Alter Jüdischer Friedhof in der Lazarettstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Straßenkreuzung Lazarettstraße / Hoffnungsstraße im Bereich des früheren Standorts des alten Jüdischen Friedhofs in Essen (2011).

    Straßenkreuzung Lazarettstraße / Hoffnungsstraße im Bereich des früheren Standorts des alten Jüdischen Friedhofs in Essen (2011).

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Schon im Mittelalter lebten Juden in Essen, erst im 19. und vor allem im frühen 20. Jahrhundert wuchs die jüdische Bevölkerung erheblich an (nähere Angaben zur Gemeinde siehe unter Alte Synagoge Essen).

Erstmals ist ein Jüdischer Friedhof im 17. Jahrhundert belegt. Zwei Friedhöfe sind noch vorhanden, der auf dem Parkfriedhof in Huttrop wird heute noch benutzt.
Der Jüdische Friedhof in der Lazarettstraße (ehemals Hoffnungsstraße) wurde von 1837 bis 1923 belegt.
Auf dem Friedhof wurde 1888 der deutsch-jüdische Arzt und Ratsherr der Stadt Essen Moses Hirschland (1810-1888) beigesetzt, oblgeich die Familie ab 1885 in der bis heute bestehenden Familiengruft Hirschland auf dem Essener Judenfriedhof Segeroth bestattete. Auf die bis zur NS-Zeit bedeutende Familie geht auch das Bankhaus Simon Hirschland zurück.

Grabsteine sind hier keine erhalten; etwa 36 Grabsteine wurden während des Zweiten Weltkriegs auf den jüdischen Friedhof auf dem Parkfriedhof in Huttrop überführt, wo sie heute noch gesondert aufgestellt sind.
„1941 sollte auf dem Grundstück des jüdischen Friedhofs ein Luftschutzbau errichtet werden. Infolge dessen sind etwa 3-5 Begräbnisse und etwa 36 Grabsteine auf den Friedhof Essen (Parkfriedhof) überführt worden. Um 1973/74 wurde das ehemalige Friedhofsgelände mit einem Altenheim der Heilsarmee überbaut.“ (www.uni-heidelberg.de)

Ein Gedenkstein an der Lazarettstraße Nr. 12 erinnert an den untergegangenen jüdischen Friedhof, seine Inschrift lautet: „Zur Erinnerung an den ehemaligen jüdischen Friedhof Lazarettstraße“ (www.hagalil.com).

Die Lage des ehemaligen Begräbnisplatzes ist vor Ort nicht mehr ersichtlich. Die hiesige Geometrie folgt der historischen Karte der Preußischen Neuaufnahme (erarbeitet 1891-1912), die ihn – wenn auch nicht mit letzter Sicherheit – in einer Parzelle erkennen lässt, die heute von der Eugen-Sulz-Straße gequert wird (vgl. unter der entsprechenden Kartenansicht).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2016)

Internet
www.uni-heidelberg.de: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Essen, Lazarettstraße (abgerufen 15.06.2011 und 22.11.2016)
www.hagalil.com: Mitzwa-Tag in Essen (abgerufen 22.11.2016)

Literatur

Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 105-118, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 39, Bonn.

Alter Jüdischer Friedhof in der Lazarettstraße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Lazarettstraße
Ort
45127 Essen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1837, Ende 1973 bis 1974
Koordinate WGS84
51° 27′ 14,29″ N, 7° 00′ 22,43″ O / 51.45397°, 7.00623°
Koordinate UTM
32U 361473.83 5702195.25
Koordinate Gauss/Krüger
2569985.76 5702631.99

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„Alter Jüdischer Friedhof in der Lazarettstraße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12276-20110615-28 (Abgerufen: 20. Oktober 2017)
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