aus wirtschaftlicher, aber auch sozialer und christlicher Sicht). Noch heute erinnern die Gebäude und das weiträumige Gelände an eine lange Historie.

Geschichte und Besitzerfolge der Burg
Die Herrschaft der Rheindorfer Burg wechselte seit der ersten urkundlichen Erwähnung um das Jahr 1140 stetig. Im Jahr 1147 wird Christian von Rinchedorp im Zusammenhang mit der Rheindorfer Burg genannt wird. Die Burg blieb bis zum Jahr 1410 im Besitz der Familie Rinchedorp, (wobei sich im Laufe der Zeit die Schreibweise des Namens änderte, vgl. Oster/ Keßler 2007, S. 6). Im Jahre 1433 wurde die Rheindorfer Burg an Lutter Quad verkauft. In den folgenden 250 Jahren war die Familie Quad Besitzer, bis sie im Jahr 1677 an die Gesellschaft Jesu (Jesuitenorden) verkauft wurde. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgelöst und der größte Teil des seines Vermögens wurde der Kölner Schulverwaltung übereignet. Als in den Jahren von 1794 bis 1813/1814 französische Truppen das Rheinland besetzten, wurde die Burg zwar nicht beschlagnahmt, aber es mussten Zahlungen durch die Jesuiten geleistet werden. Im Jahr 1814 wurde die Rheindorfer Burg zum Lazarett für kranke und verwundete Soldaten aus dem Krieg gegen Napoleon. Weiterhin war die Kölner Stiftungsverwaltung (Umbenennung in Gymnasial- und Stiftungsfond) Besitzer der Rheindorfer Burg, die auch schon vor der französischen Besetzung in den Besitz gelangt war (Dietz 2014, S. 7-11, Oster/ Keßler 2007, S. 5-12 und Wilhelm u. a. 2012, S. 7).

Geschichte des Dominikanerklosters
Ausbau zum Dominikanerkloster (1924-1934)
Am 19. März 1924 kauften die Dominikaner der Provinz Teutonia die Rheindorfer Burg für 160.000 Mark dem Gymnasial- und Stiftungsfonds ab. Nach dem Kauf wurde die Burg nach den Plänen des Architekten Joseph Eisenhauer umgestaltet. Hierbei wurden die Räumlichkeiten den Bedürfnissen der Dominikaner angepasst (Oster/ Keßler 2007, S. 15-16). Die Burg sollte zukünftig als außerstädtisches Studienkonvent dienen. Sie wurde ebenso wie der Turm um ein Stockwerk erhöht. 1926 fand die Klosterneugründung „Sankt Albert“ statt, 8 Jahre später wurde auch die Hochschule eröffnet (Dietz 2014, S. 10f.). Weiterhin wurde Vieh- und Landwirtschaft betrieben. Auch eine Schusterei, Schneiderei, Gärtnerei und Buchbinderei wurden in den Räumlichkeiten aufgenommen. Die Schneiderei brannte allerdings im Jahr 1932 vollständig nieder (Oster/ Keßler 2007, S. 17).
Im Jahr 1933 wurde das Brüdernoviziat eröffnet. Seit 1932 wurden die Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Vorburg, sowie die Scheune umgebaut. Die Scheune wurde zur Kirche umfunktioniert und erhielt einen massiv wirkenden Turm mit geschweifter Haube. Die neu errichtete Kirche wurde durch einen Kreuzgang mit der Wasserburg und den Ökonomiegebäuden verbunden. Am 4. Oktober 1934 fand die feierliche Eröffnung statt (ebd., S. 17). Nach den Umbauten zeigte sich, dass von der ursprünglichen Burg nur noch die Grundzüge erhalten blieben, wobei der Großteil Neubau war (Dietz 2014, S. 17).

Der Konvent in der Zeit des Nationalsozialismus (1934-1945)
Nach Kriegsbeginn 1939 wurden wegen befürchteter Fliegerangriffe Luftschutzbunker eingerichtet. Zunächst bot man dem Roten Kreuz an, die Rheindorfer Burg als Krankenhaus zu nutzen. 1940 wurden die Gebäude zum Reserve-Lazarett erklärt. Später beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei das Kloster (Zahlten 2009, S. 6), woraufhin 1942 die Enteignung folgte. Die Rheindorfer Burg wurde nun als Kriegslazarett genutzt, bis am 3. Mai 1945, drei Tage vor der Besetzung der Alliierten, das Lazarett geräumt wurde (Oster/ Keßler 2007, S. 18; Dietz 2014, S. 13).

