NS-Zwangsarbeitslager im Jugendheim des Pfarrheims Aachen-Walheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Aachen
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 42′ 28,73″ N: 6° 10′ 37″ O 50,70798°N: 6,17694°O
Koordinate UTM 32.300.682,29 m: 5.621.153,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.512.542,86 m: 5.619.175,75 m
Das zum Pfarrheim in Aachen-Walheim gehörende Jugendheim diente im Nationalsozialismus zur Internierung von Zwangsarbeitenden. Das Pfarrheim ist eine Station des Projekts „Wege gegen das Vergessen 1933-1945“, das die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Aachen fördert. Eine Gedenktafel am Pfarrhaus führt aus:
Im April 1941 wurde das Pfarrheim Walheim von den örtlichen Nationalsozialisten beschlagnahmt. In der Holzbaracke, die seit den zwanziger Jahren für Versammlungen, Theateraufführungen und Gemeinschaftsleben genutzt worden war, wurden mehr als fünfzig jüdische Männer interniert. Sie wurden zu Zwangsarbeiten in der Umgebung herangezogen. Die Lebensbedingungen der Männer und der drei zum Küchendienst verpflichteten jüdischen Frauen waren unmenschlich. ...“ (wgdv.de).

Die Angaben zur Anzahl der im Lager internierten Personen variieren in den Quellen zwischen 50 und 120 Personen. Eine vollständige Belegungs- und Herkunftsliste ist nicht überliefert; im Rahmen einer Begleitpublikation des Projekts „Wege gegen das Vergessen“ konnten jedoch 30 Insassen namentlich identifiziert werden (Kirschgens 1999). Im November 1941 wurden die Internierten über den Bahnhof Walheim nach Stolberg abtransportiert. Dort mussten sie für die „Aktienspinnerei Kali-Chemie“ und die Firma „Feuerfeste Steine Peters“ arbeiten, bis sie im Juni 1942 in die Lager des Ostens deportiert und ermordet wurden (wgdv.de).

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
Im nationalsozialistischen Deutschland wurden während des Zweiten Weltkriegs (Kriegs-) Gefangene und ausländische Zivilarbeitende systematisch zur Arbeit herangezogen. Dieses rassistisch-bürokratische System war staatlich organisiert und beruhte auf Zwang. In der Landwirtschaft, in der Industrie und bei Infrastrukturprojekten gehörte der Zwangseinsatz zum grundlegenden Funktionsprinzip der (Kriegs-) Wirtschaft (bpb.de; rheinische-geschichte.lvr.de).

(Nico Wagner, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026 / freundliche Hinweise eines Ortskundigen)

Internet
bpb.de: Bundeszentrale für politische Bildung. Überblick: Die nationalsozialistische Zwangsarbeit (abgerufen 18.03.2026)
rheinische-geschichte.lvr.de: Nationalsozialistische Lager und Haftstätten in der Rheinprovinz (Text: Stefan Kraus, abgerufen 13.03.2026)
wgdv.de: Wege gegen das Vergessen: Lager Walheim - Pastor-Franzen-Straße, Walheim (abgerufen 18.03.2026)

Literatur

Kirschgens, Stefan (1999)
Internierungslager für Bürger jüdischen Glaubens - Walheim. März/April bis November 1941 | Dokumentation 1999 | Wege gegen das Vergessen. o. O.

NS-Zwangsarbeitslager im Jugendheim des Pfarrheims Aachen-Walheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Pastor-Franzen-Straße 2
Ort
52076 Aachen - Walheim / Nordrhein-Westfalen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1941, Ende 1941

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Nico Wagner (2026): „NS-Zwangsarbeitslager im Jugendheim des Pfarrheims Aachen-Walheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360015 (Abgerufen: 20. März 2026)
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