Schurenbachhalde

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Kunstinstallation "Bramme für das Ruhrgebiet" auf der Schurenbachhalde in Essen (2005)

    Kunstinstallation "Bramme für das Ruhrgebiet" auf der Schurenbachhalde in Essen (2005)

    Copyright-Hinweis:
    Boldt, Kai-William / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Kai-William Boldt
    Medientyp:
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  • Schurenbachhalde in Essen (2005)

    Schurenbachhalde in Essen (2005)

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Die Schurenbachhalde in Essen war seit den 1970er Jahren bis 1986 vor allem die Zentralhalde der Zeche Zollverein – bis zu deren Schließung. Der namensgebende Schurenbach wurde verlegt. Bis 1998 nutzten dann andere Bergwerke die Funktion der Halde. Noch während der bergbaulichen Nutzung begann vor dem Hintergrund eines Projekts der Ruhrkohle AG und der Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA Emscher Park) die Umsetzung der Folgenutzung als Landmarke und für Freizeitaktivitäten.
Markanter Identifikationspunkt auf der Halde ist seit 1998 die „Bramme für das Ruhrgebiet“, die auf einer leicht ellipsoiden, vegetationsfreien Gipfelplattform thront. Das Konzept für die 15 Meter hohe und etwa 70 Tonnen schwere Skulptur stammt vom US-amerikanischen Bildhauer Richard Serra (*1939); hergestellt wurde das Monument in Frankreich, weil es im Ruhrgebiet keine Kapazitäten mehr dafür gab.

Kunst trifft Industrienatur
Während der IBA Emscher Park ist auch die Idee einer lebenswerten Umwelt im (ehemaligen) Industrieraum entstanden und konsequent im Marketing verfolgt worden (Route der Industrienatur). Der Begriff „Industrienatur“ steht für die ökologische Erneuerung der Region und umschreibt eine Entwicklung von Flora und Fauna, die sich bei hoher Sukzessionstoleranz und reduzierten Eingriffen vollzieht. Klassische Räume dafür sind Industrieanlagen (Prinzip der verfallenden Ruine) oder Halden. Die Umsetzung reicht vom Erhalt spezifischer Brachestadien bis zum Postindustriewald. Renaturierung oder Aufforstung verlaufen bzw. verliefen häufig parallel, wenn man das gesamte Landschaftsumfeld betrachtet.
Das Leben zwischen Schlacke und Schotter ist für Pflanzen und Tiere eine extreme Herausforderung, weil die Ausgangssubstrate anspruchsvolle urbane Varianten sind – vom Bergematerial über die Deponie bis zum Rohboden. Das Resultat: Ökosysteme, die sich vom vorindustriellen Status Quo massiv unterscheiden, aber durch ihre Einzigartigkeit auch Nischen darstellen und die Diversifizierung der Landschaft erhöhen (Boldt / Gelhar 2008, siehe Foto).
Blickt man über den Tellerrand, erkennt man einen besonderen Sense of Place, der über die atmosphärische Spannung von Natur und Industriekultur ein Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebiets ist – unter anderem für den Tourismus und als Anker für die einheimische Bevölkerung.

(Kai-William Boldt, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. / LVR-Fachbereich Landschaftliche Kulturpflege, 2015)

Internet
www.route-industriekultur.de: Schurenbachhalde (abgerufen am 04.05.2015)
www.ruhrgebiet-regionalkunde.de: Route der Industrienatur (abgerufen am 04.05.2015)

Literatur

Boldt, Kai-William; Gelhar, Martina (2008)
Das Ruhrgebiet - Landschaft, Industrie, Kultur. Darmstadt.
Günter, Roland (2000)
Im Tal der Könige - Ein Reisebuch zu Emscher, Rhein und Ruhr. Essen.

Schurenbachhalde

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1960 bis 1975
Koordinate WGS84
51° 30′ 46,84″ N, 7° 01′ 10,34″ O / 51.51301°, 7.01954°
Koordinate UTM
32U 362576.13 5708735.71
Koordinate Gauss/Krüger
2570819.36 5709213.56

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„Schurenbachhalde”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-124289-20150504-3 (Abgerufen: 22. August 2018)
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