Das Kloster in der Zeit der frühen Bundesrepublik (1945-1999)
Nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 zogen sich die letzten Amerikaner aus dem Kloster zurück und die restlichen Fratres und Brüder kehrten zurück. Anschließend wurde das Noviziat und das Studienhaus wieder in Betrieb genommen, die während der Kriegsjahre geruht hatten (Oster/ Keßler 2007,S. 19 und Dietz 2014, S. 19).
1949 wurden Neu- und Umbauten an Gebäuden in der Hohlgasse durchgeführt, so dass die Landwirtschaft und die Handwerksbetriebe wirtschaftlicher arbeiten konnten. Im Jahr 1950 wurde im Garten sogar ein eigenes Schwimmbecken errichtet (Oster/ Keßler 2007, S. 20).
Wegen wachsender Anforderungen an die Räumlichkeiten wurde im Jahr 1952 Richtung Nordwesten ein Hörsaaltrakt, eine Aula, ein Wohnflügel, eine Bibliothek und mehrere Refektorien errichtet. Während der Bauarbeiten stieß man auf mittelalterliche Keramikfunde die auf eine ca. 1000 Jahre alte „Töpferfabrik“ hinwiesen. Hierbei wurden 11 Brennöfen und über 20 Zentner Keramikscheiben ausgegraben.
1967/68 wurde die Klosterkirche von Grund auf umgestaltet und den reformierten liturgischen Richtlinien des II. Vatikanischen Konzils angepasst. Nach der Umgestaltung bildeten der Gemeinde- und Altarraum eine Einheit; hierbei waren besondere Einrichtungsgegenstände das aus dem 14. Jahrhundert stammende Altarkreuz, die am Eingang der Marienkapelle stehende hölzerne Madonna und die Orgel der Firma Fuler (Oster u. Keßler 2007, S. 21).

Die letzten Jahre des Klosters Sankt Albert (2000-2007)
Obwohl die Tagungsstätte noch im Jahre 2001 saniert wurde, musste sie aus personellen Gründen und bedingt durch die erheblichen Erhaltungskosten Ende 2005 schließen. Im März 2006 entschied das Povinzkonzil der Dominikanerprovinz Teutonia dann die Schließung des Klosters. Die verbliebenen Konventsmitglieder kamen in anderen Ordensniederlassungen unter (Oster/ Keßler 2007, S. 22).

Heutiger Zustand
Heute wird in den Räumlichkeiten ein Hotel betrieben. In der entweihten Kirche sind standesamtliche Trauungen möglich (Außenstelle des Standesamts Bornheim).

Hinweise
Das Objekt „Rheindorfer Burg“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches (Walberberg (Bornheim) (Regionalplan Köln 202).
Die Rheindorfer Burg / ehem. Dominikanerkloster ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Bornheim, laufende Nr. 48).

(Lisa Menke, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Internet
www.bornheim.de: Denkmalliste Baudenkmäler 2014 (PDF-Datei, abgerufen 26.06.2018)

Literatur

Dietz, Heribert (2014)
Kloster und Hochschule in der Rheindorfer Burg. Zur Geschichte der Dominikaner in Walberberg (1926-2007). In: Keller, Rufus. Dominikaner in Walberberg. 1926-2007., S. 10-23. Köln.
Oster, Thomas / Keßler, Heribert W. (2007)
Die Rheindorfer Burg im Wandel der Zeit. Vom mittelalterlichen Herrensitz zum Dominikanerkloster. In: Heft 1 der Reihe: Walberberg und seine Geschichte(n). Förderkreis Historisches Walberberg (Hrsg.), Walberberg.
Wilhelm, Jürgen / Mölich, Georg / Schmalz, Alexander (2012)
Napoleon am Rhein. Wirkung und Erinnerung einer Epoche. Köln.
Zahlten, Johannes / Gerd Winner (2009)
Heilig Kreuz. Dominikanerkloster in Köln. In: Dominikanerkloster Heilig Kreuz Köln. (Hrsg.): Prior P. Wolfgang Stickler OP, Hildesheim/Lamspringe.

Rheindorfer Burg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rheindorfer-Burg-Weg
Ort
53332 Bornheim - Walberberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1140 bis 1925, Ende 1926 bis 2007
Koordinate WGS84
50° 47′ 48,97″ N, 6° 54′ 7,75″ O / 50.79694°, 6.90215°
Koordinate UTM
32U 352159.86 5629341.67
Koordinate Gauss/Krüger
2563648.14 5629444.92

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„Rheindorfer Burg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-135827-20150817-7 (Abgerufen: 20. Oktober 2018)
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