Karlschule

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Frontansicht der Karlschule in Bonn (2014)

    Frontansicht der Karlschule in Bonn (2014)

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  • Karlschule in Bonn (2014)

    Karlschule in Bonn (2014)

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  • Vorderfront und Haupteingang zur Karlschule in Bonn (2014)

    Vorderfront und Haupteingang zur Karlschule in Bonn (2014)

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Als das Rheinland auf dem Wiener Kongress preußisch wurde, hielt auch das evangelische Leben im Rheinland und in Bonn Einzug. Einer ersten Gemeinde wurde die Schlosskirche zur Verfügung gestellt (und später die Kreuzkirche, da die Schlosskirche für die stetig wachsende Gemeinde mit der Zeit zu klein wurde). Ebenfalls erfolgte die Gründung einer eigenen evangelischen Schule, denn der Unterricht war in dieser Zeit noch streng nach Konfessionen getrennt. Die erste evangelische Volksschule trug den Namen „Am Kleinhöfchen“ und befand sich am heutigen Martinsplatz. Ebenso wie das Kirchengebäude wurde auch das Schulgebäude mit steigendem Anteil der protestantischen Bevölkerung zu klein, so dass im Jahre 1909 aus dieser ersten evangelischen Schule die heutige Karlschule hervorging.
(weitere Informationen zur preußischen Schulreform am Koblenzer Eichendorff-Gymnasium.)

Die Karlschule zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Der Umzug an den heutigen Standort erfolgte am 16.09.1909. Benannt wurde die Schule nach Karl dem Großen. Offensichtlich handelte es sich um eine zweckmäßige, aber gut ausgestattete Einrichtung. So schreibt ein Chronist der damaligen Zeit:

„Es entstand ein Schulpalast, der wohl das modernste und zweckmäßigste darstellte, was man sich unter einer Schule denken kann. Helle, luftige, wohlverteilte Schulsäle, eine Kochschule für Mädchen, zweckmäßige Brausebäder, eine schöne Turnhalle, ein großer Zeichensaal, der auch als Aula dienen kann, das alles sind Vorzüge, die man in dieser Harmonie vereint wohl kaum in einer Schule findet.“ (Harling, 2001)

Selbstverständlich litt auch die Karlschule unter den Wirren zweier Weltkriege. Im Ersten Weltkrieg mussten die Schülerinnen Kopfschützer, Leibbinden, Kniewärmer, Strümpfe und Wolljacken für die Soldaten herstellen, die eigentlichen Unterrichtsinhalte besaßen nicht mehr die höchste Priorität. Die Jungen sammelten Metalle, Lumpen, Flaschen, Papier, Gummi und Lederabfälle und suchten im Wald nach Bucheckern, Eicheln und Kastanien. Die größeren Jungen halfen bei der Ernte und mieteten Kartoffeln ein (karlschule-bonn.de, 2014). Nach Ende des Krieges beschlagnahmten erst Engländer, dann Franzosen das Schulgebäude.
Nachdem bereits 1910 auch eine katholische Klasse eingerichtet wurde, erfolgte die Trennung der Klassen unter dem Einfluss der NS-Diktatur ab 1939 nicht mehr nach Konfessionen, sondern nach Geschlechtern. Viele der Mädchen und Jungen waren Mitglieder in den nationalsozialistischen Jugendorganisationen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Schulgebäude im Jahre 1943 Schäden bei der Bombardierung der Stadt. Der Unterricht musste in eine andere Schule verlegt werden. Bereits ab 1945 wurde der Unterricht in der Dorotheenstraße wieder aufgenommen. Zunächst erfolgte der Unterricht allerdings nur im Schichtbetrieb. Dieser wurde fortgesetzt, als zusätzlich die Pädagogische Akademie das Gebäude mit nutzte. Zu dieser Zeit musste die Akademie ihre Räumlichkeiten für den deutschen Bundestag zur Verfügung stellen, da dieser mit der Ernennung Bonns zur Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland von nun an in Bonn tagte.

Die jüngere Geschichte der Karlschule
Das Bundesland NRW schaffte die Schulform der Volksschule im Jahre 1968 ab. Die Karlschule wurde in eine jeweils selbstständige Haupt- und Grundschule unterteilt. Die Hauptschule erhielt den Namen „Kaiser-Karl Schule“, die Grundschule hieß ab 1973 „Gemeinschaftsgrundschule Kopernikus“. Im Mai 1995 erhielt die heutige Grundschule den Namen „Karlschule“ zurück, nachdem die Hauptschule mit der Nordschule zusammen zur Hauptschule „Am Römerkastell“ fusionierte. Die Karlschule in Bonn ist eine der ältesten Volks- und Grundschulen Deutschlands.

Das Objekt „Karlschule“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 68097 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 3878).

(Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Internet
www.karlschule-bonn.de: Historie der Einrichtung auf der schuleigenen Internetseite (abgerufen: 06.10.2014)

Literatur

Harling, Sabine (2001)
Schulen in der Bonner Nordstadt: Nordschule - Marienschule - Karlschule. In: Bonner Geschichtswerkstatt, Bonn. Online verfügbar: http://www.bonner-geschichtswerkstatt.de/index.php/projekte/nordstadt/53-schulen-in-der-bonner-nordstadt, abgerufen am 06.10.2014

Karlschule

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1909
Koordinate WGS84
50° 44′ 29,83″ N, 7° 05′ 14,61″ O / 50.74162°, 7.08739°
Koordinate UTM
32U 365054.01 5622836.95
Koordinate Gauss/Krüger
2576798.24 5623467.3

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„Karlschule”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-104881-20141006-2 (Abgerufen: 17. November 2018)
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