Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Bad Münstereifel
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 32′ 57,38″ N: 6° 45′ 51,35″ O 50,54927°N: 6,76427°O
Koordinate UTM 32.341.612,03 m: 5.602.091,03 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.554.211,36 m: 5.601.785,34 m
  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (2026)

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel, Schleuse (2026)

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel, Schleuse (2026)

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (Luftbild 1955/56)

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (Luftbild 1955/56)

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (Postkarte 1899). Der Bierkeller liegt rechts vom Konviktgebäude

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (Postkarte 1899). Der Bierkeller liegt rechts vom Konviktgebäude

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel (1854). Situationsskizze zur Anlegung der Überfahrt

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel (1854). Situationsskizze zur Anlegung der Überfahrt

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1856). Anlegung des Bierkellers Radberg

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1856). Anlegung des Bierkellers Radberg

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1887). Planskizze für die Kelleranlage

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1887). Planskizze für die Kelleranlage

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1921). Situationsskizze zum Eisweiher

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1921). Situationsskizze zum Eisweiher

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1913), Büssing Lkw beim Eisweiher, Verladen der Eisblöcke

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (1913), Büssing Lkw beim Eisweiher, Verladen der Eisblöcke

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  • Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (um 1925). Bergung der Eisblöcke

    Felsenkeller der Brauerei Hendrichts im Radberg bei Bad Münstereifel (um 1925). Bergung der Eisblöcke

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Mitte des 19. Jahrhunderts legte man am Radberg bei Bad Münstereifel einen großen Eiskeller zur Kühlung von Bier an und machte sich dabei einen schon vorhandenen Stollen zunutze. Darin hatte man im 18. Jahrhundert vergeblich nach Steinkohle geschürft. Dieser Felsenkeller diente bis zum Zweiten Weltkrieg zur Lagerung von Eis und Gerätschaften, man nutzte ihn anschließend als Luftschutzkeller, für die Champignonzucht und teilweise sogar als Autowerkstatt.

Die Geschichte des Eiskellers der Brauerei Hendrichs am Radberg
Laurenz Hendrichs und sein Schwager Jacob Dürnagel betrieben 1819 zwei der insgesamt neun Brauereien in Bad Münstereifel. Aufgrund gestiegener Nachfrage und aufgehobener Zollschranken konnten Mitte des 19. Jahrhunderts das Absatzgebiet der Brauerei deutlich erweitert und dementsprechend die Produktion gesteigert werden. Zur Kühlung des Bieres wurden zur damaligen Zeit noch Eiskeller benötigt, weshalb das Grundstück am Radberg zur Anlegung eines Bierkellers und einer Brauerei erworben werde sollte. Dort hatte bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts Dionysius Reihnardts erfolglos nach Steinkohle schürfen lassen. Eine Vergrößerung des bereits vorhandenen Stollens zur Bierlagerung war also naheliegend.
Am 19. Juli 1856 schloss Hubert Hendrichs, der Sohn von Laurenz Hendrichs den Kaufvertrag mit seiner Unterschrift ab und erwarb das 596 Quadratmeter große Areal zu einem Preis von 20 Talern, die er an die Gemeindekasse entrichtete. Offenbar aufgrund anhaltender Produktionssteigerung kaufte Hendrichs bereits 1871 eine weitere Fläche von der Gemeinde am Radberg, um den Felsenkeller zu vergrößern. Am 26. August 1883 reichte er ein Baugesuch an Bürgermeister Roth zur Erweiterung des Eiskellers und zur Anlage eines Gärraumes auf diesem Grundstück ein.

