Lage und Gebäudebeschreibung
Boden-Haus, Burgstraße 7
Arnoldy-Haus, Burgstraße 9 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Arnoldy-Haus, Burgstraße 9 ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
Ausgründungshäuser, erbaut von Personen, die aus der Burgstraße 9 stammten
Kulturdenkmal
Quellen
Lage und Gebäudebeschreibung
Die beiden unmittelbar aneinander gebauten, zweigeschossigen Wohngebäude in geschlossener Bauweise sind traufständig zur gepflasterten Hoffläche und damit auch zur Burgstraße ausgerichtet und weisen einen rechteckigen Grundriss auf. Die Dächer sind als flach geneigte Satteldächer ausgebildet und mit dunklen Ziegeln beziehungsweise Schiefer oder Kunstschiefer gedeckt; in den Dachflächen befinden sich einzelne Dachflächenfenster. Die Fassaden sind verputzt und farbig gefasst, wobei das linke Gebäude in einem sehr hellen Pastellton und das rechte Gebäude in einem warmen Gelbton gehalten ist. Beide Häuser besitzen einen farblich abgesetzten Sockelbereich in einem dunkleren Rosa- bis Rot-Ton, der den Übergang zum gepflasterten Hof markiert. Die Fassadenöffnungen sind regelmäßig angeordnet, jedoch nicht streng symmetrisch. Am linken Gebäude sind noch gut die drei ursprünglichen Fensterachsen ablesbar, wobei sich die Haustür in der ganz linken Achse befindet. Im ehemaligen Wirtschaftsteil des linken Hauses (Burgstraße 7) sind im Erdgeschoss ein großflächiges, breites Fenster sowie eine Öffnung für eine Autogarage vorhanden. Im Obergeschoss wurden zwei ebenfalls großflächige, breite Fenster eingebaut.
Das rechte Gebäude (Burgstraße 9) weist insgesamt eine regelmäßigere und ruhigere Fensterordnung auf. Sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss sind die Fenster annähernd gleich groß und gleich proportioniert. Das „alte“ Wohnhaus besitzt vier Fensterachsen, wobei sich die Haustür in der zweiten Achse von links befindet. Rechts davon, im ehemaligen Ökonomieteil, sind heute ebenfalls Wohnräume untergebracht, die sich durch leicht größere Fensteröffnungen abzeichnen. Unter einem im Obergeschoss verbretterten, vorgelagerten Schuppen sind noch das ehemalige Scheunentor, die frühere Stalltür sowie ein zugehöriges Fenster in der Verlängerung der Hausfassade erkennbar.
Diesem Schuppen vorgelagert ist ein eigenständiges, zweigeschossiges Gebäude, das bis an die Grundstücksgrenze heranreicht und ebenfalls traufständig zur Straße ausgerichtet ist. Es weist eine Vielzahl unregelmäßig angeordneter, kleinerer Fenster auf. Die nach Südwesten ausgerichtete Seite ist im Obergeschoss großflächig mit Naturschiefer verkleidet. In diesem Gebäude befand sich früher die Mühle der Familie Arnoldy.
Insgesamt zeigen die beiden Häuser Burgstraße 7 und 9 eine Wohnbebauung des 19. beziehungsweise frühen 20. Jahrhunderts, die im Laufe der Zeit wiederholt funktional an die Bedürfnisse ihrer Bewohner angepasst wurde.
Boden-Haus, Burgstraße 7
Im Jahr 1811 erwarb die „Witwe Gellartz“, Margaretha Bernard, die ehemals gräfliche „Backstuf“. Bei dieser handelt es sich um den Kern des Boden-Hauses, also die drei linken Fensterachsen des heutigen Hauses. Margarethas erster Ehemann, Johann Gellart (auch Gelhard oder Gellartz), stammte vom Forsthaus Mühlchen bei Zemmer. Kurz nach 1800 war er als Förster in Schladt tätig und kam später in gleicher Funktion nach Oberkail, wo er Anfang des Jahres 1810 verstarb. Mit seiner Frau und den Kindern lebte er zur Miete bei der Schmieds-Familie am Orsfelder Weg 2. Seine Witwe Margaretha Bernard (1775–1834) stammte aus Schleidweiler. Zum Zeitpunkt des Kaufs des ehemaligen Backhaus-Gebäudes waren die gemeinsamen Kinder 14, sieben und fünf Jahre alt. Kurz darauf heiratete sie den Witwer Johann Flesch (1759–1835) aus Eisenschmitt. Aus dieser zweiten Ehe sind keine Kinder bekannt.
