Burg- und Schlossanlage in Oberkail

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Oberkail
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 02′ 12,34″ N: 6° 40′ 49,62″ O 50,03676°N: 6,68045°O
Koordinate UTM 32.333.899,32 m: 5.545.295,74 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.548.792,21 m: 5.544.719,68 m
  • Video zur Entwicklung der Burg- und Schlossanlage in Oberkail 1201-2026 (2026)

    Video zur Entwicklung der Burg- und Schlossanlage in Oberkail 1201-2026 (2026)

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  • Das Schloss in Oberkail im 18. Jahrhundert

    Das Schloss in Oberkail im 18. Jahrhundert

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    Neuauflage Schannat-Bärsch, Wittlich 1980
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  • Idealisiertes Gemälde des Schlosses von Oberkail im 18. Jahrhundert.

    Idealisiertes Gemälde des Schlosses von Oberkail im 18. Jahrhundert.

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    Klaus Gerhards, Steinborn
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  • Bauzustand von Hof-, Burg- und Schlossanlage Oberkail über verschiedene Jahrhunderte

    Bauzustand von Hof-, Burg- und Schlossanlage Oberkail über verschiedene Jahrhunderte

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  • Rekonstruktion der Nordfassade der Schlossanlage Oberkail (um 1400)

    Rekonstruktion der Nordfassade der Schlossanlage Oberkail (um 1400)

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  • Karten-Ausschnitt der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling aus den Jahren 1803-1820

    Karten-Ausschnitt der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling aus den Jahren 1803-1820

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  • Ausschnitt aus der sogenannten Ferraris-Karte aus den Jahren 1776/1777

    Ausschnitt aus der sogenannten Ferraris-Karte aus den Jahren 1776/1777

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Für Fremde ist die Lage der früheren Oberkailer Burg im Ortsbild kaum zu erkennen. Doch wer im Ort nach ihr fragt, wird auf die Häuser in der Burgstraße verwiesen, die bis heute schlicht „die Burg“ genannt werden. Es handelt sich dabei um die Gebäude Burgstraße 4 bis 18 sowie Haupichgasse 1 und 3. Noch vor rund 200 Jahren erstreckte sich der gesamte Burgkomplex mit seinen Nebengebäuden über fast die gesamte Talmulde des Kailbachs zwischen Bitburger, Wittlicher Straße und Hauptstraße. Zur Anlage gehörten sowohl die mittelalterliche Burg als auch das um 1700 errichtete „neue Schloss“.

Überblick über die Burg- und Schlossanlage in Oberkail
Die mittelalterliche Burganlage
Das sogenannte neue Schloss
Zur Baugeschichte vom 19. Jahrhundert bis heute
Kulturdenkmal
Quellen


Überblick über die Burg- und Schlossanlage in Oberkail
Der ursprüngliche Hof zu „Keille“ wurde zwischen etwa 1300 und 1340 zu einer Burg ausgebaut. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts nutzte Dietrich I. von Manderscheid die Anlage erstmals als Residenz. Quellen dieser Zeit nennen Clais von Blankenheim und Hans von Lieser als Baumeister bei Erweiterungsbauten. Mit dem Regierungsantritt des Grafen Wilhelm I. wurde die Burg im Jahre 1481 schließlich zur dauerhaften Residenz der nun eigenständigen Linie der Grafen von Manderscheid-Kail.

Die Grafen veränderten das Aussehen der Burg im Laufe der Zeit durch Umbauten: So erhielt die ursprünglich vierflügelige Anlage um 1625 eine Tordurchfahrt nach Westen hin. Nachdem die Burg 1650 durch die Franzosen eingenommen und stark zerstört worden war, ließ Graf Karl um 1700 das „Neue Schloss“ errichten, das die mittelalterliche Anlage nach Westen hin erweiterte. Zusätzlich entstanden im Laufe der Zeit außerhalb des eigentlichen Burgbereichs mehrere Wirtschaftsgebäude.