Auf dem gegenüberliegenden Grundstück zwischen Sittardweg und Provinzialstraße war inzwischen ein Schuppen zur Lagerung von Eis und Gerätschaften errichtet worden. Da die Straße beiderseits von Gräben gesäumt war, beantragte Hubert Hendrichs die Genehmigung für den Bau einer Überfahrt. Diese wurde mit der Auflage des Ausbaus im Stil der chaussemäßigen Befestigung der Provinzialstraße in ihrer ganzen Breite von 4 Metern genehmigt.
Nach dem Tod des Hubert Hendrichs übernahm sein Sohn Everhard die Brauerei und beauftragte gegen Ende des Jahres 1886 ein Ingenieurbüro mit der Anfertigung von Plänen zur Modernisierung des Eiskellers. Der Neubau sollte Platz für 28 Fässer mit 30-40 Hektoliter Fassungsvermögen bieten, darüber war ein Raum für 16.000 Zentner Eis geplant. Da es bereits seit 1888 Planungen zur Anlage eines größeren Eiskellers näher bei der Brauerei an der Straße Zur Delle gab, wurde der Plan des Architekten jedoch nur teilweise realisiert.
Man beschränkte sich auf das Errichten einer Kelleranlage vor dem rechten Stollen, womit sich das Göpelwerk zum Heben der Eisblöcke erübrigte. Stattdessen gab es Überlegungen zum Bau eines repräsentativen Wohnhauses auf diesem massiven Gewölbe, womit man dem Trend zum Wegzug aus dem beengten Stadtmauerring in einen modern und großzügig ausgestatteten Neubau im Grünen folgen wollte. Dieses und ein späteres Vorhaben, zu Beginn der 1960er-Jahre dort ein Wohnhaus zu errichten, wurden jedoch nie verwirklicht.
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Vom Eiskeller zur Zuflucht, zur Champignonzucht und zur Autowerkstatt
Eisfahren war eine anstrengende und mühsame Arbeit, die unter Einsatz von viel Muskel- und Maschinenkraft bewältigt wurden. Die Eisblöcke für die Brauerei Hendrichs schnitt man mit scharfen, großen Sägen aus der Eisdecke eines Weihers an der Straße von Münstereifel nach Eicherscheid oberhalb des heutigen Eifelbads. Anschließend zog man sie zum Transport mit spitzen eisernen Haken an langen Stangen auf die Ladeflächen. Noch bis 1911 dienten Fuhrwerke zum Transport; erst im Anschluss kam ein Lastkraftwagen zum Einsatz. Das Eis-Einholen fand unter Beteiligung aller erreichbaren Fuhrwerke der ganzen Umgebung statt, sonntags war dann auf dem Markt Entlöhnung - ein guter Zuverdienst für die Bauern im Winter.
Während zunächst noch das Bier direkt im Eiskeller am Radberg gelagert wurde, ging man später dazu über, das Eis vom Radberg zum neuen Keller Auf der Delle zu bringen, sobald es dort weggeschmolzen war. Welche Mengen an Eis dafür benötigt wurden, ist einem Bericht des Franz Hendrichs vom Januar 1929 zu entnehmen: „Nach Neujahr fing's wieder an zu frieren […] am 8ten schien es Tauwetter zu werden, aber am 9ten wurde es wieder kalt -8º R [= -12°], sodass durchgefahren werden konnte. Im Ganzen waren es 260 Fuhren mit zwei Lastkraftwagen“.

Im Zweiten Weltkrieg bot der Keller am Radberg den Anwohnern aus der Oberstadt bei Luftalarm Zuflucht. Mit einer Tiefe von fast 50 Metern bei knapp 5 Metern Breite und 3 Metern Höhe war das aus Grauwacke gemauerte Kellergewölbe unter der Felsendecke des Radbergs prädestiniert für diese Funktion. Um gegebenenfalls den Detonationsdruck abzufangen, war zudem im vorderen Bereich eine Schleuse errichtet worden. An Weihnachten 1944 trat der Ernstfall ein. Zahlreiche Einwohner hatten sich noch in den Felsenkeller retten können, wohingegen auf der Trierer Straße, im Konvikt und in der Innenstadt insgesamt 32 Menschen ihr Leben verloren. Selbst als Anfang März 1945 das sogenannte Felsennest auf dem darüberliegenden Eselsberg, das im Frankreichfeldzug 1940 Führerhauptquartier war, von deutschen Truppen gesprengt wurde, gab das Gewölbe des Felsenkellers glücklicherweise nicht nach. Dort hatten nämlich zu diesem Zeitpunkt wiederum zahlreiche Münstereifeler Schutz vor der herannahenden Front gesucht.

In den 1950er-Jahren mietete Bruno Baum den tiefen Stollen für seine Champignonzucht an. Später nutzte die Firma Michael Melder die Radbergkeller als Zwischenlager für große Mengen von Einkellerungskartoffeln, um sie von dort an Großabnehmer zu liefern.
Den 1890 zwischen dem Eingang zum älteren Keller und dem Neubau errichteten Raum vermietete man in den 1960er- und 70er-Jahren an Auto- und Motorradfreunde als Werkstatt, die ihn mit einer Montagegrube ausstatteten. Während des Baus der Umgehungsstraße 1966/67 wurde der Raum außerdem als Reparaturwerkstatt für Baufahrzeuge genutzt.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2026)

Hinweis
Der Felsenkeller in Bad Münstereifel ist Station der Archäologietour Nordeifel 2026.
Das Objekt „Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel“ ist assoziiert mit dem historischen Kulturlandschaftsbereich Bad Münstereifel (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 291).

Quellen
Erhaltene Dokumente aus dem Archiv der Everhard Hendrichs Stiftung i. G.
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Literatur

Liebing, Norbert (2026)
Vom Steinkohlebergwerk zum Luftschutzbunker. Die Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel. In: Eifeljahrbuch 2027. Heimatjahrbuch des Eifelvereins, Düren.
Ohlert, Joseph-Matthias (1996)
Erinnerungen an die letzten Monate des 2. Weltkriegs in Münstereifel. (Die Gießkanne, Bürgerblatt und Kurzeitung für die Gäste und Bürger der Stadt Bad Münstereifel, 24.12.1996.) Bad Münstereifel.

Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Trierer Straße / L 194
Ort
53902 Bad Münstereifel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1856

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„Felsenkeller der Brauerei Hendrichs im Radberg bei Bad Münstereifel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360430 (Abgerufen: 10. September 2026)
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