In den umfassenden Recherchen des Leichlinger Sprengstoffexperten Friedrich Trimborn (2002) findet sich der Hinweis auf eine Chemische Fabrik Gierlichs, die während des Ersten Weltkriegs „in enger Zusammenarbeit mit den Schlebuscher Sprengstoffabrikanten“ für diese Pikrinsäure fertigte. Pikrinsäure gehört zur Stoffgruppe der aromatischen Verbindungen der Trinitrophenole und weist Eigenschaften von Sprengstoff auf. Die Säure wurde als Initialsprengstoff für die Fertigung von Sprengkapseln oder militärischer Sprengladungen für Granaten eingesetzt.
Gegründet von Franz Gierlichs sen. habe sich die Fabrik „im Gelände zwischen Quettinger Straße und Bürgerbusch, gegenüber der Mauer des Eisenbahnausbesserungswerks“ befunden. Weitere Nachrichten zu dem Werk, dessen Produkten oder zur Bestandsdauer liegen nicht vor – ergänzende Hinweise sind daher willkommen!
Lage, historische Karten und Objektgeometrie Auf den historischen Kartenblättern der zwischen 1891 und 1912 erarbeiteten Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) wie auch denen der wenige Jahrzehnte jüngeren topographischen Karten der TK 1936-1945 finden sich kein entsprechenden Einträge, der vermutlich nur kurzlebigen Chemiefabrik. Diese ist hier daher lediglich symbolisch unter der vorab benannten Lage eingezeichnet.
Internet stadtgeschichte-lev.de: „Leverkusen explosiv. Geschichte der Sprengstoffproduktion“, Gemeinschaftsausstellung des Bergischen Geschichtsvereins und der Stadtgeschichtlichen Vereinigung, 16. Juni bis 25. August 2024 (abgerufen 05.02.2026) de.wikipedia.org: Pikrinsäure (abgerufen 16.03.2026)
Literatur
Trimborn, Friedrich (2002)
Explosivstoffabriken in Deutschland. Ein Nachschlagewerk zur Geschichte der Explosivstoffindustrie (2. völlig überarbeitete Auflage der Ausgabe von 1995). S. 178, Köln.
Chemische Fabrik Gierlichs bei Opladen / Quettingen
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