Felsenhöhle des Echobläsers gegenüber der Loreley

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Urbar (Rhein-Hunsrück-Kreis)
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 08′ 5,9″ N: 7° 44′ 2,25″ O 50,13497°N: 7,73396°O
Koordinate UTM 32.409.522,10 m: 5.554.405,16 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.409.561,00 m: 5.556.187,39 m
  • Fiktive Illustration eines Echobläsers gegenüber des Loreley-Felsens

    Fiktive Illustration eines Echobläsers gegenüber des Loreley-Felsens

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Bei den Orten Sankt Goar, Sankt Goarshausen und Urbar ist der Rhein durch die teils hohen und schroffen Uferfelsen geprägt. Diese Felsen sind derart geformt, dass sie sich stark auf die örtliche Akustik auswirken. So kann es passieren, dass lautere Töne mehrfach von den Felswänden widerhallen und eine verstärkte Echobildung auftritt. Dieses Phänomen war bereits den Menschen der Vergangenheit bekannt. Einige der Legenden, so auch die Sage von der Zauberin Loreley, wurden durch dieses besondere Merkmal begründet, da der diffuse Hall als das Flüstern der Loreley vom Felsen herunter gedeutet wurde.

Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt im 19. Jahrhundert wurde dieses Phänomen auf besondere Weise inszeniert, der vielleicht skurrilste Beruf am ganzen Mittelrhein war geboren: Der des Echobläsers.
Bei dem Echobläser handelte es sich um einen Mann, der eine Höhle im gegenüber dem Loreley-Felsen gelegenen Felsen bewohnte. Seine Aufgabe war es, beim Eintreffen der Dampfschiffe das Echo als regionale Besonderheit durch das Blasen von Jagdhörnern oder Trompeten zu inszenieren. Die Schiffe antworteten dann durch Böllerschüsse. Man kann sich vorstellen, wie die Menschen auf den Schiffen dieses Schauspiel erlebten und wie jeder versuchte, den Echobläser oben im Felsen mit einem Feldstecher oder Fernglas zu entdecken. Die Echobläser hatten einen nicht unerheblichen Anteil an der touristischen Erschließung und Romantisierung des Rheins.

Eine zeitgenössische Quelle zu den Echobläsern lässt sich finden. Karl Simrock beschreibt in seiner Beschreibung des Rheinlandes den Echobläser folgendermaßen:
„Bei der Lurlei (Loreley) pflegten dje Kölner Dampfschiffe innezuhalten, damit der Reisende ihre Stimme vernehme, denn den ienseitigen Felsen bewohnt ein von der Gesellschaft besoldeter Troglodite [ein Höhlenbewohner, Verf.], der sie durch Schießen und Blasen herausfordern muß, sich hören zu laßen. Die Düsseldorfer Schiffe pflegen sie durch Böllerschüße dazu anzufeuern.“ (Simrock 1865, S. 274)

(Florian Weber, Universität Koblenz, 2026)

Literatur

Simrock, Karl (1865)
Das malerische und romantische Rheinland. Band II. Von Mainz bis Köln und Achen. S. 274, Bonn.

Felsenhöhle des Echobläsers gegenüber der Loreley

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bundesstraße B9
Ort
55430 Urbar
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung

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Florian Weber (2026): „Felsenhöhle des Echobläsers gegenüber der Loreley”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360006 (Abgerufen: 4. Mai 2026)
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