Benediktinerinnenkloster Dietkirchen

Frauenstift Dietkirchen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Grundmauern der Dietkirche in Bonn-Castell (2014)

    Die Grundmauern der Dietkirche in Bonn-Castell (2014)

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  • Die Grundmauern der Dietkirche mit drei in den Boden eingelassenen Grabplatten (2014)

    Die Grundmauern der Dietkirche mit drei in den Boden eingelassenen Grabplatten (2014)

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  • Grundriss der Bonner Castells in den Grundmauern der Dietkirche des Frauenstifts Dietkirchen in der "Castra Bonnensia" am Römercastell (2014).

    Grundriss der Bonner Castells in den Grundmauern der Dietkirche des Frauenstifts Dietkirchen in der "Castra Bonnensia" am Römercastell (2014).

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Patrozinium: Peter.
Orden: Bendiktinerinnenkloster, später Frauenstift (Frauenkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Das Kloster erfreute sich sich der besonderen Förderung durch das sächsische Königshaus. Seine erste Äbtissin war eine Enkelin Kaiser Ottos II. 1015 schenkte Kaiser Heinrich II. dem Kloster ein Gut in Königswinter, und 1021 erwarb es Kammergut im Engersgau. Den Sachsenherrschern eng verbunden war das rheinische Pfalzgrafengeschlecht, dem das Kloster ebenfalls reiche Schenkungen verdankte.

Seine Gründung muß wohl um die Jahrtausendwende erfolgt sein. Der Reichtum seiner Einkünfte spiegelt sich in einem Beleg von 1113, wonach es Wachszinsige zählte 49 in Urfeld, 12 in Rüngsdorf und 39 in Buschhoven. Zu Anfang des 12 Jahrhunderts wurde der Besitz zum Teil entfremdet, konnte jedoch teilweise zurückgewonnen werden. Die wohl dadurch eingetretene Krise veranlaßte den Kölner Erzbischof in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zur Reform; er setzte die Wiederherstellung der Klausur und der „vita communis“ nach den Normen der Benediktregel durch. Der Erzbischof Heinrich von Virneburg (1304-1331) verschaffte seinen vier Schwestern je eine Äbtissinenwürde, darunter Ponzetta das gleichzeitige Amt einer Äbtissin von Dietkirchen und von Vilich. Das läßt vermuten, dass Dietkirchen wie Vilich – beide nicht zufällig vom rheinischen Pfalzgrafen nach wie vor favorisiert – inzwischen den Status eines adligen Kanonissenstiftes angenommen hatten, obwohl sie sich formal immer noch der benediktinischen Observanz zugehörig erklärt hatten.
Bis 1175 übten Saffenberger Grafen die Vogtei von Dietkirchen aus, seitdem als Erben die Grafen von Sayn. Der Kanonissenkonvent zählte laut dem Eintrag des „Liber valoris“ 12 Kanonissen (13. Jahrhundert) (Engels 2006).

Weitere Entwicklung bis zur Aufhebung:
Gegründet vor 1005 (Benediktinerinnen), leben Anfang des 13. Jahrhunderts wieder unter der Ordo Sancti Benedicti-Regel, ab dem 14. Jahrhundert Privatbesitz einzelner Nonnen faßbar, 1349 offiziell Frauenstift. 1802 aufgehoben (Bönnen / Hirschmann 2006).

„Im Gebiet der heutigen Nordstadt befand sich ein Dorf, welches nach der Dietkirche (= Volkskirche) benannt war. Diese wurde um 795 erstmals erwähnt und befand sich dort, wo heute eine Wohnanlage nahe der Kreuzung von Rosental/Drususstraße steht. Diese war die erste Pfarrkirche im Bonner Raum (...).
Um 1010 entstand nahe der Kirche ein Kloster, das später in ein Stift ungewandelt wurde. Das Kloster Dietkirchen besaß das Recht Ende Juni den Johannesmarkt abzuhalten.
Im Truchsessischen Krieg brannten 1583 Kloster und Kirche nieder, wurden aber wieder aufgebaut. Im Jahre 1646 war die Klosterkirche eine dreischiffige Basilika ohne Querhaus. 1673, im Holländischen Krieg, wurde das gesamte Stift Dietkirchen zerstört, um freies Schussfeld zu haben.
Später wurde das Stift hinter die Stadtmauer verlegt. 1729 erhielt es eine neue Kirche an dem nach ihm benannten Stiftsplatz. Das Taufbecken der Dietkirche befindet sich noch heute in ihrer Nachfolgekirche, der Stiftskirche.“
(de.wikipedia.org)

„In einem kleinen Park an der Kreuzung Rosental-Drususstraße (Innenblock einer Wohnanlage) kann man die Grundmauern der Dietkirche besichtigen. Die bauliche Entwicklung der Kirche lässt sich an einem Schaubild erkennen, das an einer Hauswand an der Eingangsseite der Kirche angebracht ist.“ (www.bonn-castell.de, 2011)

Der Stifts- bzw. Klosterbezirk ist nicht zu lokalisieren, die Geometrie zeigt die erhaltenen Grundmauern der Dietkirche im Bereich Rosental / Drusustraße.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
de.wikipedia.org: Nordstadt (Bonn) (abgerufen 14.07.2011)
www.bonn-castell.de: Dietkirche (abgerufen 11.11.2014, zuvor www.bonn-castell.de/ortdet.php?visid=4, abgerufen 14.07.2011)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.

Benediktinerinnenkloster Dietkirchen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rosental / Drusustraße
Ort
Bonn - Dietkirchen
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 990 bis 1005, Ende 1802
Koordinate WGS84
50° 44′ 35,06″ N, 7° 05′ 51,79″ O / 50.74307°, 7.09772°
Koordinate UTM
32U 365786.81 5622979.59
Koordinate Gauss/Krüger
2577524.84 5623639.58

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„Benediktinerinnenkloster Dietkirchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13306-20110714-9 (Abgerufen: 24. September 2017)
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