Benediktinerabtei Burtscheid

später Zisterzienserinnenkloster

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Aachen
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ostflügel der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

    Ostflügel der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

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  • Reste der Befestigungsmauer und Gartenhaus der Abtei Burtscheid (2015)

    Reste der Befestigungsmauer und Gartenhaus der Abtei Burtscheid (2015)

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  • Wiederaufgebauter Westflügel der Abtei in Burtscheid (2015)

    Wiederaufgebauter Westflügel der Abtei in Burtscheid (2015)

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  • Ehemaliges Gästehaus der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

    Ehemaliges Gästehaus der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

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  • Eingangstür zum ehemaligen Gästehaus der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

    Eingangstür zum ehemaligen Gästehaus der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

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  • Der Couvenwandbrunnen auf dem Abteiplatz in Aachen-Burtscheid (2015)

    Der Couvenwandbrunnen auf dem Abteiplatz in Aachen-Burtscheid (2015)

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  • Die Rückseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

    Die Rückseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

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  • Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist und  Westflügel der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

    Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist und Westflügel der Abtei in Aachen-Burtscheid (2015)

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  • Schrifttafel an der Vorderseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

    Schrifttafel an der Vorderseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

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  • Vorderseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

    Vorderseite des Abteitors in Burtscheid (2015)

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Patrozinium: Salvator, Johannes Baptist, Nikolaus.
Orden: Benediktinerabtei (Männerkloster), ab 1220/21 Zisterzienserinnen (Frauenkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Die Gründung dieses Klosters gehört dem Vorhaben Kaiser Ottos III. im Jahre 997 an, in Aachen drei neue Klöster zu errichten, um der Krönungsstadt den Charakter eines zweiten Rom zugeben. Noch von Otto selbst wurde das Kloster St. Nikolaus errichtet, das zweite Projekt, das St. Adalbertsstift, konnte erst 1005 von König Heinrich II. realisiert werden; und das geplante Frauenkloster auf dem Salvatorberg mußte noch etwa zwei Jahrhunderte auf seine Verwirklichung warten.

Um es vorwegzunehmen: Mit dem späteren Minoritenkloster St. Nikolaus im Zentrum der Stadt Aachen hat das Kloster Burtscheid, damals vor der Stadt, nichts zu tun. Laut Kölner Königschronik habe dieses Kloster das Nikolauspatrozinium erhalten, weil Ottos Mutter Theophanu eine griechische Prinzessin war. Als erster Abt ist ein Gregorius bezeugt, der vorher Abt des Klosters Bucina im süditalienischen Kalabrien gewesen war. Schon 999 gestorben, hinterläßt er hinsichtlich der Gründung von Burtscheid ein Rätsel. Gregor wurde als heiligmäßiger Eremit verehrt, dürfte infolgedessen in Aachen kein Zönobitenkloster abendländischer Prägung geleitet haben. Man muß die Frage, woher die Mönche kamen und welcher Observanz sie angehörten, letztlich offen lassen. Kaiser Heinrich II. vollendete den Gründungsvorgang, indem er die Erstausstattung ergänzte und 1018 der Abtei den kaiserlichen Schutz und einen Immunitätsbezirk gewährte.
Weit wichtiger noch bekannte sich dieses Privileg zur benediktinischen Observanz, die Heinrich II. im Gegensatz zu seinem Vorgänger favorisierte und dem Konvent gewissermaßen aufgezwungen haben muß. Dazu erforderlich war auch ein größerer Kirchenbau, den Bischof Gerhard von Cambrai 1018 einweihte. Es ist kennzeichnend für die radikale Wende, dass 1029 St. Johannes Baptist an die erste Stelle der Patrone rückte und Nikolaus danach nur noch ein einziges Mal Erwähnung fand. Die Weihe durch den Bischof von Cambrai war anscheinend ein Kompromiß, weil die Bistumszugehörigkeit Burtscheids umstritten blieb, obwohl eine Aachener Synode sie 1023 gegen Köln zugunsten Lüttichs entschieden hatte. Schon vor 1018 scheint das Kloster Pfarrechte wahrgenommen zu haben. Auch die Benediktiner übten die Seelsorge nicht selbst aus, sondern vertrauten sie bepfründeten Weltgeistlichen an. Schon 1040 scheint sich die Abtei der Reform des Kreises um Poppo von Stablo und spätestens im ausgehenden 11. Jahrhundert der Gorzer Reform angeschlossen zu haben. Versuche um 1098/99, die Siegburger Reform einzuführen, gelangen erst 1133.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts scheinen der wirtschaftliche Mißstand und die mangelnde Disziplin so gravierend geworden zu sein, dass Kaiser Friedrich II. auf Veranlassung des Kölner Erzbischofs Engelbert 1220/21 dem Abt Walter und dessen verbliebenen vier Mönchen das Kloster entzog und es den Zisterzienserinnen auf dem Aachener Salvatorberg übertrug, was der Papst 1232 bestätigte. Die Nonnen brachten ihr Patrozinium „Salvator“ an den neuen Platz mit und drückten darin die Kontinuität ihres Konventes trotz des Ortswechsels aus (Engels 2006).

Gegründet kurz vor 1000, ab 1220 Zisterzienserinnen, aufgehoben 1802 (Bönnen / Hirschmann 2006).

„Im Jahr 1220 wurde die Benediktinerabtei aufgelöst und in ein von den Zisterzienserinnen, die zuvor auf dem Salvatorberg in Aachen lebten, betriebenes Stift umgewandelt. Unter diesen wandelte sich das Kloster mit der Zeit zum adligen Damenstift, in welchem in erster Linie die Töchter des rheinischen Adels untergebracht wurden. (…) Bei der Säkularisation wurde die Abtei im August 1802 aufgelöst. Alle Abteigüter wurden verstaatlicht. (…)
Bei dem schweren Bombenangriff auf Burtscheid am 11. April 1944 wurden die Gebäude schwer beschädigt und zum Teil zerstört. (…) Der Ostflügel des Abteigebäudes und Teile des Kreuzganges sind erhalten geblieben und zum Teil in die Neubauten eingegangen. Bis März 1988 wurden im nördliche Teil des früheren Kreuzganges die Schäden des Zweiten Weltkriegs behoben.“
(de.wikipedia.org)

((LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
de.wikipedia.org: Abtei Burtscheid (abgerufen 14.07.2011)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Siegburger Reform (abgerufen 02.01.2017)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.

Benediktinerabtei Burtscheid

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 997 bis 1000, Ende 1802
Koordinate WGS84
50° 45′ 46,4″ N, 6° 05′ 36,9″ O / 50.76289°, 6.09358°
Koordinate UTM
32U 295037.79 5627485.75
Koordinate Gauss/Krüger
2506646.9 5625273.06

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„Benediktinerabtei Burtscheid”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13307-20110714-10 (Abgerufen: 14. Dezember 2017)
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