Aus dem Kailer Zweig der Manderscheider Grafenfamilie stammten bekannte Eifel-Dynasten wie Graf Dietrich II., der ein skrupelloser Hexenverfolger war, oder Graf Philipp Dietrich, der 1634 und 1635 als stellvertretender Gouverneur des Herzogtums Luxemburg amtierte und die nahe Oberkail gelegene Frohnertkapelle bauen ließ. Auch Gräfin Maria Anna von Manderscheid-Kail erlangte Bekanntheit. Sie stammte aus dem Haus Truchsess von Waldburg zu Zeyl, heiratete Graf Wolfgang Heinrich von Manderscheid-Kail und regierte nach dessen Tod 1742 rund 20 Jahre als Witwe in Oberkail. Sie galt als sehr fromm und zeigte ein großes soziales Interesse. Mit ihrem Tod im Jahre 1762 endete die Herrschaft der Manderscheid-Kailer Grafenfamilie.

Danach gingen die Kailer Besitzungen an die Linien Manderscheid-Blankenheim und Sternberg-Manderscheid über. Das Schloss wurde nun von den Amtsverwaltern Komp und Vanck bewohnt. Im Zuge einer Neuordnung der gräflichen Besitzungen kam es bereits 1782 zu einer großangelegten Versteigerung von Mobiliar aus der Burg an die Bewohner der Umgebung. Das endgültige Ende der Grafenherrschaft brachte schließlich der Einmarsch der französischen Truppen im Jahr 1794.

Was die Gebäude der Oberkailer Burg angeht, lassen sich zwei Bauteile unterscheiden: Der ältere Teil der Burg stammt im Kern aus dem Mittelalter und liegt direkt am Kailbach (vgl. die Grundrisszeichnung). Teile des Westflügels dieser mittelalterlichen Burg wurden dann um 1700 in das so genannte „Neue Schloss“ einbezogen, das sich fortan mit zwei neu erbauten Flügeln nach Westen an die „alte“ Burg anschloss. Die Burg des Mittelalters und das neue Schloss werden im Folgenden genauer beschrieben. Die Ausführungen basieren im Wesentlichen auf der Beschreibung durch Ernst Wackenroder von 1934 und den Anmerkungen von Erich Gerten in der Oberkailer Chronik von 2001, ergänzt um einige neue Erkenntnisse.
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Die mittelalterliche Burganlage
Von der mittelalterlichen Burg sind bis heute noch Teile des Nord-, Ost- und Südflügels erhalten. Der südliche Gebäudeteil war das erste Herrenhaus (heutige Häuser Burgstraße 13, 15 und 17) und geht vermutlich auf den 1201 erwähnten „Hof zu Keille“ zurück. Aus diesem Gutshof entwickelte sich bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine Burganlage mit einem unregelmäßigen Grundriss in Form eines Vierecks von 60 m x 67 Metern und einem inneren Hof von 42,5 x 47 Metern. Die Anlage war durch Ecktürme, einen Wassergraben und den Kailbach auf der Ostseite gesichert.

An der Nordseite, d.h. an der oberen Burgstraße – etwa 50 Meter unterhalb der Hauptstraße, sind heute noch Reste des Tores zu erkennen. Dem früheren Oberkailer Ortspfarrer Ganser wurde noch um 1870 berichtet, dass in 30 Schritten Abstand zum früheren Nordflügel eine Zugbrücke auf zwei Bögen vor dem Tor lag; der Graben hatte also eine beträchtliche Breite. Der Burggraben und die Zugbrücke konnten an dieser Stelle bei den Erdarbeiten in der Burgstraße Ende der 1980er Jahre durch Ausgrabungen nachgewiesen werden.

Am Portenhaus (Burgstraße 5) ist noch ein Pfeiler mit dem Bogenanfänger des Tores erhalten. Die zugemauerte Tür daneben führte einst zur Pförtnerstube. Links an diesem Gebäude ragt zum Kailbach hin in einem Dreiviertelkreis einer der alten Rundtürme vor. Er wurde im 19. Jahrhundert bis zur Höhe des Hauses abgetragen. Das sich im rechten Winkel daran anschließende Haus Burgstraße 7 soll früher als Backhaus („Backhstuff“) gedient haben. An der Ostseite der Burg lagen außerdem weitere Nebengebäude. Dazu zählten das umgebaute Anwesen Burgstraße 9 sowie das inzwischen abgetragene Gebäude zwischen Burgstraße 9 und 13.

