Synagoge Opladen

heute Gedenkstätte Platz der Synagoge

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Leverkusen
Kreis(e): Leverkusen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 04′ 0,82″ N: 7° 00′ 4,54″ O 51,06689°N: 7,00126°O
Koordinate UTM 32.359.957,05 m: 5.659.164,18 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.570.227,77 m: 5.659.565,57 m
Die jüdische Gemeinde seit dem frühen 19. Jahrhundert
Im Bereich des heutigen Leverkusen lassen sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts vereinzelt jüdische Familien in Wiesdorf nachweisen. Im 19. Jahrhundert lebten die meisten Juden auf dem heutigen Stadtgebiet in Opladen, in der Zeit der Weimarer Republik in Wiesdorf. 1853 konstituierte sich der Synagogenbezirk Opladen (ab 1857 in die Bezirkssynagogengemeinde Solingen inkorporiert, ab 1879 als Filialgemeinde), zu der auch Bürrig, Wiesdorf und Bergisch Neukirchen gehörten. 1932 an Solingen angeschlossen.
Der jüdische Friedhof in der Robert-Blum-Straße (früher Schlebuscher Straße) wurde 1833 angelegt und bis 1939 belegt (Reuter 2007).
Die bis dahin eigenständige Kreisstadt Opladen wurde am 1. Januar 1975 als nunmehriger Stadtteil mit der neuen kreisfreien Stadt Leverkusen vereinigt.

Gemeindegröße
Um 1815: 13 (1819), um 1880: 44 (1885), 1932: 38 (1933), 2006: – (Reuter 2007).
Ferner werden für die jüdische Gemeinde in Leverkusen und Opladen für 1933 157 Mitglieder genannt, von denen 1939 nur noch 39 gemeldet sind (davidsternleverkusen.de und www.leverkusen.com).
„Innerhalb von sechs Jahren waren 38 ins benachbarte Köln und 27 in andere deutsche Großstädte gezogen, wo sie sich irrigerweise sicherer fühlten. 37 Juden emigrierten ins Ausland. Von 39 Juden, die 1939 noch in Leverkusen und Opladen gemeldet waren, kamen 29 in ein Vernichtungslager, fünf wählten den Freitod.“ (www.leverkusen.com)
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Bethaus / Synagoge
1843 ist erstmals ein Betsaal bezeugt. 1879 konnte ein Neubau eingeweiht werden. 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung zerstört und abgerissen (Reuter 2007).
Die Opladener Synagoge war ein einfaches und schmuckloses Backsteingebäude mit einer Grundfläche von 6,60 x 11 Metern, zu dem noch ein 170 Quadratmeter großer Versammlungs- und Hofraum gehörte. Sie kostete 1.325 Reichstaler (www.leverkusen.com).

Unter www.jewish-places.de findet sich die Angabe, dass die Opladener Synagoge zum 5. September 1879 eingeweiht wurde und ihre Zerstörung am 10. November 1938 erfolgte. Dem Verein Davidstern e.V. zufolge fand die Einweihung hingegen an zwei Tagen, dem 5. und 6. September (Freitag und Samstag) statt:
„Die Synagoge war ein einfaches Backsteingebäude mit einem 170 qm großen Versammlungsraum. … Am 10. November, dem Tag nach der Reichskristallnacht, wurde die Synagoge in Opladen in Brand gesteckt. Die nach dem Brand übrig gebliebenen Teile des Gebäudes wurden eingerissen. Nach der Zerstörung der Synagoge von den Nazis und der Vernichtung der jüdischen Gemeinde hörte das jüdische kulturelle Leben in Leverkusen für mehrere Jahrzehnte auf zu existieren.“
Ziel des Leverkusener Vereins Davidstern e.V. ist es, in Kooperation mit der Stadt Leverkusen die Synagoge wiederaufzubauen. Diese soll dann auch die Funktion eines jüdischen Kultur- und Begegnungszentrum einnehmen.

Gedenken und Erinnerung
Im Jahr 1963 wurde in der Nähe des ehemaligen Synagogenstandorts eine Gedenktafel eingeweiht, die 1966 durch einen von Werner Foltin (1934-2015) geschaffenen Gedenkstein ergänzt wurde. Die in Versalien gehaltene Inschrift der Tafel lautet:

Hier stand von 1879 bis 1938 die Synagoge
der Jüdischen Gemeinde Opladen
Rassenhass führte zu ihrer Zerstörung / am 10. November 1938
Den Toten zum Gedenken / den Lebenden zur Mahnung
Stadt Opladen 10. November 1963

Zum 9. November 1988 wurde der von der Lessingstraße gequerte Platz in „Platz der Synagoge“ umbenannt.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)

Internet
www.jewish-places.de: Synagoge Leverkusen-Opladen (Platz der Synagoge) (abgerufen 23.04.2026)
www.leverkusen.com: Synagoge (ehemalig) (abgerufen 23.04.2026)
davidsternleverkusen.de: Verein Davidstern e.V., Historische Verantwortung (abgerufen 23.04.2026)
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Literatur

Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 321-325, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.

Synagoge Opladen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Altstadtstraße 22
Ort
51379 Leverkusen - Opladen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1879 bis 1938

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Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Opladen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360106 (Abgerufen: 24. April 2026)
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