Nobers-Haus in Oberkail

Schulmeisters-Haus (19. Jh.), Brosche-Haus (21. Jh.)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Oberkail
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 02′ 13,04″ N: 6° 40′ 50,52″ O 50,03696°N: 6,6807°O
Koordinate UTM 32.333.917,94 m: 5.545.316,78 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.548.809,97 m: 5.544.741,44 m
  • Das Gebäude Burgstraße 8 in Oberkail vor der Renovierung 2007, Ansicht von der Burgstraße aus (2006)

    Das Gebäude Burgstraße 8 in Oberkail vor der Renovierung 2007, Ansicht von der Burgstraße aus (2006)

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    Kreisverwaltung Eifelkreis Bitburg-Prüm, Referat Dorferneuerung
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  • Burgstraße 8 in Oberkail, Ansicht von der Burgstraße aus (2008)

    Burgstraße 8 in Oberkail, Ansicht von der Burgstraße aus (2008)

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    Peter Brosche, Oberkail
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    Peter Brosche
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  • Türsturz am Nobers Haus Bourgstraße 8 in Oberkail (2023)

    Türsturz am Nobers Haus Bourgstraße 8 in Oberkail (2023)

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    Jörg Kreutz, Oberkail
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    Jörg Kreutz
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Das Haus Burgstraße 8 ist das einzige Haus innerhalb der alten Burg- und Schlossanlage von Oberkail, das nicht in die historischen Gebäudestrukturen dieser Anlage eingebunden ist. Es befindet sich an einer Stelle, die zur ehemaligen größeren Freifläche im Zentrum des Burghofes gehörte.

Lage und Gebäudebeschreibung
Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner
Quellen / Internet


Lage und Gebäudebeschreibung
Das Anwesen ist ein zweigeschossiges, freistehendes Gebäude mit rechteckigem Grundriss und klar gegliederter Fassadenstruktur. Es handelt sich um einen massiven Baukörper mit verputzter Außenfassade, die in einem einheitlichen roséfarbenen Farbton ausgeführt ist. Die Fenster- und Türöffnungen sind durch Sandsteingewände eingefasst, die hell gestrichen sind, wodurch die Fassadenflächen klar gegliedert werden. Abgeschlossen wird das Gebäude durch ein geneigtes Satteldach mit dunkler Dachziegeleindeckung. Der Dachüberstand ist – historisch korrekt – nur gering ausgeprägt und unterstreicht zusätzlich die kompakte Form des Baukörpers.

Die Öffnungen des Gebäudes sind, mit Ausnahme der beiden neu gebrochenen Fensteröffnungen oberhalb des ehemaligen Stalls, original erhalten. Sämtliche Fenster sind rechteckig, hochformatig und regelmäßig angeordnet. Sie sind geschossweise horizontal ausgerichtet, wobei die Öffnungen des Obergeschosses überwiegend über denen des Erdgeschosses liegen. Diese vertikale Ordnung verleiht der Fassade ein ausgewogenes und ruhiges Erscheinungsbild.

Der Haupteingang befindet sich an der straßenseitigen Längsfassade und ist durch eine mittig angeordnete, dunkel abgesetzte Eingangstür gekennzeichnet. Der Eingang wird durch das Sandsteingewände sowie eine Außenleuchte betont. Seitlich davon ist ein weiteres Fenster im Erdgeschoss angeordnet.
Rechtsseitig ist eine in den Baukörper integrierte Garage untergebracht, deren Zufahrt ebenerdig von der Straße aus erfolgt. Das Garagentor ist zurückhaltend in die Fassade eingebunden und ordnet sich gestalterisch – wie zuvor das Scheunentor – dem Gesamtbau unter. Der gepflasterte Vorbereich dient sowohl als Zugang zum Wohnhaus als auch als Stell- und Rangierfläche für Fahrzeuge.
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Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner
Bei der Erstellung des preußischen Urkatasters im Jahr 1828 gehörte das befestigte, jedoch unbebaute Grundstück mit einer Größe von 263 Quadratmetern und der Parzellennummer 194 noch den Erben von Michael Feltes und Anna Maria Kuhn („Raskopf Wilhelm et cons.“). Kurz darauf muss das Grundstück an Nikolaus Kail (1776–1834) aus dem Oberkailer Schulmeistershaus (Kirchstraße 1) verkauft worden sein. Von diesem ging es an seinen aus Gindorf stammenden Schwiegersohn Michael Hahn (1808–1881) über, der ab 1842 in eigenem Namen die darauf lastenden Steuern entrichtete.
Michael Hahn und seine Ehefrau Franziska Kail (1818–1880) begannen offenbar zügig mit der Bebauung des Grundstücks. Der Türsturz des Hauses trägt die Initialen des Ehepaares sowie die Jahreszahl 1844 („M:H F:H : 1844“). Mit ihren zu diesem Zeitpunkt noch lebenden drei Kindern bezogen sie das Haus; fünf weitere Kinder wurden dort geboren.
Noch wenige Jahre vor dem Tod seiner Eltern übernahm Johann Hahn (geboren 1842) das Anwesen in der Burg. Er nahm als Soldat am preußisch-österreichischen Krieg des Jahres 1866 in Böhmen teil und blieb unverwundet. Im Jahr 1874 heiratete er Anna Maria Grach aus Reinsfeld. Das Ehepaar hatte sieben Kinder, von denen drei im Kleinkindalter verstarben. Aus dem Jahr 1892 sind die Auswanderungsabsichten der Familie mit ihren vier damals noch lebenden Kindern im Alter von 16, 14, 11 und 6 Jahren nach Nordamerika überliefert. In diesem Zusammenhang wurde das Anwesen in Oberkail veräußert.