Der Südtrakt (Burgstraße 13, 15 und 17) diente als Herrschaftshaus. Es handelt sich dabei um einen Bau mit rechteckigem Grundriss, der ursprünglich vollständig mit einem Walmdach versehen war. Das Untergeschoss des linken Teiles diente als Remise; die Wohnungen darüber bezog die Dienerschaft. Ein säulenbesetztes Portal mit vorgelegter Treppe und die rechteckigen Fenster sind Veränderungen des 17. Jahrhunderts an dem sonst einfachen Gebäude. Der Herrenhaustrakt wurde in den letzten Jahren mustergültig renoviert.

Das auf der Nordseite des Geländes gelegene Haus Burgstraße 6 war das Mühlengebäude. Ein begehbarer unterirdischer Kanal führte von hier in der Diagonale durch den Hof und unter dem früheren Herrenhaus hindurch in den Kailbach. Die Bogenwölbung des Kanalauslaufs zum Kailbach hin kam vor mehreren Jahren bei Renovierungsarbeiten für einige Zeit wieder zum Vorschein. Der Kanal diente wahrscheinlich zur Entwässerung des Mühlenteichs.

In älterer Zeit hatte die Mühle 500 Meter den Kailbach abwärts gestanden, wovon die heutige Flurbezeichnung „Alte Mühle“ noch Zeugnis ablegt. Ferner ist bekannt, dass zwei außerhalb der Umfassungsmauern der Burg gelegene Gebäude als Pferdestall (heutiges Anwesen Bitburger Straße 3) und Schafstall (heutiges Anwesen Kuhberg 2) dienten.
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Das sogenannte neue Schloss
Die Gebäude, die sich westlich an die mittelalterliche Anlage anschließen, werden als das „neue Schloss“ bezeichnet. Sie wurden um 1700 von Graf Karl von Manderscheid-Kail errichtet, wobei der südliche Teil des ehemaligen Westflügels der ursprünglichen Burg (heute Burgstraße 20) einbezogen wurde. Die Anlage bestand aus drei Flügeln, die sich um einen nach Süden hin offenen Innenhof gruppierten.
Wie auf der Tranchot-Karte von 1811 zu erkennen ist, war das „Neue Schloss“ einst auf jeder Seite von einem Graben umgeben. Der Zugang führte von dem alten Burghof durch die Tordurchfahrt, die im Jahre 1625 errichtet wurde und heute noch vorhanden ist. Treppentürme führten in das zweite Stockwerk, wo sich im Hauptgebäude und im Seitenflügel Säle befanden. Die Portale lagen jeweils in den Ecken des Innenhofes. Über einen erhöhten Gang, eine sogenannte Estrade, gelangte man zu der „an den inneren Hof grenzenden Kapelle“. Sie lag unmittelbar neben der Tordurchfahrt von 1625.

Der ehemalige Laubengang des Westflügels des neuen Schlosses ist noch heute in Resten erhalten. Er war etwa 2,10 Meter breit und 3,50 Meter hoch. Entsprechend den erhaltenen Wandpilastern waren es sieben Arkadenpfeiler, auf denen acht schlichte Rundbögen ruhten. Über den Arkaden befand sich ein durchgehendes Hauptgesims. Heute sind noch drei Bögen vorhanden, von denen zwei zugemauert sind. Über den Bögen befanden sich breite vierteilige Fenster, die an der Rückseite des Hauses Haupichgasse 1 inzwischen wieder rekonstruiert worden sind.

Ein Eindruck vom Inneren des Schlosses ist noch im Erdgeschoss des Nordflügels zu gewinnen. Dort findet sich ein Raum mit einem flachen Tonnengewölbe. Stuckdecken des neuen Schlosses waren noch um 1930 erhalten, dekoriert durch Lorbeerovale mit Fruchtwerk und Bändern. Am südlichen Ende des Westflügels schloss ein Querbau mit vier Fensterachsen die Anlage ab (Burgstraße 18 und Haupichgasse 3). Im Innenhof des neuen Schlosses stand früher ein Rokoko-Springbrunnen.

