Mausoleum Carstanjen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das "Mausoleum Carstanjen" nahe des Rheinufers in Plittersdorf, Ortsteil von Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg (2016).

    Das "Mausoleum Carstanjen" nahe des Rheinufers in Plittersdorf, Ortsteil von Bonn im Stadtbezirk Bad Godesberg (2016).

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    Knieps, Elmar / Landschaftsverband Rheinland
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    Elmar Knieps
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Inmitten einer Parkanlage am Rheinufer von Plittersdorf, einem Ortesteil von Bonn-Bad Godesberg, liegt der Kuppelbau des Mausoleums (1895/96) der rheinischen Unternehmerfamilie Carstanjen. Der Bankier Adolf von Carstanjen (1825-1900) hatte das ansehnliche Bauwerk in der Nähe seines „Schlosses“ als Grabstätte für sich und seine Angehörigen errichten lassen. Dieses Haus Carstanjen liegt nur wenige Geminuten stromabwärts und entstand etwa zur gleichzen Zeit wie das Mausoleum. Unter Einbeziehung eines älteren Landhauses entstand hier ein historisierendes Gebäude, das mit seinen Türmen als schlossartig empfunden wird, wie die volkstümliche Bezeichnung verrät. Das Gelände war von Carstanjen im gleichen Jahr erwoben worden, als ihn der König in den Adelsstand erhob (1881). Als Schiffseigner, Zuckerfabrikant und an der Börse hatte er ein gewaltiges Vermögen erworben.

Das Anwesen hat eine beachtliche Vorgeschichte. Jahrhunderte lang war hier die Zisterzienserabtei Heisterbach begütert. Nach der Säkularisation gelangte ein Teil daraus in den Besitz des Kölner Bankiers Abraham Schaafhausen. Zuletzt wohnte hier Sibylle Mertens-Schaafhausen (1797-1857), deren Salon bekannte Dichterinnen wie Annette von Droste-Hülshoff, Johanne und Adele Schopenhauer oder Ottilie von Goethe als Gäste besuchten. Erbstreitigkeiten zwangen Sibylle Mertens-Schaafhausen schließlich zum Verkauf ihres Auerhofes an Carstanjen.

Der Eindruck drängt sich auf, dass in Sichtweite der schlossartigen Unternehmerresidenz die Vergänglichkeit baulich bezwungen werden soll. Die monumentale Grabstätte inmitten der gefälligen Grünanlage wirkt trotz der Vergänglickeit, der sie gewidmet ist, sehr dauerhaft. Über eine zweiteilige Freitreppe gelangt der Besucher in eine Säulenhalle. Zwischen architektonischem Zierrat erscheinen Profilbüsten des Stifterehepaares Graf Adolf von Carstanjen (1825-1900) und Adele geb. vom Rath (1905). Die Inschrift auf der gewaltigen Bodenplatte mahnt: „Denkt mit Liebe an uns.“ Zwei Säulenträgerinnen flankieren den Zugang zur Krypta. Das Bronzetor trägt Wappenschmuck und die Aufschrift: „Sie ruhen in Frieden, wir folgen nach.“ Im Kuppelsaal sind inzwischen auch öffentliche Beisetzungen möglich.

(Hermann Josef Roth, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015 (Jahreskalender 2015, 44. Jahrgang). Köln.

Mausoleum Carstanjen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Auerhofstraße
Ort
53175 Bonn - Plittersdorf
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1895 bis 1896
Koordinate WGS84
50° 42′ 5,43″ N, 7° 09′ 56,23″ O / 50.70151°, 7.16562°
Koordinate UTM
32U 370462.42 5618237.41
Koordinate Gauss/Krüger
2582390.07 5619089.63

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„Mausoleum Carstanjen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101002-20140825-2 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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