Spätestens ab 1894 wird der Ackerer Christoph Nober (1852–1905) in den Grundbüchern als Eigentümer geführt. Er stammte aus Seffern und war mit Magdalena Schneider (1862–1934) verheiratet, die aus dem benachbarten Schreinisch-Haus (Burgstraße 4) stammte. Im Gebäudeverzeichnis von 1910 sind die Eheleute als gemeinsame Eigentümer eingetragen. Das Haus wird dort noch als „Scholmeiershaus“ bezeichnet, abgeleitet vom Namen des Elternhauses der Erbauerin. Vermutlich besaß das Gebäude bereits damals im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Es wurde als „Wohnhaus mit Backofen und Abort, Scheune und Stall“ beschrieben. Von den vier Kindern des Ehepaares Nober-Schneider blieben zwei als Erwachsene in Oberkail: Theodor Nober (1888–1963) verblieb im Elternhaus, während Susanna Nober (1899–1969) um 1930 gemeinsam mit ihrem aus Niederemmel stammenden Ehemann Heinrich Meuren (1900–1980) das heutige Haus Wittlicher Straße 31 neu errichtete. Dort lebten später deren Tochter Irmgard Meuren (1930–2003) und ihr Ehemann Walter Gunst (1921–1984). Heute wird das Haus von Rudolf Kalle bewohnt, dessen Mutter eine Cousine zweiten Grades von Irmgard Meuren, geborene Nober, war.
Theodor Nober arbeitete neben seiner kleinen Landwirtschaft im Sägewerk. Er war mit Angela Gehendges (1895–1962) aus Karl verheiratet. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen zwei im Säuglingsalter verstarben.

Der 1928 geborene Sohn Wilhelm Nober errichtete im Jahr 1960 gemeinsam mit seiner aus der „Hiehl“ stammenden Ehefrau Theresia Thiesgen das Haus Meisburger Straße 20. Beruflich war Wilhelm Nober als Waldarbeiter tätig; zudem betrieben er und seine Frau in dem neuen Gebäude die Gaststätte „Waldschänke“ mit angeschlossener Kegelbahn. Die 1931 geborene Tochter Veronika Nober war seit 1954 mit dem Maurer Erich Scherer verheiratet. Nach Aufenthalten in Hilden und Düsseldorf-Benrath zog das Ehepaar mit seinen Kindern in das Oberkailer Elternhaus ein. Dieses wurde später für einige Jahre verlassen und vermietet, bevor Erich Scherer erneut dort einzog. Nach dessen Tod wurde das Haus von der Familie Brosche erworben, im Jahr 2007 fachgerecht restauriert und es wird seitdem vermietet.
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(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026)


Quellen
  • Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail
  • LHAK, Außenstelle Kobern-Gondorf: Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427
  • Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei OberkailInternet
    www.eifel-baukultur.de: Modernisierung Haus Brosche (abgerufen 01.07.2026)
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Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) (Hrsg.) (2025)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Eifelkreis Bitburg-Prüm. Denkmalverzeichnis Eifelkreis Bitburg-Prüm, 26. Sep. 2025. Mainz.
Gerten, Erich; Kreutz, Jörg; Rech, Claus (2001)
Oberkail. Geschichte eines Dorfes in der südlichen Eifel. Neuerburg.
Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.) (1991)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Bitburg-Prüm. Band 9.1, Verbandsgemeinden Kyllburg und Speicher. Worms.
Rheinischer Appelations-Gerichtshof zu Cöln (Hrsg.) (1835)
Urteilsschrift des Rheinischen Appelations-Gerichtshof zu Cöln in seiner öffentlichen Sitzung des ersten Civil-Senats vom 22. April 1835. Köln.
Roos, Stefan (1999)
Familienbuch Eisenschmitt 1716-1899. Welschbillig.
Wackenroder, Ernst / Clemen, Paul (Hrsg.) (1934)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 12.4.) Düsseldorf.

Nobers-Haus in Oberkail

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Burgstraße 8
Ort
54533 Oberkail
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Jörg Kreutz: „Nobers-Haus in Oberkail”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360325 (Abgerufen: 2. Juli 2026)
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