Barockschloss Bitburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bitburg
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Der zentrale Bau des Barockschlosses Bitburg (2015)

    Der zentrale Bau des Barockschlosses Bitburg (2015)

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  • Eingangsportal zum Barockschloss Bitburg (2015)

    Eingangsportal zum Barockschloss Bitburg (2015)

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  • Ausschnitt aus der Karte "Trevirensis Episcopatus Exactissimo Descriptio" ("Exakte Beschreibung des Bistums Trier" von Jan van Schilde, Antwerpen 1578) im Bereich der Eifelflüsse Sauer, Kyll, Salm und Lieser.

    Ausschnitt aus der Karte "Trevirensis Episcopatus Exactissimo Descriptio" ("Exakte Beschreibung des Bistums Trier" von Jan van Schilde, Antwerpen 1578) im Bereich der Eifelflüsse Sauer, Kyll, Salm und Lieser.

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    Schilde; Jan van; Knöchel; Franz-Josef
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In der Kölner Straße im Norden der Stadt Bitburg steht ein Barockschlösschen, das um 1750 erbaut wurde. Zuvor befand sich dort eine mittelalterliche Burg, die bereits 1370 erwähnt wurde und von einem Wassergraben umgeben war. Sie war das landesherrliche Lehen einer Bitburger Adelsfamilie. 1471 brannte die Burg ab, wechselte seither häufig den Besitzer und wurde erneuert und umgebaut. Nachdem die Burg jedoch im 17. Jahrhundert von französischen Truppen verwüstet wurde, entschloss man sich, diese abzureißen und an gleicher Stelle ein Barockschlösschen zu errichten.

Der Umbau von der Burg zum Schlösschen
Im 18. Jahrhundert begann die Familie Blochhausen den Neubau eines herrschaftlichen Hauses, dessen Bau der Echternacher Abteiarchitektur ähnelt. Die ehemalige Burg wurde zu einem schmucken Barockschlösschen umgebaut und zeigt sich seitdem als rechteckiges zweigeschossiges Gebäude, das mit neun Achsen und zwei vorspringenden seitlichen Flügeln versehen ist. Von außen wurden die hell verputzten Flächen mit rötlich gefassten architektonischen Gliederungselementen verziert.
Das Schloss ist sowohl mit einem Vorgarten als auch mit einem Herrschaftsgarten nach hinten versehen. Durch ein schmiedeisernes Tor gelangt man in den Vorgarten mit Blick auf die Vorderfront des Schlosses. Früher wurde die linke Seite des Hauptgebäudes als Küchenflügel und die rechte Seite als Kapellenflügel genutzt. Bis heute ist ein kleiner Glockenturm mit Glocke mittig auf dem Dach zu finden. An der Rückseite des Schlosses befand sich ein üppig angelegter Herrschaftsgarten, der etwa 2 Hektar groß war. Dort wurde Obst und Gemüse angebaut, viele Blumenbeete wurden dort angelegt und sogar eine so genannte „Lourdesgrotte“ (eine Nachbildung der bekannten Grotte von Lourdes in Südfrankreich) war Teil des Gartens.

Spätere Umnutzungen: Waisenhaus, NS-Aktenlager und Schulen
Am 30. Januar 1840 verstarb der seinerzeitige Besitzer der Anlage, der Freiherr Clemens Wenzeslaus von der Heyden, der in seinem 1836 verfassten Testament verfügt hatte, dass das Schlösschen zukünftig für die Förderung der Jugend und der Armen genutzt werden sollte:
„(…) Alles Übrige, was unvermacht bleibt, soll durch gefällige Vermittlung des Herrn Kreis-Landrats und Herrn Kreis-Dechanten entweder zur Erquickung bedrängter Armen oder zur Anstalt und Nutzen der Jugenderziehung verwendet und von mir vermacht sein; welchen beiden Vorgesetzten die besten Ratschlüsse überlassen werden.“ (martin-schule.de, Geschichte)
In der Folge wurde im Schlossgebäude ein Waisenhau (später „Kreiswaisenhaus“) eingerichtet, das bis 1936 von den „Schwestern vom Armen Kinde Jesu“ geführt wurde.
„Von 1936 bis 1945 nutzte die NSDAP das Schloss, um ihre Unterlagen über Bitburger Bürger zu lagern. Kurz vor Ende des Krieges sprengte sie den rechten Flügel des Gebäudes, um die brisanten Akten zu vernichten.“ (www.martin-schule.de, Geschichte)

Erst lange nach der Sprengung erfolgte der Wiederaufbau in den Jahren 1957-1959 und die Gebäude wurden nachfolgend durch die Landwirtschaftliche Berufsschule des Kreises Bitburg, die Ländliche Haushaltungsschule und das Kreisheimatmuseum genutzt.

Seit ihrer Gründung am 01.09.1969 ist die St. Martin-Schule für geistig und körperlich Behinderte im Bitburger Schlösschen untergebracht.
Heute befindet sich in den früheren Gärten eine Parkanlage für die das Schloss umgebende Wohnsiedlung „Im Brühl“.

(Cali Burton, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
www.martin-schule.de: St. Martin-Schule in Bitburg (abgerufen 17.03.2015)
www.martin-schule.de: St. Martin-Schule, Geschichte (abgerufen 17.03.2015)

Literatur

Altmann, Bernd / Caspary, Hans / Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen vom Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.) (1997)
Kreis Bitburg-Prüm, Stadt Bitburg, Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Irrel. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 9.2.) Speyer.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Eifelkreis Bitburg-Prüm (Denkmälerverzeichnis Eifelkreis Bitburg-Prüm, 17. September 2014). S. 10, Mainz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Bitburg-Pruem.pdf, abgerufen am 17.03.2015
Landkreis Bitburg Prüm / Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. (Hrsg.) (1983)
Historische Stiftung im Dienst Behinderter. Trier.
Niedwodniczanska, Marie Luise / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (1993)
Stadt Bitburg in der Eifel. (Rheinische Kunststätten, Heft 392.) Neuss.

Barockschloss Bitburg

Schlagwörter
Ort
54634 Bitburg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1370
Koordinate WGS84
49° 58′ 40,8″ N, 6° 31′ 30,53″ O / 49.978°, 6.52515°
Koordinate UTM
32U 322563.06 5539120.21
Koordinate Gauss/Krüger
2537712.18 5538093.98

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„Barockschloss Bitburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117873-20150312-2 (Abgerufen: 16. August 2018)
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