Norkengut

Norckenhof, Norcken-Hof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 29,21″ N: 6° 47′ 50,26″ O 50,90811°N: 6,79729°O
Koordinate UTM 32.345.139,70 m: 5.641.917,69 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.556.121,88 m: 5.641.727,38 m
Das Norkengut lag auf der Nordseite der Straße „auffm Nork“, die den Villerücken hinaufführte. Bis zur Säkularisation gehörte es der Kölner Benediktinerabtei Groß Sankt Martin. Der Name „Nork“ bedeutet laut Heeg vermutlich 'dünne Ackerschicht' und verweist auf die schlechteren Ackerböden im Hangbereich des Villerückens, der deshalb vergleichsweise spät besiedelt wurde (Heeg 1984, S. 131).

Ostermann (1967) listet in seiner Frechener Chronik folgende urkundlich belegte Ereignisse in Zusammenhang mit dem Norcken-Hof auf:
  • 1414 Zahlungen des Christian Hauschild aus dem Hofe „Norcke“ zu Frechen dienen als Sicherheit fur eine Memorie an der Kirche Groß-St.-Martin zu Köln.
  • 1725 Die Abtei Groß Stankt Martin und der Minoritenkonvent zu Köln vergleichen sich über die Abgaben, die der Norcken-Hof in Frechen zu leisten hat.
Aufgrund der räumlichen Nähe der Norkstraße zu den Tonabbaugebieten an den Hängen und auf dem Rücken der Ville ließen sich hier mit Aufblühen des Töpferhandwerkes ab dem 16. Jahrhundert bevorzugt Töpfer nieder. Diese waren „nicht mehr so sehr auf guten Ackerboden angewiesen (...), weil sie die Landwirtschaft nur noch nebenberuflich betrieben“ (Heeg 1984, S. 131). Bei Ausgrabungen im Bereich des ehemaligen Norkenhofes wurde ein Kannenofen des 17. Jahrhunderts gefunden mit einem geschätzten Fassungsvermögen von 13.000-15.000 Krügen durchschnittlicher Größe (Heeg 1984, S. 132). In der Töpferliste von Karl Göbels (1971) wird ein Töpfer 'Peter Nork' aufgeführt, dessen Nachname auf seinen Wohnort Bezug nehmen könnte. Vielleicht produzierte er im 17. Jahrhundert im Norkengut.

NORK, PETER „Düppenbäcker - 1636 bis 1646 in den Steuerlisten erwähnt; auch als Bote der Gemeinde tätig: Hauseigentümer, FüA 1,16 S. 230 u. a. - 1639 bezieht sechs Karren Ton, AHGC 7393 D fol. 72 - 1644 vor dem Frechener Hochgericht klagt er über den Verlust einer Kiste durch Johann Lövenich; die meisten Sachen hat er aber zurückerwerben können, vor allem von Soldaten und “aus dem Busch„, AHGC 7393 B fol. 299 - 1657 ist im Brüchtenprotokoll des Frechener Hochgerichts aufgeführt, FüA 1,16 S. 595“ (Göbels 1971).

Nach der Säkularisierung wurde das Gut mit 2,5 Hektar Land im Jahr 1807 Eigentum des Jakob Hackenbroich (Heeg 1984, S. 131). Das Grundstück Haus Nr. 49 wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie Hackenbroich bewohnt, während die anderen zugehörigen Grundstücke nach und nach im 19. Jahrhundert verkauft wurden. Die ganz östlich gelegenen Grundstücke gehörten ab etwa 1872 dem Töpfer Peter Lövenich (LA NRW R 7214 / Nachweise), der mit Gertrud Flock die Tochter des Töpfers Adolph Flock in der Norkstraße 31 heiratete.

Von dem Norkengut sind heute keine obertägigen Reste erhalten.

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

Quelle
Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland: LA NRW R 7214 / Nachweise

Literatur

Heeg, Egon (1994)
Frechener Adressenverzeichnis 1795 mit Ortsplan. Düren.
Heeg, Egon (1984)
Innenstadt (Frechen). (Frechener Straßen: Spiegel der Frechener Geschichte / Egon Heeg ; Band 1.) Köln.
Ostermann, Theodor / Stadtarchiv Frechen (Hrsg.) (1967)
Chronik der Stadt Frechen. Frechen.

Norkengut

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Norkstraße 49
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1414, Ende nach 1803

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Nicole Schmitz (2026): „Norkengut”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360271 (Abgerufen: 20. Oktober 2026)
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