Höckerlinien des Westwalls und Gedenkstein zur Ardennenoffensive am Hollerather Knie

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Hellenthal
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Nordwesten (2014)

    Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Nordwesten (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Höckerlinie im Wald direkt am Parkplatz Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Höckerlinie im Wald direkt am Parkplatz Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • 2014 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Westwallanlagen in Hellenthal-Hollerath (PDF-Datei)

    2014 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Westwallanlagen in Hellenthal-Hollerath (PDF-Datei)

    Copyright-Hinweis:
    LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Medientyp:
    Dokument
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Gedenkstein der Ardennenoffensive am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Gedenkstein der Ardennenoffensive am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Relikte eines Panzergrabens im Wald am Gedenkstein zur Ardennenoffensive am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Relikte eines Panzergrabens im Wald am Gedenkstein zur Ardennenoffensive am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Norden. Im Hintergrund vor dem Wald ein mit Erde bedeckter Bunker (2014)

    Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Norden. Im Hintergrund vor dem Wald ein mit Erde bedeckter Bunker (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Nordwesten (2014)

    Höckerlinie am Hollerather Knie in Hellenthal, Blick nach Nordwesten (2014)

    Copyright-Hinweis:
    White-Rahneberg, Karin / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Karin White-Rahneberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Relikte des Zweiten Weltkrieges am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Relikte des Zweiten Weltkrieges am Hollerather Knie in Hellenthal (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Fink, Joachim C. / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Joachim C. Fink
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Am Hollerather Knie verlaufen über die Höhe Panzersperren der zum Westwall gehörenden „Vorstellung Aachen“. Rückwärtig finden sich zahlreiche gesprengte und übererdete Bunker. Im Wald zeugen Feldstellungen und ein Panzergraben von den Kriegsereignissen im Herbst und Winter 1944/45.
Die Ardennenoffensive war der letzte groß angelegte Versuch Nazi-Deutschlands, den westalliierten Militärs eine kriegswendende Niederlage zuzufügen. Ihren Ausgang nahm diese auf allen Seiten sehr verlustreiche Militäroperation am Westwall zwischen Monschau und Echternach am frühen Morgen des 16. Dezembers 1944. Ende Januar 1945 war durch die amerikanische Gegenoffensive der ursprüngliche Frontverlauf wieder hergestellt.

Der Westwall
Nach dem Ersten Weltkrieg bauten viele Staaten in Europa aufwändige Grenzbefestigungen. Man glaubte, durch die abschreckende Wirkung dieser modernen Verteidigungsanlagen Konflikte in Zukunft verhindern zu können. Der Ausbau an der deutschen Westgrenze erfolgte ab 1936 in mehreren Phasen. Von den Nationalsozialisten als „Schutz- oder Friedenswall im Westen“ propagiert, war der 630 Kilometer lange Westwall zwischen Kleve und Basel jedoch Teil der Kriegsvorbereitungen des Deutschen Reichs. Zu den heute noch sichtbaren Überresten zählen vor allem Panzersperren (Höckerlinien) und Bunker.

Die Ardennenoffensive
Ziel der unter größter Geheimhaltung geplanten Ardennenoffensive war die Rückeroberung des Hafens von Antwerpen, um den alliierten Nachschub zu unterbrechen. Zugleich sollte ein „Keil zwischen die britischen und amerikanischen Truppen im Raum Aachen und Maastricht getrieben werden“, um dann die nördlich des Vorstoßes befindlichen Briten einzuschließen und zu vernichten. Der Angriffszeitpunkt wurde in eine winterliche Schlechtwetterphase gelegt, die die überlegenen alliierten Luftstreitkräfte am Eingreifen hinderte. Bis Weihnachten rückte die Wehrmacht bis auf neun Kilometer an die Maas vor, wurde jedoch von den Alliierten bis zum Jahreswechsel 1944/45 zum Rückzug gezwungen. Ende Januar hatten die Amerikaner die Ausgangslage vom 16. Dezember wieder hergestellt.

Im Zuge der Ardennenoffensive ab 16. Dezember griff bei Hollerath die 277. Volksgrenadierdivision nach Westen an. Auf ihrem Rückzug im Januar lagen die Westwallbunker unter tiefem Schnee, waren mittlerweile ausgeplündert und ohne Waffen und Munition. Anfang Februar mit dem Nachrücken der 1. US-Infanteriedivision und der 82. Luftlandedivision herrschte ein völliges Durcheinander: Niemand wusste, wer in welchem Bunker saß! Die Sechsschartenkuppeln am Hollerather Knie wurden von den Amerikanern mit Phosphorgranaten beschossen. Einzelne deutsche Bunkerbesatzungen stellten sich, andere ließen sich einschließen und brachen dann aus. Am 4. Februar besetzte das US-Infanterieregiment 26 der 1. US-Infanteriedivision Hollerath.

Relikte bei Hollerath
Im Wald bei Hollerath zeugen zahlreiche Reste von Feldstellungen von den Kriegsereignissen im Herbst und Winter 1944/45. Ein Panzergraben liegt vor der vierzügigen Panzersperre südwestlich des Parkplatzes; er wurde ab 5. September von Hitlerjungen aus Bad Münstereifel ausgehoben, aber nie fertiggestellt.

Ein Rundgang beginnend am Südende des Parkplatzes Hollerather Knie erschließt die hier noch sichtbaren Westwallrelikte. Zunächst trifft man auf eine teilweise vom Weg überlagerte vierzügige Panzersperre von 1938, auf die eine stärker ausgebaute fünfzügige Panzersperre von 1939 stößt. Der Rundweg kreuzt letztere im Norden: Von hier aus hat man einen guten Blick auf das heute mit Ginster zugewachsene Hindernis und gesprengte und übererdete Bunker unterschiedlicher Typen.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2014)

Die Höckerlinie ist eingetragenes Bodendenkmal (LVR-ABR EU 196). Die Höckerlinie war Station der Archäologietour Nordeifel 2014 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

Internet
de.wikipedia.org: Ardennenoffensive (Abgerufen: 4.9.2014)

Literatur

Groß, Manfred (1982)
Der Westwall zwischen Niederrhein und Schnee-Eifel. Köln.
Groß, Manfred; Rohe, Horst; Rolf, Rudi; Wegener, Wolfgang (1998)
Der Westwall. Vom Denkmalwert des Unerfreulichen (2. Auflage). (Führer zu archäologischen Denkmälern des Rheinlandes 2.) Köln, Bonn.
Hoppe, Wiebke / Wegener, Wolfgang (2014)
Archäologische Kriegsrelikte im Rheinland. (Führer zu archäologischen Denkmälern im Rheinland 5.) S. 246-248, Essen.

Höckerlinien des Westwalls und Gedenkstein zur Ardennenoffensive am Hollerather Knie

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1938 bis 1945
Koordinate WGS84
50° 27′ 32,39″ N, 6° 22′ 27,05″ O / 50.459°, 6.37418°
Koordinate UTM
32U 313625.3 5592960.55
Koordinate Gauss/Krüger
2526615.1 5591531.01

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Höckerlinien des Westwalls und Gedenkstein zur Ardennenoffensive am Hollerather Knie”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101314-20140826-2 (Abgerufen: 18. August 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang