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Das Wappen der Landauer Ortsgemeinde Mörzheim zeigt in einem roten Schild die silbernen Großbuchstaben D und M übereinander, umrahmt von drei sechsstrahligen goldenen Sternen. (2026)
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Mörzheim ist der südlichste Stadtteil von Landau in der Pfalz und blickt auf eine über 7.000 Jahre alte Siedlungsgeschichte zurück. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit. Die erstmals im Jahr 724 urkundlich erwähnte Ortschaft entwickelte sich über Jahrhunderte als landwirtschaftlich und weinbaulich geprägtes Dorf. Wechselnde Herrschaftsverhältnisse, die Französische Revolution, die Zugehörigkeit zu Bayern sowie die Eingemeindung nach Landau im Jahr 1972 prägten die Entwicklung des Ortes. Bis heute bewahrt Mörzheim seinen historischen Dorfcharakter mit zahlreichen Fachwerkhäusern und einer vom Weinbau bestimmten Kulturlandschaft.
Frühgeschichte und Besiedlung Das Gebiet um Mörzheim zählt zu den früh besiedelten Landschaften der Südpfalz. Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit belegen, dass bereits mehrere Jahrtausende vor Christus Menschen auf der fruchtbaren Lösshochfläche siedelten. Die günstigen natürlichen Voraussetzungen mit fruchtbaren Böden, Wasserläufen und einem milden Klima führten zu einer nahezu kontinuierlichen Nutzung der Landschaft. Während der Römerzeit verliefen wichtige Verkehrswege durch die Region. Zahlreiche Funde in der Umgebung weisen auf landwirtschaftliche Gutshöfe (Villae Rusticae) hin, auch wenn innerhalb des heutigen Ortskerns bislang keine größeren römischen Siedlungsreste nachgewiesen wurden.
Entstehung des Dorfes Die eigentliche Ortsgründung erfolgte vermutlich während der fränkischen Landnahme im späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert. Der Ortsname geht wahrscheinlich auf einen fränkischen Sippenführer namens Morin zurück und bedeutete ursprünglich „Heim des Morin“ (Morinesheim bzw. Morinheim). Zur ersten urkundliche Erwähnung gibt es unterschiedliche Angaben. In den Traditiones Possessionesque Wizenburgenses erscheint der Ort als Besitz des Klosters Weißenburg im Elsass. Doch nach Forschungen von Dr. Martin Armgart (ehem. Landesarchiv Speyer) ist der wahrscheinlichste Beleg für Mörzheim ein nach der Amtszeit eines Abts datierte Carular-Eintrag des Klosters Fulda aus dem Jahr 802. (s. Cartular-Eintrag, Drick Stengel, UB des Klosters Fulda Bad I, Marburg 1958, S. 459 f Nr. 403)
Mittelalter Im Mittelalter wechselten die Herrschaftsverhältnisse mehrfach. Seit dem frühen 13. Jahrhundert gehörte Mörzheim zum Speyergau und unterstand den Grafen von Leiningen als Vögten. Besonders prägend war die jahrhundertelange Teilung des Dorfes zwischen dem Hochstift Speyer und der Kurpfalz. Ab 1507 waren Einkünfte und Herrschaftsrechte zwischen beiden Territorialherren aufgeteilt. Erst 1709 fiel Mörzheim vollständig an die Kurpfalz und wurde dem Oberamt Germersheim sowie dem Unteramt Landeck zugeordnet. Diese unterschiedlichen Herrschaftsstrukturen spiegelten sich auch in Verwaltung, Gerichtsbarkeit und kirchlichen Verhältnissen wider.
Reformation und Konfessionen Mit der Einführung der Reformation in der Kurpfalz änderte sich auch das religiöse Leben des Dorfes grundlegend. Die Mehrheit der Bevölkerung schloss sich dem protestantischen Bekenntnis an. Die mittelalterliche Pfarrkirche wurde evangelisch genutzt, später bestand über längere Zeit ein Simultaneum, bei dem sich katholische und evangelische Gemeinde das Kirchengebäude teilten. Die heutige evangelische Kirche entstand 1778. Mit dem Bau der katholischen Kirche St. Ägidius in den Jahren 1928/29 endete die gemeinsame Nutzung endgültig.
Französische Revolution und napoleonische Zeit Die Französische Revolution brachte tiefgreifende politische Veränderungen. Im März 1793 gehörte Mörzheim zu den pfälzischen Gemeinden, die den Anschluss an die Französische Republik beantragten. Damit endete die jahrhundertelange kurpfälzische Herrschaft. Während der französischen Verwaltungszeit gehörte Mörzheim zunächst zum Kanton Billigheim, später zum Kanton Bergzabern. Mit der Einführung des französischen Rechtswesens, moderner Verwaltungsstrukturen und der Aufhebung feudaler Privilegien veränderte sich das gesellschaftliche Leben nachhaltig.