Das neue Schloss war aber nicht die einzige Erweiterung der mittelalterlichen Burg. Den nordwestlichen Teil der ursprünglichen Anlage riss man um 1700 ab, und in seinem Vorfeld wurde stattdessen ein großer Hofraum zur Bitburger Straße hin angelegt. Nach Norden hin wurde dieser vom Mühlengraben begrenzt. In der Mitte lag ein langer Gebäuderiegel, der wahrscheinlich die Stallungen beinhaltete. Nach Süden hin trennte der Wassergraben den Hofraum vom Nordflügel des neuen Schlosses. In westlicher Richtung wurde das Gelände von einem separaten Gebäude abgeschlossen, bei dem es sich vermutlich um den Pferdestall handelte. Diese bauliche Situation blieb bis in die französische Zeit erhalten.
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Zur Baugeschichte vom 19. Jahrhundert bis heute
Die Burg- und Schlossanlage von Oberkail muss früher einen imposanten Eindruck geboten haben. Ein altes Gemälde, das allerdings nur noch fotographisch dokumentiert ist, gibt diese Wirkung wieder. Durch Abrissmaßnahmen und die Wiederverwertung von Bausteinen, besonders in der Zeit der französischen Herrschaft, ging dieser Gesamteindruck jedoch weitgehend verloren. Dennoch sind auch die erhaltenen Reste der ehemaligen Burg immer noch sehenswert. Heute wird ihr Wert als historisches Denkmal in Oberkail wieder stärker erkannt und geschätzt.

Nach 1800 plante die napoleonische Verwaltung zunächst, die Burg als Senatorensitz zu nuten. Das bedeutete, dass Schloss und Ländereien als Ausstattung für einen französischen Senator dienen sollten. Diese Senatoren gehörten zu einem von Napoleon neu geschaffenen Adel. Doch dann entschied sich die französische Verwaltung anders und ließ das Schloss im Jahr 1809 meistbietend versteigern.

Im Versteigerungsprotokoll heißt es, dass zum Schloss zahlreiche Ställe, Scheunen, „eine alte Mühle und eine alte Sägemühle“ gehörten und dass es „teilweise von einem Graben umgeben“ war. Auch zwei separate Gärten auf der Südseite des Schlosses werden genannt, die durch eine Steintreppe voneinander getrennt waren. Außerdem gehörten zum Schloss der Burggarten und der neun Hektar große und von einer Hecke umgebene Bungert (Baumgarten) mit zahlreichen Obstbäumen.

Kurz nach der Versteigerung der Burg sah sich der Käufer Michel Feltes gezwungen, große Teile des Besitzes wieder zu verkaufen. Ab 1810 nennen die Verkaufsakten zahlreiche Gebäudeteile, die nach und nach veräußert wurden. Dadurch wurde die einstige Schlossanlage zunehmend aufgeteilt. Bereits Ende der 1820er-Jahre berichtete ein Katasterbeamter, dass das Oberkailer Schloss keine geschlossene Anlage mehr bilde, sondern aus den „Burggebäuden (...) mehrere Häuser geworden“ seien. Die Aufsiedelung der Anlage im 19. Jahrhundert prägt das Erscheinungsbild bis heute.

Zwar verursachte auch der große Oberkailer Dorfbrand von 1895 massive Schäden an den Gebäuden, doch wurden sie rasch wiederaufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Burgbereich weitgehend von Zerstörungen verschont. Auch die oft unpassenden Fassadenmodernisierungen der Nachkriegszeit hinterließen im Burgareal glücklicherweise nur vereinzelte Spuren. Daher sind viele der ursprünglichen Bauteile bis heute gut erkennbar.

Allerdings kam es über die Jahre auch zu bedauerlichen Versäumnissen im Umgang mit der historischen Ausstattung und mit Funden aus der Burg. Diese gingen oft aus Unwissen oder mangelnder Wertschätzung verloren. So existierten um 1910 noch ein alter gusseiserner Ofen sowie Teile des alten Rokokobrunnens aus dem Innenhof des neuen Schlosses, deren Verbleib unklar ist. Ähnliches gilt für Funde aus jüngerer Zeit, die nicht dokumentiert wurden. Bei Bauarbeiten in den 1950er- bzw. 1960er-Jahren entdeckte man beispielsweise eine Bischofsbüste in einem Hohlraum eines Hauses. Sie wurde später in einem Garten aufgestellt und verwitterte. An anderen Stellen fand man der mündlichen Überlieferung zufolge Münzen, ein Buch mit handschriftlichen Einträgen oder eine messingfarbene Speerspitze. Auch diese Gegenstände sind heute verschollen. Vermutlich gab es noch weitere solcher Funde.

