Römische Befestigung bei Euskirchen-Flamersheim

Burgus Flamersheim, Burgus „Alte Burg“

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Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Euskirchen
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 37′ 7,44″ N: 6° 53′ 28,51″ O 50,61873°N: 6,89125°O
Koordinate UTM 32.350.827,23 m: 5.609.550,28 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.563.118,57 m: 5.609.612,38 m
  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus (2026). Fotodokumentation der Südwestecke des Walls aus dem Graben heraus, Blick Richtung Nordost

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus (2026). Fotodokumentation der Südwestecke des Walls aus dem Graben heraus, Blick Richtung Nordost

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus (2023). Störungen durch tiefe Fahrspuren eines Schleppers

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus (2023). Störungen durch tiefe Fahrspuren eines Schleppers

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung. Markierung der Lage der Profile von Wall und Graben

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung. Markierung der Lage der Profile von Wall und Graben

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 1 durch Wall und Graben

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 2 durch Wall und Graben

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 3 durch Wall und Graben

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 4 durch Wall und Graben

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 4 durch Wall und Graben

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  • Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 5 durch Wall und Graben

    Euskirchen-Flamersheim, Römischer Burgus. Laserscan-Visualisierung, Profil 5 durch Wall und Graben

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Im Flamersheimer Wald an der Speckelsteiner Allee findet sich ein römischer burgus, eine turmartige Kleinbefestigung der Spätantike, der Teil einer römischen Siedlung war. Besonders bemerkenswert: Hier im Wald hat sich die kleine, rechteckige Anlage aus Wall und Graben im Relief deutlich sichtbar erhalten!

Burgi im Rheinland in römischer Zeit
Ein burgus ist eine spätantike römische Kleinbefestigung nach dem Vorbild der Türme und Kleinkastelle am Limes. Doch sind die Gräben und Wälle eines burgus häufig stärker ausgeprägt. Meistens handelt es sich um eine rechteckige oder runde Anlage aus einem Graben mit einem Wall, auf dem eine Mauer oder eine Palisade aufsitzt und die ein Innengebäude schützt. burgi können ganz unterschiedlich gebaut sein, da sie über einen langen Zeitraum sowohl vom Militär als auch von Zivilisten errichtet wurden.
Die meisten zivilen burgi wurden schon in Folge der schweren Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert nach Christus auf Landgütern als sicherer Rückzugsort angelegt, als die Truppen am Rhein zum Teil zu anderen Kriegsschauplätzen abgezogen waren. Aus dem 4. Jahrhundert stammen dagegen die meisten der militärischen Anlagen, die insbesondere der Überwachung von Straßen dienten.
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Der burgus im Schornbusch
Der burgus „Alte Burg“ lag am römischen Straßenabschnitt zwischen Rheinbach und Billig (vicus Belgica) und damit an der wichtigen Route vom Legionslager Bonn am Rhein ins Innere Galliens. Er wurde sicherlich als private Befestigung in der Nähe des Hauptgebäudes eines römischen Landgutes (villa rustica) erbaut. Die rechteckige Innenfläche von etwa 35 mal 45 Meter wird von einem 10 Meter breiten Graben geschützt, der im Grundriss die für die römische Bauweise typischen gerundeten Ecken aufweist. Der Grabenaushub wurde im Inneren als Wall aufgeschüttet und zeigt im Süden eine Unterbrechung, möglicherweise der Zugang. Die vielen Werksteine und Mörtelreste vor Ort deuten auf eine geschlossene Steinmauer auf dem Wall hin. Der zentrale Bau im Inneren könnte dagegen eher aus Fachwerk bestanden haben. Dieses turmartige Gebäude diente im Untergeschoss als Getreidespeicher. Der Fundplatz ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt und verdankt seine gute Erhaltung der Lage im Wald. Als sichtbares Zeugnis unserer Geschichte und Quelle für die Forschung ist der burgus im Schornbusch in besonderem Maße schützenswert.

