Töpferei Johann Schaaf
Laut Adressverzeichnis von 1795 lebte in der Hausnummer 186 (heute Rosmarstraße 26) eine Witwe Johann Schaaf, deren Mann laut Heeg (1994) vermutlich Töpfer war. Ein von den Lebensdaten passender Töpfer konnte in der Töpferliste von Göbels (1971) nicht identifiziert werden. Damals waren die umliegenden Grundstücke an der Ecke Norkstraße / Rosmarstraße bis auf Haus Nr. 186 nicht bebaut.
Töpferei Peter Lövenich
Bis um das Jahr 1836 gehörten die Grundstücke Y 513/1, 514/1, 515 und 516/1 (heute Rosmarstraße 26) einer Witwe Peter Lövenich. Ob es sich um einen Töpfer Peter Lövenich handelte, ist unklar. Die Witwe verkaufte die Grundstücke Y 513, 514 und 516 an Schwibert Kriegel (LA NRW R 7208/1836). Das Gebäude Y 515, bei dem es sich wohl um ein Fabrikationsgebäude handelte, verkaufte sie 1836 an den Töpfer Johann Maubach (siehe unten), jedoch wird 1837 auch ein Stephan Textoris (Töpfer) erwähnt (LA NRW R 7208 / 1837). Dieser baute sich aber 1838 einen neuen Töpferofen an der Hauptstraße.
Töpferei Johann Statz
Laut Urkataster gehörten die Grundstücke Y 517, 518, 519 (heute Rosmarstraße 22) bis um das Jahr 1836 einem Johann Statz (LA NRW R 7208 / 1836), bei dem es sich sehr wahrscheinlich um einen Töpfer handelte. Möglicherweise war es der Häfner Johann Statz (1771-1833). Falls er eine Tochter namens Christina hatte, heiratete diese den Töpfer Johann Maubach, der hier möglicherweise bereits ab dem Tod von Johann Statz im Jahr 1833 die Töpferei weiterbetrieb.
Töpferei Johann Maubach
Der Töpfer Johann Maubach heiratete im Jahr 1827 Christina Statz und wurde um das Jahr 1836 Eigentümer der Grundstücke Y 517, 518 und 519. Das Grundstück Y 515 mit einem Fabrikgebäude gehörte um 1836 einer Witwe Peter Lövenich, die es ebenfalls an Johann Maubach verkaufte (LA NRW R 7208 / 1836).
MAUBACH, JOHANN „Töpfergeselle - 1802 März 6 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Joseph M. und Anna Thomer, Geburtsreg. 47/1801 - 1827 März 8 zeigt den Tod des Vaters an, Sterbereg. 35/1827 - 1827 Nov. 24 heir. Christina Statz, 19 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 23/1827 - 1831 Juni 28 zeigt den Tod der Tochter Anna Gertrud an, Sterbereg. 56/1831 - 1845 Nov. 9 zeigt den Tod des Suitbert Kricheler an, ebd. 141/ 1845 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1856 in einer Töpferliste aufgeführt, StaF Akt. 187 fol. 21 - 1868 Dez. 10 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 142/1868“ (Göbels 1971).
In den Jahren 1850 lebte er im Haus Nummer 227 (StAF 182/21) und im Jahr 1856 im Haus Nummer 254 (StAF 187/21). Diese Grundstücke blieben fortan im Eigentum der Töpferfamilie Maubach.
Töpferei Heinrich und Peter Joseph Maubach
Johann Maubachs Söhne Johann, Peter, Heinrich und Peter Joseph waren ebenfalls Töpfer. Vermutlich arbeiteten alle in der elterlichen Töpferei. Heinrich und Peter Joseph werden bei Göbels (1971) als Töpfermeister bezeichnet und leiteten vermutlich den Betrieb.
MAUBACH, JOHANN „Töpfer - 1835 Jan. 7 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann M. und der Christina Statz, Geburtsreg. 2/1835 - 1863 Okt. 1 heir. Maria Katharina Stark, 19 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 20/1863 - 1905 Aug. 17 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 147/1905“ (Göbels 1971).
MAUBACH, PETER „Töpfer - 1837 Okt. 19 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann M. und der Christina Statz, Geburtsreg. 142/1837 - 1868 Dez. 10 zeigt den Tod des Vaters an, Sterbereg. 142/1868“ (Göbels 1971).
MAUBACH, HEINRICH „Töpfermeister - 1840 Juli 20 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann M. und der Christina Statz, Geburtsreg. 85/1840 - 1900 Jan. 16 stirbt zu Frechen, ledig, Sterbereg. 12/1900“ (Göbels 1971).
MAUBACH, PETER JOSEPH „Töpfermeister - 1845 Febr. 4 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann M. und der Christina Statz, Geburtsreg. 18/1845 - 1873 Mai 17 heir. Christina Herrlich, 27 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 25/1873 - 1890 als erster Beisitzer des Veteranen-Vereins erwähnt, StaF Akt. 223 fol. 105 - 1907 Nov. 8 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 201/1907“ (Göbels 1971).
Heinrich und Peter Joseph Maubach werden im Frechener Adressbuch von 1899 noch als Topffabrikanten in der Pützhöhle 338 verzeichnet; ein Johann Maubach ist als Rentner in der Hauptstraße 252 aufgeführt. Sehr wahrscheinlich stieg die Töpferei Maubach im Zuge der schlechter werdenden Absatzlage von der Irdenwaretöpferei auf die Blumentopfproduktion um, weshalb der Betrieb auch als „Topffabrik“ im Adressbuch von 1899 bezeichnet ist. Wohl mit dem Tod des Peter Joseph Maubach im Jahr 1907 wurde der Betrieb eingestellt.
Erhaltene Spuren und kulturhistorische Bedeutung
Im Jahr 2019 wurde im Zuge von Neubaumaßnahmen eine Ausgrabung auf dem Gelände durchgeführt (LVR-ABR-OA 1124130 NW2019/1094). Dabei wurden ein Steinzeugofen des 16.-17. Jahrhunderts mit Vorgängerbauten und ein Irdenwareofen des 18./19. Jahrhunderts gefunden. Diese wurden unterirdisch erhalten. Der Irdenwareofen kann den Töpfern Maubach zugeordnet werden.
Oberirdische Zeugnisse könnten sich in der historischen Bausubstanz Rosmarstraße 26 erhalten haben; in diesem Bereich lebte 1795 die Witwe Johann Schaaf.
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)
Quellen
Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland:
- LA NRW R 7208 / 1836
- LA NRW R 7208 / 1837
- Supplementflurbuch 1826 REK fol 392/115
- LVR-ABR-OA 1124130 NW2019/1094