Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 58′ 19,36″ N: 6° 52′ 18,66″ O 50,97204°N: 6,87185°O
Koordinate UTM 32.350.585,91 m: 5.648.872,24 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.561.281,60 m: 5.648.898,70 m
  • Vorderseite des Denkmals des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Es befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs.

    Vorderseite des Denkmals des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Es befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs.

    Copyright-Hinweis:
    Antonia Frinken, LVR / CC BY 4.0
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    Antonia Frinken
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  • Das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Das Denkmal befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs. Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

    Das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Das Denkmal befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs. Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

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  • Blick entlang der zentralen Sichtachse des jüdischen Friedhofs Bocklemünd auf das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (2026). Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

    Blick entlang der zentralen Sichtachse des jüdischen Friedhofs Bocklemünd auf das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (2026). Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

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  • Das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Das Denkmal befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs. Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

    Das Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem Neuen jüdischen Friedhof Bocklemünd (2026). Das Denkmal befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse auf dem älteren Teil des 1918 eingeweihten Friedhofs. Es wurde von der Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten initiiert und 1934 eingeweiht.

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Der Stein wurde von Robert Stern (1885-1934), dem Architekten der 1930 eingeweihten Friedhofsbauten, entworfen. Er ist dreieckig und scheint aus mehreren, einzeln gegossenen Schichten zu bestehen. In der unteren Hälfte befindet sich die kurze, in großen Lettern eingemeißelte Inschrift:

Unseren Gefallenen
Reichsbund jüd. Frontsoldaten

Das Denkmal befindet sich am Ende der zentralen Sichtachse hinter der Friedhofshalle auf dem älteren Teil des jüdischen Friedhofs. Mehrere Stufen führen in zwei Etappen zum Gedenkstein. Ihm unmittelbar gegenüber wurde 2020 die Stele für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs errichtet. Das Mahnmal überdauerte die NS-Zeit sowie den Zweiten Weltkrieg.

Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
Mit 55.000 Mitgliedern in 500 Ortsgruppen war der 1919 gegründete Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) die größte jüdische Vereinigung der Weimarer Republik. Im Ersten Weltkrieg hatten etwa 100.000 jüdische Soldaten auf deutscher Seite gekämpft. 12.000 von ihnen waren dabei ums Leben gekommen. 150 erhielten das Eiserne Kreuz erster Klasse.
Viele jüdische Familien, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bereits seit mehreren Generationen im heutigen Deutschland lebten, bezeichneten sich als Deutsche jüdischen Glaubens. In ihrer Selbstidentifizierung unterschieden sie sich also lediglich auf religiöser Ebene von der Mehrheitsgesellschaft und waren dementsprechend oft patriotisch eingestellt.
Dies erklärt den verhältnismäßig hohen Anteil deutscher jüdischer Soldaten, was antisemitisch eingestellte Personen und Institutionen jedoch nicht davon abhielt, jüdische Männer als „Drückeberger“ zu diffamieren. Obwohl jüdischen Menschen seit der Gleichstellung 1871 formal alle Berufe offenstanden, blieb es ihnen in der Praxis oftmals verwehrt, in hohe staatliche oder militärische Ämter aufzusteigen. Aus diesem Grund war der Anteil jüdischer Offiziere im Ersten Weltkrieg gering: Zu Beginn des Krieges gab es lediglich einen jüdischen Offizier, bis Oktober 1914 erhöhte sich die Zahl aber auf 150 in allen Truppengattungen - angesichts der zahlreichen jüdischen Soldaten insgesamt ein noch immer recht geringer Anteil.
Ebenso wie andere Vereine stellte sich auch der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten dem zunehmend lauter werdenden Antisemitismus auf struktureller und gesellschaftlicher Ebene entgegen.
Die Kölner Ortsgruppe des Reichsbundes errichtete noch 1934 das Denkmal auf dem Friedhof Bocklemünd. 3.000 Personen nahmen an der Enthüllung teil. 1936 wurden dem Bund alle politischen Aktivitäten untersagt.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)

Internet
de.wikipedia.org: Abschnitt zum Lapidarium und Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten im Eintrag zum jüdischen Friedhof Bocklemünd (aufgerufen: 31.03.2026)
de.wikipedia.org: Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (aufgerufen: 31.03.2026)
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Literatur

Becker-Jákli, Barbara / NS-Dokumentationszentrum Köln (Hrsg.) (2012)
Das Jüdische Köln. Geschichte und Gegenwart. Ein Stadtführer. Köln.
Heid, Ludger (Hrsg.) (1992)
Wegweiser durch das jüdische Rheinland. (Eine Publikation des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts für Deutsch-Jüdische Geschichte.) Berlin.

Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Venloer Straße 1152
Ort
50829 Köln - Vogelsang / Nordrhein-Westfalen
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1934

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„Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360048 (Abgerufen: 9. April 2026)
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