Eisenbahnstrecke von Jübek nach Husum

Englische Bahn von Tönning nach Flensburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Ahrenviölfeld, Bondelum, Husum (Schleswig-Holstein), Jübek, Mildstedt, Oster-Ohrstedt, Schwesing, Silberstedt, Sollerup, Treia, Wester-Ohrstedt
Kreis(e): Nordfriesland, Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 30′ 8,43″ N: 9° 13′ 31,63″ O 54,50234°N: 9,22545°O
Koordinate UTM 32.514.599,75 m: 6.039.438,26 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.514.673,89 m: 6.041.414,34 m
  • Bahnhof Husum (2026). Empfangsgebäude von 1910, Straßenseite

    Bahnhof Husum (2026). Empfangsgebäude von 1910, Straßenseite

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  • Jübek, Bahnhof, Husumer Bahnsteig (2026)

    Jübek, Bahnhof, Husumer Bahnsteig (2026)

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  • Jübek, Bahnhof. Ehemaliges Verbindungsgleis von Husumer Bahnsteig zur Hauptstrecke (2026)

    Jübek, Bahnhof. Ehemaliges Verbindungsgleis von Husumer Bahnsteig zur Hauptstrecke (2026)

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Die Bahnstrecke von Jübek nach Husum verbindet die großen Nord-Süd-Strecken in Schleswig-Holstein: die Marschbahn von Altona nach Westerland von 1887 im Westen und die Bahnstrecke von Altona nach Flensburg von 1869 im Osten. Anschlüsse gab es in Husum und Jübek. Die Bahnstrecke war eine weitere Ost-West-Verbindung aus dem zentralen Schleswiger Raum an die Nordseeküste mit den dortigen Häfen und Verbindungen nach England, Amerika und Übersee.
Am 25. Oktober 1854 wurde die Bahnstrecke von Flensburg über Husum nach Tönning in Betrieb genommen. Diese private Bahnstrecke diente vorrangig dem Viehtransport nach England. In Husum wurde zunächst der sogenannte Englische Bahnhof bedient, die Strecke führte weiter über Ohrstedt und Sollerup nach Tarp an der Strecke nach Flensburg. Nach Eröffnung der durchgehenden Bahnstrecke von Altona nach Flensburg wurde die Trasse ab Sollbrück nach Jübek neu erbaut. Diese Strecke wurde am 29. Dezember 1869 in Betrieb genommen.
In Jübek wurde 1869 für die neue Strecke ein eigener Bahnhofsteil westlich des Empfangsgebäudes angelegt, dessen Gleise bis in die 1990er Jahre erhalten waren. Die Bedeutung der Eisenbahn für die Strecke zeigt das Jübeker Wappen mit einem stilisierten Lokomotivrad in der unteren Hälfte.
Die Strecke diente vor allem der örtlichen Bevölkerung und Wirtschaft. Transportiert wurden die lokalen Erzeugnisse, angeliefert wurden Dünger und Heizmaterialien. Vorrangiges Ziel war Husum mit dem dortigen Nordseehafen.
Im Fahrplan 1914 waren neun Zugpaare ausgewiesen, darunter zwei Eilzüge ohne Unterwegshalte.

In den 1950er Jahren gab es durchgehende Eilzüge zwischen Husum und Kiel über Jübek und Rendsburg. Die Fahrzeit auf der zentralen Strecke betrug rund 37 Minuten. 1957 waren es sieben Triebwagenzüge (Schienenbusse) und zwei Eilzugpaare.
Ab den 1970er Jahren wurde der Zugverkehr eingeschränkt. Der Haltepunkt Rosendahl wurde bereits 1975 aufgelöst. Letzter Güterkunde war die Bundeswehr mit dem Standort in Ohrstedt, der bis 2001 bedient wurde. Gleisanschluss gibt es hier wieder seit 2006.

Die Strecke wird heute im Personenverkehr vom Regionalexpress RE 74 durch die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft von Husum nach Kiel stündlich bedient. Die Unterwegsbahnhöfe werden jedoch nicht mehr angefahren. Die Elektrifizierung der Strecke ist vorgesehen, zusammen mit der Elektrifizierung der Marschbahn.
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Betriebsstellen
Die Strecke weist eine Länge von rund 26 Kilometern auf. Die Streckenkilometrierung beginnt in Jübek.
(Bf = Bahnhof, Hp = Haltepunkt; jeweils aktuelle bzw. letzte Bezeichnung)
Bahnkilometer
Name
0,0
Bf Jübek (seit 1869, Verbindungen nach Flensburg, Schleswig)
-
Bf Eggebek (1854-1869, an der ehemaligen Strecke nach Tarp, 1869 verlegt)
-
Bf Sollerup (1854-1869, an der ehemaligen Strecke nach Tarp, verlegt nach Sollbrück)
5,0
Bf Sollbrück (1869-1984)
9,3
Bf Ahrenviöl (1854-1984)
14,2
Bf Oster-Ohrstedt (1854-1984, bis 1954 Bf Ohrstedt, Verbindung nach Rendsburg; Anschluss zum Bundeswehrdepot)
15,8
Hp Wester-Ohrstedt (1954-1981)
20,5
Bf Schwesing (1854-1981, Empfangsgebäude von 1854 erhalten)
23,0
Hp Rosendahl (1952-1969)
26,3
Bf Husum (Englischer Bahnhof seit 1854, Neubau 1910, Verbindungen nach Altona, Tönning, Flensburg, Westerland, Rendsburg, zum Husumer Hafen)
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(Claus Weber, Redaktion KuLaDig, 2026)

Quelle
Christoph Carl Arndt, Jübek - Ohrstedt - Husum: Ein Streckenportrait von 1989-2020 (2026, online: www.drehscheibe-online.de, abgerufen 26.3.2026)

Internet
de.wikipedia.org: Bahnstrecke Jübek - Husum (abgerufen 26.3.2026)
schleswigholstein24.com: Willi Schewski, 25. Oktober 1854: Bahnstrecke Flensburg-Husum-Tönning eröffnet. Schleswig-Holstein 24: Geschichten und Geschicke aus Schleswig-Holstein und Nachbarn (März 2023, abgerufen 6.4.2026)
stellwerke.info: Stellwerke an der Strecke 1011 (abgerufen 26.3.2026)

Eisenbahnstrecke von Jübek nach Husum

Schlagwörter
Ort
Ahrenviölfeld, Bondelum, Husum (Schleswig-Holstein), Jübek, Mildstedt, Oster-Ohrstedt, Schwesing, Silberstedt, Sollerup, Treia, Wester-Ohrstedt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1854 bis 1869

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Empfohlene Zitierweise
Claus Weber: „Eisenbahnstrecke von Jübek nach Husum”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360067 (Abgerufen: 5. Mai 2026)
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