In den ersten preußischen Katasteraufnahmen von Oberkail aus dem Jahr 1828 wird Johann Flesch als Eigentümer des Anwesens geführt. In den Akten des Prozesses der sogenannten „neuen“ Bürger Oberkails gegen die früheren Stockbesitzer wird er als Besitzer eines Beihauses bezeichnet. Zu dieser Zeit war die älteste Tochter Margarethas, Katharina Gelhart, mit Peter Müller verheiratet; das Ehepaar lebte im Lorentz-Haus in der Bitburger Straße 7. Der Sohn Johann Servatius Gelhart war nach Mülheim an der Ruhr verzogen und dort verheiratet. Die jüngste Tochter, Maria Anna Gelhart (1806–1862), hatte 1827 den aus Orsfeld stammenden Augustin Bohr (1801–1847) geheiratet. Das Ehepaar wohnte zunächst im Elternhaus der Frau in der Oberkailer Burg und übernahm dieses auch nach dem Tod der Mutter. Um 1840 zog die Familie jedoch in das alleinstehende Haus auf der Bierbach. Augustin Bohr war als „Straßenarbeiter“ vermutlich für den Streckenabschnitt Oberkail–Schwarzenborn der neu erbauten Bezirksstraße zuständig.
Spätestens ab 1840 befand sich das Haus in der Burg im Besitz von Philipp Schmitt junior (1792–1854). Er stammte aus Schwarzenborn und war mit Katharina Siegeler (1801–1867) verheiratet, die aus dem sogenannten Boden-Haus in der Bitburger Straße 2 kam. Mit dem Ehepaar und ihren bis zum Umzug sechs Kindern zog auch der Hausname „Boden“ in das Anwesen ein. Ihnen folgte ihr Sohn Jakob Schmitt (1828–1896), der mit Katharina Schmitz (1833–1869) aus Erdorf verheiratet war. Deren älteste Tochter Magdalena Schmitt (1864–1937) übernahm später das Haus in der Burg. Sie und ihr Ehemann, der Oberkailer Schneider Bernhard Kohl (1851–1924), werden im Gebäudebuch des Jahres 1910 als Bewohner genannt. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Anwesen aus einem Wohnhaus mit Keller sowie Scheune und Stall.
In der nächsten Generation blieb erneut ein Sohn namens Bernhard Kohl (1893–1955) im Haus. Er war Waldarbeiter und seit 1923 mit Maria Metzen (1900–1996) aus Badem verheiratet. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen drei in Oberkail blieben. Der Sohn Bernhard Kohl (1933–1969) errichtete in den 1960er Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau Waltraud Meier aus Gransdorf das Haus am Hetzenborn 1. Sohn Stephan Kohl (1940–2004) baute ebenfalls in den 1960er Jahren mit seiner aus Malberg stammenden Ehefrau Ingrid Garçon das Haus am Seinsfelder Weg 2.
Im Elternhaus in der Burg verblieb die Tochter Maria Kohl (1929–2021), die seit 1971 mit Andreas Adam (1914–1997) aus Trier verheiratet war. Das Ehepaar hatte keine Kinder. Nach dem Tod von Maria Adam, die im Dorf als „Boden Mariechen“ bekannt war, zog deren Großnichte Jeanette Kohl in das Haus ein. In den vergangenen Jahren hat sie umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an dem Gebäude durchführen lassen.
