Mendelssohn-Stele von Josef Welling im Mendelssohnpark in Horchheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 19′ 49,24″ N: 7° 35′ 45,85″ O 50,33034°N: 7,59607°O
Koordinate UTM 32.400.077,45 m: 5.576.303,40 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.400.112,60 m: 5.578.094,23 m
  • Einweihung des Mendelssohn-Denkmals durch Oberbürgermeister Willi Hörter im Mendelssohn-Park in Koblenz-Horchheim (1984)

    Einweihung des Mendelssohn-Denkmals durch Oberbürgermeister Willi Hörter im Mendelssohn-Park in Koblenz-Horchheim (1984)

    Copyright-Hinweis:
    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Jochen Hof
    Medientyp:
    Bild
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  • Horchheimer bei der Einweihung des Mendelssohn-Denkmals im Mendelssohn-Park in Koblenz-Horchheim (1984)

    Horchheimer bei der Einweihung des Mendelssohn-Denkmals im Mendelssohn-Park in Koblenz-Horchheim (1984)

    Copyright-Hinweis:
    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Jochen Hof
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    Bild
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Im September 1984 errichteten Horchheimer Bürger im Mendelssohnpark eine Stele zu Ehren von Felix Mendelssohn Bartholdy. Entworfen und gestaltet wurde das Denkmal vom Horchheimer Gold- und Silberschmied sowie Bildhauer Josef Welling. Die rund 2,10 Meter hohe Bronzeplastik steht auf einem 30 Zentimeter hohen Sockel aus heimischem Basalt und greift in ihrer Form symbolisch die Silhouette eines Konzertflügels auf.

Gestaltung
Im oberen Teil der Stele ist eine stilisierte Klaviertastatur zu sehen, darunter der Name des Komponisten. Auf einem der Seitenflügel hat Welling das ehemalige Sommerhaus des Onkels von Mendelssohn als Relief dargestellt – jenes Haus, in dem der Musiker während seiner Aufenthalte in Horchheim wohnte. Die in die Bronze erhaben modellierten Jahreszahlen 1827, 1833, 1837, 1839 und 1846 verweisen auf die nachgewiesenen Besuche des Komponisten an diesem Ort.

Kompositionen, die in Horchheim entstanden sind
Auf der Rückseite der Skulptur sind drei Werke aufgeführt, die Mendelssohn während seiner Aufenthalte in Horchheim komponierte: das Klavierkonzert in d-Moll (op. 40), der 114. Psalm (op. 51) und das „Altdeutsche Lied“ (op. 57, Nr. 1).

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll op. 40 (MWV O 11)
„Felix spielt mir sein Clavierkonzert vor“, schreibt Cécile am 1. Juli 1837 ins Tagebuch der Hochzeitsreise. Dabei war es noch gar nicht fertig. Seit April hatte Felix Ideen gesammelt und während der Hochzeitsreise immer wieder daran gearbeitet. Am 5. August konnte er in Horchheim die Komposition abschließen. Die Uraufführung fand am 21. September beim Musikfest in Birmingham statt, Mendelssohn war selbst der Solist. Das Konzert hat wie üblich drei Sätze, die aber ohne Pause ineinander übergehen. „Allegro appassionato“, also „lebhaft und leidenschaftlich“ lautet die Überschrift über dem ersten Satz. Schon nach wenigen Takten des Orchesters setzt das Klavier ein. Insgesamt musizieren der Pianist und das Orchester gleichberechtigt, das Orchester ist also nicht nur Begleitung für den Solisten. Der zweite Satz ist ein wunderbar lyrisches „Lied ohne Worte“. Mit einem dramatischen dritten Satz endet das Konzert.

Der 114. Psalm „Da Israel aus Ägypten zog“ op. 51 (MWV A 17) für achtstimmigen gemischten Chor, Orchester und Orgel
In allen jüdischen und christlichen Gottesdiensten werden Psalmen gesprochen oder gesungen. Vier von den fünf Psalmvertonungen von Mendelssohn für Chor und Orchester sind allerdings für den Konzertsaal geschrieben. So wurde Psalm 114 im Neujahrskonzert 1840 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt. Entstanden ist er innerhalb von vierzehn Tagen beim Aufenthalt Mendelssohns im Spätsommer 1839 in Horchheim. Der Text ist ein Dankgesang für die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten und den Durchzug durch das Rote Meer. Der Gesang ist hymnisch-festlich, von den Chören Georg Friedrich Händels beeinflusst. Das Orchester hat im wesentlichen Begleitfunktion, besonders reizvoll ist die Tonmalerei bei „Das Meer sah und floh, der Jordan wandte sich zurück.“

Altdeutsches Lied (In dem Wald) „Es ist in den Wald gesungen“ op. 57 Nr. 1 (MWV K 104)
Die Klavierlieder Mendelssohns sind nicht für Konzerte entstanden, sondern wurden im häuslichen Kreis, auch mit Freunden aufgeführt. Viele wurden einzelnen Personen, mit denen Felix befreundet war, als „Albumblatt“ gewidmet und geschenkt. Das „Altdeutsche Lied“ hat er im Lauf der Jahre handschriftlich an mehrere Bekannte verschenkt. Entstanden ist es am 26. Juli 1839 in Horchheim. Mit fünf anderen Lieder wurde es 1843 als Opus 57 veröffentlicht, gleichzeitig in Leipzig, London und Lyon. In zwei vierzeiligen Strophen ist von Liebesleid die Rede, Klage über eine unerfüllte Liebe. Die Vertonung ist sehr schlicht, volksliedhaft. Der Text stammt von Ludwig Tieck, einem Dichter der Romantik, mit dem Felix Kontakt hatte, geht aber auf eine mittelalterliche Quelle zurück.

Einweihung der Mendelssohn-Stele im Jahr 1984
Das Denkmal für Felix Mendelssohn Bartholdy im Horchheimer Mendelssohnpark wurde 1984 aufgestellt – fast vier Jahre nach der ersten Idee. Obwohl das Modell von Josef Welling bereits 1980 vorlag, verzögerte sich die Umsetzung durch Diskussionen im Kulturausschuss und einen Wechsel im Kulturdezernat. Erst im Mai 1984 erhielt Welling den offiziellen Auftrag. In dieser Zeit setzten sich die Horchheimer Vereine stark für das Projekt ein und beteiligten sich auch finanziell.

(Heimatfreunde Horchheim e.V., Horchheim; Johannes Stein, Koblenzer Mendelssohn-Tage e.V., 2025)

Mendelssohn-Stele von Josef Welling im Mendelssohnpark in Horchheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Emser Straße
Ort
56076 Koblenz - Horchheim
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Heimatfreunde Horchheim e.V. (2025): „Mendelssohn-Stele von Josef Welling im Mendelssohnpark in Horchheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360019 (Abgerufen: 5. Mai 2026)
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