Annakirche Düren

Pfarrkirche Sankt Anna, „Dom von Düren“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Düren
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Metzler-Orgel von 2010 in der Annakirche Düren (2012)

    Metzler-Orgel von 2010 in der Annakirche Düren (2012)

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  • Hinweistafel, Außenwand der Annakirche Düren (2012)

    Hinweistafel, Außenwand der Annakirche Düren (2012)

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  • Annaschrein in der Annakirche Düren (2012)

    Annaschrein in der Annakirche Düren (2012)

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  • Innenraum der Annakirche Düren (2012)

    Innenraum der Annakirche Düren (2012)

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  • Mauerwerk der Annakirche Düren (2012)

    Mauerwerk der Annakirche Düren (2012)

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  • Annakirche Düren (2012)

    Annakirche Düren (2012)

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  • Annakirche Düren (2012)

    Annakirche Düren (2012)

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    Annakirche in Düren

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    Annakirche in Düren (2006)

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  • Annakirche in Düren

    Annakirche in Düren

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Geschichte der Annakirche
Die Annakirche in Düren, die seit dem 1. Januar 2010 zur Pfarre St. Lukas gehört, war zunächst dem heiligen Martin geweiht, erst später weihte man sie der heiligen Anna. Bereits im Jahr 748 erwähnten Gelehrte eine Kapelle in Düren, aus der sich später die Martinskirche entwickelte.
1306 wird die Kirche im so genannten „Liber valoris“ erwähnt – das vom Kölner Erzbischof Heinrich III. von Virneburg in Auftrag gegebene Steuerverzeichnis über sämtliche Einkünfte und Ausgaben alle kirchlichen Einrichtungen in der Diözese. Ein weiträumiger Ausbau der Annakirche im gotischen Baustil erfolgte im 13./14. Jahrhundert..

Ein besonderes Ereignis der Dürener Geschichte ist die Entführung der Anna-Reliquie durch den Steinmetz Leonard aus Kornelimünster bei Aachen, der im Jahr 1501 die Überreste aus der Stiftskirche St. Stephan in Mainz über Umwege nach Düren brachte. Zuerst bewahrte man die Reliquie des St.-Anna-Haupts – das in ein Büstenreliquiar eingearbeitete handtellergrossen Stück einer menschlichen Hirnschale – im Franziskanerkloster auf, der heutigen St. Marienkirche. In der Folge kam es zu einem langen Rechtsstreit, der auf der Reichsebene für Furore sorgte, denn die Städte Mainz und Düren beanspruchten gleichermaßen den Besitz der Anna-Reliquie. Nachdem der Streit durch die Bulle des Papstes Julius II. für Düren entschieden worden war, benannte man die Martinskirche in den heutigen Namen um.
Bereits im Jahr 1510 pilgerten 20.000 Gläubige zu dem erst kürzlich entstandenen Wallfahrtsort Düren.

Als 1543 die Heere Kaiser Karls V. die Stadt massiv mit Artillerie beschossen, wurde auch die Kirche schwer beschädigt. Die Wiederaufbauarbeiten zogen sich zwei weitere Jahre hin. Auch vollzogen sich innerhalb der Kirche notwendige Veränderungen:
1545 goss man zwei neue Glocken. Der Niederländer Clais Wyndemaiker von Gangelt aus Münster richtete 1550 ein Glockenspiel ein, das 1964 durch ein neu geschaffenes Glockenspiel ersetzt wurde, welches auch heute noch täglich zu jeder Stunde über die Innenstadt ertönt. Im Zeitraum von 1555-1557 bekam die Annakirche die erste Renaissanceorgel. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der hohe Kirchturm mehrere Male durch Blitzschlag schwer beschädigt.
In den Jahrhunderten bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hatte die Annakirche unter Dürenern den Ruf eines „Doms von Düren“.

Zerstörung und Wiederaufbau
Am 16. November 1944 warf die britische Luftwaffe einen verheerenden Bombenhagel auf Düren ab, der die gesamte Stadt fast vollkommen zerstörte. Man zerstörte damit nicht nur die gotische Annakirche mit ihrem fast einhundert Meter hohen Kirchturm, sondern auch das Wallfahrtsziel und das unverkennbare Wahrzeichen St. Anna, dessen Bedeutung in den vier vergangenen Jahrhunderten groß war.

Zwischen 1954 und 1956 errichtete der Architekt Rudolf Schwarz auf den Resten der alten Kirche das nunmehr siebte Kirchengebäude, in dem bewusst alte Trümmerteile in die neue, moderne Kirche integriert wurden.

Die Grundsteinlegung für dieses Bauvorhaben erfolgte am 16. Januar 1955. Am 7. Juli 1956 weihte der Aachener Bischof Johannes Pohlschneider (1899-1981) den Neubau der Annakirche, die eines der bedeutendsten Werke der Nachkriegsmoderne in Deutschland ist. Turm und Sakristei kamen erst später hinzu. Zum Erhalt gründete man die Stiftung Annakirche Düren.
Am 21. März 2010 weihte man die neue Orgel der schweizerischen Firma Metzler ein, deren Finanzierungsvolumen rund 900.000 Euro umfasste. Die Orgel besitzt 45 Register.
Im Turm befinden sich vier Bronze-Glocken, die auf die Heiligennamen Maria, Joseph, Anna und Martin geweiht sind. Gegossen (bzw. aus vorhandenen älteren Glocken erneuert) wurden sie 1964 vom Hersteller Hausen-Mabilon aus dem Saarland. Läutemotiv ist das bekannte „Regina Caeli“.

Die Annakirche und der Kirchhof sind eingetragenes Bodendenkmal (Stadt Düren: lfd. Nr. B 144; LVR-ABR: DN 144).

(Simon Lenhart, Düren, 2011/2012)

Internet
www.dueren.de Stadtinfo: Annakirche (Abgerufen: 29.06.2011)
www.annaorgel.de (Abgerufen: 29.06.2011)
de.wikipedia.org, Annakirche Düren (Abgerufen: 29.06.2011)

Literatur

Beckmann, Eva-Maria (Red.) / Pufke, Andrea (Hrsg.) (2015)
Zwischen Stolz und Vorurteil: Nachkriegskirchen im Rheinland. Dokumentation zum 4. Rheinischen Tag für Denkmalpflege in Düren, 10. Mai 2015. (Mitteilungen aus dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 22.) S. 57-62, Pulheim. Online verfügbar: www.denkmalpflege.lvr.de, abgerufen am 22.04.2016
Gatz, Erwin (1972)
St. Anna in Düren. Mönchengladbach.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 271-274, Stuttgart.

Annakirche Düren

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 748 bis 1956
Koordinate WGS84
50° 48′ 4,62″ N, 6° 29′ 2,43″ O / 50.80128°, 6.48401°
Koordinate UTM
32U 322712.27 5630744.8
Koordinate Gauss/Krüger
2534164.99 5629651.96

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„Annakirche Düren”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12651-20110629-2 (Abgerufen: 17. Oktober 2017)
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