Jüdischer Friedhof Rosellerheide

Judenfriedhof in Rosellen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Grevenbroich , Neuss
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 07′ 35,35″ N: 6° 42′ 40,54″ O / 51,12649°N: 6,71126°O
Koordinate UTM 32.339.846,24 m: 5.666.381,59 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.549.836,29 m: 5.665.958,53 m
Die jüdische Gemeinde Rosellen seit dem frühen 19. Jahrhundert:
In Rosellen lebten Juden in nennenswerter Zahl zwischen 1790 und 1830, danach war die Entwicklung stark rückläufig. 1843 betrieb ein Jude eine Schankwirtschaft im Ort, eine Synagoge gab es nicht. Ende des 19. Jahrhunderts besuchten die jüdischen Einwohner die Synagoge in Hülchrath.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 6 (1885), 1932: –, 2006: – (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Der Begräbnisplatz wurde wahrscheinlich bis 1830 von den Juden von Norf und Rosellen genutzt; vermutlich schon nach 1830 aufgehoben (ebd.). Der Friedhof lag westlich vom Neuenbaum an der Kreisstrasse 33 (alte Parzellennummer 7, dann 686, an einem Wirtschaftsweg zwischen Neuenbaum und Hoisten.
„Die Friedhofsparzelle, die heute auf mehrere Eigentümer verteilt ist, taucht nach 1871 auf keiner Katasterkarte mehr auf. Pracht-Jörns vermutet, dass die Grabsteine versunken und die Begräbnisse noch vorhanden sind.“ (uni-heidelberg.de)
Der untergegangene Begräbnisplatz findet sich weder in den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (Tranchot/von-Müffling, 1801-1828), noch in den Blättern der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme bzw. der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) ausgewiesen. Auch die topographischen Karten TK 1936-1945 lassen keine präzisen Rückschlüsse auf die historische Lage und Ausdehnung zu (vgl. Kartenansicht).

„Der Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde Rosellen liegt direkt an der Stadtgrenze Neuss/Grevenbroich am unteren Fußpunkt des Gohrer Berges. Grabsteine sind dort nicht mehr zu finden, statt dessen erinnert ein Davidstern des Künstlers Anatol seit ein paar Jahren an die früher an dieser Stelle gelegenen Grabstätten.“ (de.wikipedia.org)

Seit 1992 befindet sich hier ein Gedenkstein in Form eines Davidsternes. Der Text auf der Inschrifttafel lautet (nach www.norf-nievenheim.de):
„Auf Initiative von Rosellener Bürgern hat der Kreis Neuss 1992 in Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Landesrabbiner auf dem Gelände des jüdischen Friedhofs von Rosellen als Gedenkstätte den Jüdischen Friedhofshain Rosellen errichtet.
Den David-Stern im Zentrum der Gedenkstätte hat der Künstler Anatol Herzfeld gestaltet. Das Grundstück stellte die Stadt Grevenbroich zur Verfügung.
Der jüdische Friedhofshain ist dem Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger gewidmet.
Die Übersetzung der Inschrift auf dem Stein lautet:
Bislang kannte ich Dich nur vom Hörensagen, nun haben Dich meine Augen gesehen. (Hiob 42, 5)“


(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland (abgerufen 29.06.2011)
de.wikipedia.org: Rosellen (Jüdischer Friedhof) (abgerufen 29.06.2011)
www.norf-nievenheim.de, Gemeindebrief der Ev. Kirchengemeinde Norf-Nievenheim: „Kaum bekannter Friedhof“ (abgerufen 29.06.2011)

Literatur

Jehle, Manfred (1998)
Die Juden und die jüdischen Gemeinden Preußens in amtlichen Enquêten des Vormärz, 4 Teile. (Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 82.) S. 478 u. 480, München.
Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 451 u. 489, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.

Jüdischer Friedhof Rosellerheide

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bruchrandweg
Ort
41470 Neuss - Rosellen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1790, Ende nach 1830

Empfohlene Zitierweise

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„Jüdischer Friedhof Rosellerheide”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12649-20110629-8 (Abgerufen: 21. November 2019)
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