Bayerische Zeit im 19. Jahrhundert Nach dem Wiener Kongress fiel die Pfalz zunächst an Österreich und bereits 1816 an das Königreich Bayern. Mörzheim wurde Teil des Landkommissariats Landau, aus dem später das Bezirksamt Landau hervorging. 1828 erhielt der Ort offiziell die heute gültige Schreibweise Mörzheim. Das 19. Jahrhundert war von landwirtschaftlichem Wandel geprägt. Neben dem Ackerbau gewann insbesondere der Weinbau zunehmend an Bedeutung und entwickelte sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Zahlreiche noch erhaltene Fachwerkhäuser sowie repräsentative Hoftore stammen aus dieser Blütezeit. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus datiert auf das Jahr 1561.
Auswanderung und internationale Verbindungen Ein bedeutender Sohn des Dorfes war Johann Thomas Schley (1712–1790). Er wanderte 1736 nach Nordamerika aus und gründete später die Stadt Frederick im US-Bundesstaat Maryland. An ihn erinnert heute eine Gedenktafel in der Mörzheimer Hauptstraße. Aus dieser historischen Verbindung entwickelte sich später eine Städtepartnerschaft zwischen Mörzheim und Frederick.
Gustav Gulden und die Demokratiebewegung Aus Mörzheim stammt ebenfalls der Jurist und Politiker Gustav Adolph Gulden (1808–1882). Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 setzte er sich für demokratische Grundrechte und liberale Reformen ein. Sein politisches Wirken steht beispielhaft für die Beteiligung der Pfalz an den demokratischen Bewegungen des Vormärz und der Revolution von 1848/49. Seit 2025 erinnert der Gustav-Gulden-Ring an diese Persönlichkeit.
Die Weltkriege Der Erste Weltkrieg (1914-1918) forderte 45 Gefallene aus Mörzheim. Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) wurde die Umgebung des Dorfes in das Verteidigungssystem der Luftverteidigungszone West einbezogen. Südöstlich des Ortes entstand 1939 eine rund 840 Meter lange Höckerlinie als Panzerhindernis sowie zahlreiche Bunkeranlagen. Von der Höckerlinie sind heute noch etwa 520 Meter erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Der Zweite Weltkrieg kostete 85 Einwohnern das Leben. Nach Kriegsende wurde Mörzheim Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.
Verwaltungsreform und Eingemeindung Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Mörzheim 1969 in den Landkreis Landau-Bad Bergzabern. Bereits am 22. April 1972 verlor die Gemeinde ihre politische Selbstständigkeit und wurde in die kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz eingemeindet. Trotz der Eingemeindung blieb Mörzheim als Ortsbezirk mit eigenem Ortsbeirat und Ortsvorsteher beziehungsweise Ortsvorsteherin erhalten.
Mörzheim heute Heute zählt Mörzheim rund 1.100 Einwohner und gehört zu den acht historischen Stadtdörfern Landaus. Das Ortsbild wird durch den historischen Dorfkern mit Rathaus, Dorfbrunnen, evangelischer Kirche sowie zahlreichen Fachwerkhäusern geprägt. Der Weinbau bestimmt weiterhin die Kulturlandschaft und ist ein wesentlicher Bestandteil der örtlichen Wirtschaft und Identität. Gleichzeitig entwickelte sich Mörzheim in den vergangenen Jahrzehnten zu einem attraktiven Wohnort mit guter Anbindung an die Kernstadt Landau, ohne seinen dörflichen Charakter zu verlieren. Die umgebenden Weinberge, historische Gebäude sowie Zeugnisse der neueren Geschichte – darunter die Höckerlinie der Luftverteidigungszone West – machen Mörzheim zu einem anschaulichen Beispiel für die über viele Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft der Südpfalz.
Ortswappen Das Wappen der Landauer Ortsgemeinde Mörzheim zeigt in einem roten Schild die silbernen Großbuchstaben D und M übereinander, umrahmt von drei sechsstrahligen goldenen Sternen. Die Sterne wurden als rein schmückendes heraldisches Beiwerk hinzugefügt. Rot und Silber (Weiß) sind die traditionellen Farben der Kurpfalz, zu der das Gebiet um Mörzheim historisch gehörte. Das Wappen der ehemals selbständigen Gemeinde Mörzheim wurde am 2. Dezember 1937 offiziell durch den Reichsstatthalter in Bayern genehmigt. Das Wappen entstand nicht als völlig freie Neuschöpfung, sondern basiert auf historischen Gerichtssiegeln des Dorfes aus dem 18. Jahrhundert. Bereits in diesen alten Siegeln nutzte die Gemeinde die übereinandergestellten Buchstaben „D“ und „M“ (für Dorf Mörzheim) zusammen mit den Sternen als Erkennungszeichen, um Dokumente rechtskräftig zu besiegeln. Im Jahr 1937 wurde dieses historische Motiv dann formal in die heraldische Form eines offiziellen Gemeindewappens gegossen. Seit der Eingemeindung nach Landau im Jahr 1972 wird das Wappen weiterhin als Stadtteilwappen geführt.
(Christine Brehm, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2026, unter Verwendung des textbasierten Assistenzsystems ChatGPT)
Internet moerzheim.de: Homepage der Ortsgemeinde Mörzheim (abgerufen am 22.06.2026) landau.de: Geschichte und Ortsporträt Mörzheim (abgerufen am 17.06.2026) de.wikipedia.org: Mörzheim (abgerufen am 17.06.2026)
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