Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt im 19. Jahrhundert wurde dieses Phänomen auf besondere Weise inszeniert, der vielleicht skurrilste Beruf am ganzen Mittelrhein war geboren: Der des Echobläsers.
Bei dem Echobläser handelte es sich um einen Mann, der eine Höhle im gegenüber dem Loreley-Felsen gelegenen Felsen bewohnte. Seine Aufgabe war es, beim Eintreffen der Dampfschiffe das Echo als regionale Besonderheit durch das Blasen von Jagdhörnern oder Trompeten zu inszenieren. Die Schiffe antworteten dann durch Böllerschüsse. Man kann sich vorstellen, wie die Menschen auf den Schiffen dieses Schauspiel erlebten und wie jeder versuchte, den Echobläser oben im Felsen mit einem Feldstecher oder Fernglas zu entdecken. Die Echobläser hatten einen nicht unerheblichen Anteil an der touristischen Erschließung und Romantisierung des Rheins.
Eine zeitgenössische Quelle zu den Echobläsern lässt sich finden. Karl Simrock beschreibt in seiner Beschreibung des Rheinlandes den Echobläser folgendermaßen:
„Bei der Lurlei (Loreley) pflegten dje Kölner Dampfschiffe innezuhalten, damit der Reisende ihre Stimme vernehme, denn den ienseitigen Felsen bewohnt ein von der Gesellschaft besoldeter Troglodite [ein Höhlenbewohner, Verf.], der sie durch Schießen und Blasen herausfordern muß, sich hören zu laßen. Die Düsseldorfer Schiffe pflegen sie durch Böllerschüße dazu anzufeuern.“ (Simrock 1865, S. 274)
(Florian Weber, Universität Koblenz, 2026)