Die Geschichte des Flamersheimer Waldes
Der Flamersheimer Wald ist bereits in mittelalterlichen Quellen erwähnt. Seine Ausdehnung, Zusammensetzung und Besitzverhältnisse veränderten sich im Laufe der Zeit. Für die umliegenden Orte war er ein wichtiger Lieferant für Baustoffe und Brennholz. Wiederholt kam es zu einer zu starken Nutzung des Waldes, einmal sogar bis zu einem völligen Kahlschlag. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts kaufte eine kleine Gruppe von Industriellen aus dem Ruhrgebiet den heruntergekommenen Wald auf. Dadurch entstand wieder ein zusammenhängendes, dieses Mal nachhaltig bewirtschaftetes Waldgebiet. Seither besteht der Wald im Wechsel aus Fichten, Kiefern, Buchen oder Mischwäldern.
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Visualisierung von Bodendenkmälern
Auf den Ackerflächen nördlich des burgus im Flamersheimer Wald zeichnen sich unter günstigen Bedingungen weitere burgi im Luftbild ab. Obwohl die Gräben und Wälle durch die landwirtschaftliche Nutzung eingeebnet sind, haben diese Strukturen bei längerer Trockenheit noch heute einen Einfluss auf das Wachstum der Feldfrüchte. Da römische Landgüter (mit burgi) meist auf guten Böden angesiedelt waren und diese Flächen in der Regel auch heute noch landwirtschaftlich genutzt werden, ist es nicht erstaunlich, dass viele burgi in Luftbildern entdeckt wurden.
Burgi im Wald lassen sich nicht mithilfe von normalen Luftbildern erkennen. Doch die Laserstrahlen eines Laserscanners an Bord eines Flugzeugs durchdringen (meist) die Waldbedeckung und liefern Höhenmesspunkte mit geringem Punktabstand. Solche Laserscans werden von Geobasis NRW etwa alle fünf Jahre im Winter erhoben, sie stehen kostenfrei zur Verfügung.
Die Messpunkte eines Laserscans umfassen auch Punkte auf der Vegetation. Durch ein Rechenverfahren ermittelt Geobasis NRW die Punkte auf der Geländeoberfläche (sog. Bodenpunkte). Mithilfe der Bodenpunkte lässt sich ein dreidimensionales Modell der Geländeoberfläche erstellen, in dem sich die Strukturen eines obertägig sichtbaren Bodendenkmals abzeichnen. Verschiedene Visualisierungen des Geländemodells unterstützen eine genaue Abgrenzung von solchen Bodendenkmälern, was früher nur mit mühsamer Handvermessung möglich war. Künstliche Schnitte im 3D-Modell geben Auskunft über die Tiefe der noch vorhandenen Gräben und die Höhe der Wälle. Einen besonders guten Eindruck der erhaltenen Geländestrukturen vermitteln ein 3D-Druck und ein Video, der einen virtuellen Rundflug über diese Befunde zeigt.
Doch Vorsicht: Durchdringt der Laserstrahl die dichten Kronen von Nadelbäumen nicht, führt dies zu Lücken in der Messpunktverteilung. Solche Stellen können zu einem falschen Eindruck im Geländemodell führen. Da solche Lücken bei den aktuellsten Laserscan-Daten vom Dezember 2021 auftreten, aber in den Laserscan-Daten von Dezember 2015 kaum, basiert das an der Station im Video und 3D-Druck vorgestellte Geländemodell auf den Daten von 2015. In beiden Modellen sind die Schäden durch Waldarbeiten, die ehrenamtliche Mitarbeitende des Amtes im April 2023 auf Fotos dokumentierten, natürlich noch nicht zu sehen.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2026)
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Hinweise
Der Burgus Flamersheim ist eingetragenes Bodendenkmal (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Nr. EU 001).
Der Burgus ist Station der Archäologietour Nordeifel 2026.

Literatur

Baden (1849)
Alterthümer im Flamersheimer Erbenwalde. In: Bonner Jahrbücher 14, S. 170-172. Bonn.
Gerlach, Gudrun (1996)
Ein geschütztes Bodendenkmal. Der spätrömische burgus von Palmersheim. In: Archäologie im Rheinland 1995, S. 90-92. Köln/Bonn.
Henrich, Peter (2015)
Private Befestigungsanlagen der Spätantike in den gallischen und germanischen Provinzen. In: P. Henrich/C. Miks/J. Obmann/M. Wieland (Hrsg.), Non solum... sed etiam. Festschrift für Thomas Fischer zum 65. Geburtstag, S. 177-187. Rahden / Westf..
Naumann, Gerhard (1999)
Zur Forstgeschichte des Flamersheimer Waldes. (Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Nordrhein-Westfalen, Heft 8.) Düsseldorf.

Römische Befestigung bei Euskirchen-Flamersheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Speckelsteiner Allee
Ort
53881 Euskirchen - Flamersheim
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 260, Ende 350

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„Römische Befestigung bei Euskirchen-Flamersheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360515 (Abgerufen: 10. September 2026)
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