Burg Kreuzberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Altenahr
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Die Burg Kreuzberg ist eine Höhenburg im rheinland-pfälzischen Altenahr, im Landkreis Ahrweiler. Die Burg wurde 1343 von Ritter Cuno von Vischenich erbaut, welcher sich die Baugenehmigung vom damaligen Kölner Erzbischof Walram von Jülich (1304–1349), der 1332 bis zum seinem Tod als Erzbischof amtiert, einholen musste, welcher seinerseits Herr auf der benachbarten Burg Are war. Die Burg wurde während der Besatzungszeit der Franzosen um 1686 zerstört. Die heutige Burg wurde an der gleichen Stelle um 1760 neu errichtet. Sie befindet sich seit 1820 im Privatbesitz der Freiherrenfamilie von Boeselager und ist seitdem nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Heutiger Grundriss
Die heutige Burganlage hat eine polygonale Form, so dass die Burganlage mit ihrem steil aufragenden und runden Burgfried an den Typus einer Frontturmburg erinnert. Lediglich Teile des Burgfrieds und auch Reste der Ringmauer sind noch Überbleibsel der ersten Burganlage. Die Nordseite der heutigen Ringmauer wird fast ausschließlich von der zweigeschossigen Wohnanlage gebildet. Südlich des Burgfrieds befindet sich das Mauertor, von dem westlich abfallend die Zufahrtsrampe verläuft. Am südlichen Ende der Zufahrtsrampe befindet sich ein Schalenturm.

Geschichte: 14. Jahrhundert – Zerstörung 1686
Die Burg hat eine lange und abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Nachdem Ritter Cuno von Vischenich die Burg 1343 auf einem kleinen Felskegel oberhalb der Ahr errichtete, starb dieser drei Jahre später, 1346, kinderlos, so dass die Burg in den Besitz seiner Witwe Guda überging. Anschließend heiratete sie mit Konrad von Schnöneck ihren zweiten Mann, welcher fortan Burgherr von Kreuzberg war.

Doch bereits im 15. Jahrhundert wechselten die Besitzverhältnisse ein weiteres Mal. Mit Nikolaus von Ahr und Johann von Bachem hatte die Burg erstmals zwei Besitzer und diente fortan als Ganerbenburg, die von zwei Familien zeitgleich bewohnt und verwaltet wurde. Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer der jeweiligen Burghälften sehr häufig, so dass bis ins Jahr 1659 insgesamt acht Familien die Burg zeitweise bewohnten. 1659 schaffte es dann Johann Arnold Quadt von Wickrath beide Burghälften zu erwerben. So erlangte er eine Hälfte der Burg über die Erbschaft seiner Frau Anna von Flodorf und die andere Hälfte kaufte er Hugo Ernst von der Leyen für die stolze Summe von 4.444 Reichstalern ab. Jedoch endete auch seine Regentschaft auf der Burg relativ zeitig, da die Franzosen im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges Altenahr besetzten und 1686 die Burg fast vollständig zerstörten.

Geschichte: 18. Jahrhundert - heute
1699 gelangte die stark zerstörte Burg in den Besitz des kurkölnischen Amtmann von Brühl, Freiherr Wilhelm Wierich Dietrich von Bernsau zu Schweinheim, welcher seinerseits 1709 ohne männliche Nachkommen verstarb. Das Erzbistum Köln entschloss sich, der Witwe den Besitz zu entziehen, da es das Mannslehen als beendet betrachtete. Die Witwe klagte jedoch gegen die Entscheidung und bekam im Zuge einer Gerichtsverhandlung vor dem Reichskammergericht die Burg letztendlich zugesprochen. Über die älteste Tochter, Maria Anna, gelangte die Burg in den Besitz ihres Ehemanns Graf Carl Martin Ferdinand von Satzenhofen. Das Ehepaar spielt eine bedeutsame Rolle in der Geschichte der Burg, die sie 1760 neu errichtete. So waren die Erneuerung des Bergfrieds und die Errichtung der heutigen Wohnanlage von zentraler Bedeutung.