Dennoch - inzwischen hat erfreulicherweise ein breiter Bewusstseinswandel im Umgang mit dem historischen Burggelände eingesetzt. Ein wichtiger Impuls war die Oberkailer 800-Jahrfeier von 2001, durch die viele Einwohner den Wert ihres Burgbereichs neu erkannten. Dank erheblicher finanzieller Mittel aus privater und öffentlicher Hand sowie fachkundiger Unterstützung durch die Denkmalpflege wurden das alte Herrenhaus und Teile des neuen Schlosses vorbildlich renoviert. Die Farbgebung und die Wiederherstellung einheitlicher Fenster machen den baulichen Zusammenhang der Gebäude als Ensemble wieder erkennbar. Auch die Nutzung des Burgbereichs hat sich positiv entwickelt: Im zweijährigen Rhythmus findet dort jeweils im Dezember der gut besuchte Weihnachtsmarkt „Adventliche Burgstraße“ statt; und bei Veranstaltungen zum „Tag des offenen Denkmals“ sind die vorbildlich hergerichteten Gebäude das Ziel von Interessierten aus Nah und Fern.
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Kulturdenkmal
Die ehemalige Burg- und Schlossanlage wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Eifelkreis Bitburg-Prüm (Stand Juni 2024) geführt. Der Eintrag lautet:
„Burgstraße 4-18, 20, Bitburger Straße 3, Haupichgasse 1 und 3;
ehem. gräflich Manderscheidsche Burg Kail (Denkmalzone); um 1340 Ausbau des Hofes zur Wasserburg, ab 1809 tlw. abgebrochen und parzelliert; bauliche Reste der ehem. Vierflügelanlage, im Wesentlichen 17. Jh. (1625) und um 1700, tlw. Umbau zu Quereinhäusern, 19. und frühes 20. Jh.“

(Claus Rech, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026; Der vorliegende Artikel ist die überarbeitete Fassung des 2015 erschienenen Artikels in den Beiträgen zur Geschichte des Bitburger Landes)


Quellen
  • LHAKo, Außenstelle Rommersdorf: Bestände 587,005 und 587,008.
  • Schulchronik Oberkail, Band 1. Geführt von Lehrer Heinz (Kopie im Besitz des Vereins Oberkailer Zeitspuren e.V.).
  • Claus Rech: Wer genau hinschaut, sieht das Schloss, in: Trierischer Volksfreund, Ausgabe vom 03.11.2003.
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Literatur

Baums, Theodor (2011)
Manderscheider Burglehen und Fehde im Jahre 1346. In: Hémecht (Revue d'histoire luxembourgeoise). Jahrgang 63 (2011), Heft 4, S. 471-487. Luxemburg.
Ganser, Siegbert Anton (1876)
Manderscheid und Oberkail. Eine historische Monographie. Trier.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) (Hrsg.) (2024)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Eifelkreis Bitburg-Prüm. Denkmalverzeichnis Eifelkreis Bitburg-Prüm, 24. Jun. 2024. Mainz.
Gerten, Erich; Ewald, Heinz (1982)
Keille, Keil, Oberkail. Geschichte - Kultur - Landschaft. Wittlich.
Gerten, Erich; Kreutz, Jörg; Rech, Claus (2001)
Oberkail. Geschichte eines Dorfes in der südlichen Eifel. Neuerburg.
Kleintitschen, Detlef (2014)
Wasserburg Oberkail (Oberkail, Eifelkreis Bitburg Prüm). Informationsflyer der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm 2014. Bitburg-Prüm.
Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.) (1991)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Bitburg-Prüm. Band 9.1, Verbandsgemeinden Kyllburg und Speicher. Worms.
Rech, Claus (2015)
Burg Oberkail. In: Die Burgen und Schlösser des Eifelkreises. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes, Bd. 100, Jg. 25, H. 3, hrsg. vom geschichtlichen Arbeitskreis Bitburger-Land im Volksbildungswerk Bitburger-Land e.V., S. 76-83.. Bitburg.
Wackenroder, Ernst / Clemen, Paul (Hrsg.) (1934)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 12.4.) Düsseldorf.

Burg- und Schlossanlage in Oberkail

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Burgstraße / Haupichgasse 4-18
Ort
54533 Oberkail
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Claus Rech: „Burg- und Schlossanlage in Oberkail”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360143 (Abgerufen: 12. Mai 2026)
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