Auf Grund von finanziellen Nöten musste die Tochter des Ehepaares die Burgherrschaft 1780 aufgeben. Für 13.900 Reichstaler erwarb Graf Caspar Anton von der Heyden, genannt Belderbusch (1722–1784), die Burg und führte einige Renovierungsarbeiten durch. So zeigte er sich nicht nur für eine neue Bedachung des Bergfrieds verantwortlich, sondern auch für die spätbarocke Burgkapelle, die sich am Fuße des Berges befindet. Die Tochter des Grafen war mit einem Freiherrn von Boeselager verheiratet, so dass sich die Burg seit 1820 im Familienbesitz der von Boeselager befindet. Diese nutzten das Schloss vornehmlich als Jagdschloss. Auf Grund der fortwährenden stabilen Besitzverhältnisse veränderte sich nicht allzu viel auf der Burganlage. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Kellerräume der Burg den Einwohnern der umliegenden Region als Schutzbunker zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise überstand die Burg den Krieg unbeschadet. 1949 übernahm der Freiheitskämpfer Philipp Freiherr von Boeselager (1917-2008) die Burg. Er war entscheidend an dem am 20. Juli 1944 verübten Attentat auf Adolf Hitler beteiligt und ist bis heute der einzige Ehrenbürger des Kreises Ahrweiler. Er veranlasste 1951 auch den Bau eines Verbindungstraktes zwischen dem Wohnbau und dem Bergfried der Burganlage. Anschließend wurde der Bergfried saniert und zu Wohnzwecken umgestaltet. 1982 erfolgte eine Neuverputzung des Turmäußeren, was leider dazu führte, dass man eine genaue Datierung des Bergfriedes nicht mehr vornehmen kann. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass Überreste des 1668 zerstörten Bergfrieds als Fundament für den 1780 neu gebauten Bergfrieds dienten.

2012 begannen extensive Reparaturarbeiten am Dach der Wohnanlage. Im Zusammenarbeit mit dem Bund und dem Landesamt für Denkmalschutz Rheinland-Pfalz wurde nicht nur das Dach in altdeutscher Weise neu gedeckt, sondern auch der Burgfried mit einer neuen Schieferdeckung ausgestattet. Die Reparaturkosten bewegten sich im hohen sechsstelligen Bereich, wobei Fördergelder im Wert von 120.000 Euro vom Bund und Land bewilligt wurden.

Die Gemarkung „Burg Kreuzberg, Burgstraße 12, auf einem steil zur Ahr hin abfallenden Felsen (Denkmalzone)“ ist als Baudenkmal ausgewiesen (Denkmalverzeichnis Kreis Ahrweiler 2015, S.5).

(Patrick Drexler, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
www.general-anzeiger-bonn.de: Dachsanierung: Burg Kreuzberg (abgerufen 13.03.2015)
de.wikipedia.org: Walram von Jülich (abgerufen 19.03.2015)
de.wikipedia.org: Caspar Anton von Belderbusch (abgerufen 19.03.2015)
de.wikipedia.org: Philipp Freiherr von Boeselager (abgerufen 19.03.2015)

Literatur

Busche Weintour (Hrsg.) (2011)
Ahr und Mittelrhein: Ein Weinreiseführer für Genießer. Dortmund.
Gasterland, Achim (2013)
Die Mittelahr entdecken: Natur & Kultur Wandern & Wein Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen. Köln.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Ahrweiler (Denkmalverzeichnis Kreis Ahrweiler, 05. März 2015). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Ahrweiler.pdf, abgerufen am 19.03.2012
Kettenbach, Vera (2010)
Das Ahrtal: Von Bad Bodendorf bis Altenahr. Düsseldorf.
Kremer, Bruno P. (1996)
Die Ahr: Erleben und Geniessen. Köln.
Losse, Michael (2003)
Hohe Eifel und Ahrtal, 57 Burgen und Schlösser. (Theiss Burgenführer.) Stuttgart.
Otzen, Barbara / Otzen, Hans (2010)
Die Ahr. Landschaft, Wein, Geschichte, Kultur. Bonn.
Pippke, Walter / Leinberger, Ida (2009)
Die Eifel: Geschichte und Kultur des alten Vulkanlandes zwischen Aachen und Trier (6. akt. Aufl.). (DuMont Kunst-Reiseführer.) Ostfildern.
Rausch, Jakob (1959)
Schloss und Herrlichkeit Kreuzberg. (Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler.) Ahrweiler.

Burg Kreuzberg

Schlagwörter
Ort
Altenahr - Kreuzberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1343
Koordinate WGS84
50° 30′ 34,26″ N, 6° 58′ 30,1″ O / 50.50952°, 6.97503°
Koordinate UTM
32U 356421.31 5597242.01
Koordinate Gauss/Krüger
2569206.93 5597538.19

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„Burg Kreuzberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117910-20150313-2 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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