Arnoldy-Haus, Burgstraße 9 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Auch wenn die Notariatsunterlagen des Verkaufs dieses ehemaligen Burggebäudes der 1810er Jahre bislang nicht aufgefunden werden konnten, ist davon auszugehen, dass ein solcher Verkauf 1814 oder 1815 stattgefunden haben muss. Ein älteres Foto aus der Zeit vor dem Hausumbau 1925 lässt den rechten Teil der Inschrift des Haustürsturzes erkennen: „…CCCXV ER“. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um die Jahreszahl 1815 (MDCCCXV) sowie um die Initialen der Elisabeth Raskob. Wer verbarg sich dahinter? Nikolaus Raskob aus Spang hatte ins Webers-Haus (Bitburger Straße 12) eingeheiratet. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er Elisabeth Erdorf (1778-1834), die aus dem Schangen-Haus (Standort Kuhberg 1) stammte. Nikolaus starb 1813. Nun wohnte die Witwe Elisabeth Raskob als Fremde im Webers-Haus. Weder sie noch ihr Sohn Theodor Raskob hatten nach dem hergekommenen Recht Ansprüche auf Haus, Hof und Ländereien. Alleinig ihre Stiefkinder Susanna und Wilhem Raskob, die aber noch nicht volljährig waren, sowie die damals möglicherweise noch lebende 75jährige erste Schwiegermutter ihres verstorbenen Mannes hatten das Sagen.
Das Haus in der Burg muss also 1815 als „Witwensitz“ für Elisabeth Raskob, geborene Erdorf und ihren zweijährigen Sohn Theodor Raskob eingerichtet worden sein. Jedoch zwei Jahre später ging sie eine zweite Ehe ein. Ihr neuer Ehemann war der kürzlich verwitwete Johann Peter Probst (1779–1851), der aus dem Reiss-Haus am Orsfelder Weg 4 stammte und nach den Regeln des Ancien Régime dort Stockerbe gewesen wäre. Nach der Einführung der Realerbteilung musste ihm jedoch bewusst sein, dass er nach dem Tod der Eltern mit fünf weiteren Miterben konkurrieren würde. Er zog wohl 1817 mit seinen drei noch lebenden Kindern (acht, vier und zwei Jahre alt) zu seiner zweiten Frau in die Burg.
Im ersten preußischen Kataster von Oberkail wird dann der Ehemann Johann Peter Probst als Eigentümer eines Wohnhauses am heutigen Standort Burgstraße 9 geführt. In der Urteilsschrift zu den Waldnutzungsrechten von 1835 erscheint er einerseits als Besitzer eines Beihauses (Burgstraße 9), andererseits aber auch als Mitbesitzer eines Stockhauses (Orsfelder Weg 4). Dies verdeutlicht die schwierige Situation innerhalb der Dorfgemeinschaft, da es keineswegs nur Zugezogene waren, die ihre Holznutzungsrechte gegenüber der alteingesessenen Bevölkerung geltend machten.
Ein dreiviertel Jahr nach dem Tod der Elisabeth Erdorf schloss Johann Peter Probst im Jahr 1835 eine dritte Ehe mit der aus Seinsfeld stammenden Apollonia Kohn (1803–1878). Spätestens dann begannen wohl auch die Bauarbeiten an seinem neuen Wohngebäude in der Hauptstraße 3. Offensichtlich hatte sich der Bauherr wirtschaftlich konsolidiert und konnte einen stattlichen Neubau errichten. Das auf 1836 datierte Eingangsportal zeugt bis heute von dieser wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Mitte der 1830er Jahre lebten noch sowohl Johann Peter Probst als auch sein Stiefsohn Theodor Raskob mit ihren Familien im Haus Burgstraße 9. Probst zog anschließend in seinen Neubau, während Theodor Raskob noch ein oder zwei Jahre in der Burg verblieb.
Um 1837 verzog Theodor Raskob (1813–1846) mit seiner aus Niedermanderscheid stammenden Ehefrau Katharina Berg (1809–1889) in das Schulmers-Haus in der Kirchstraße 1, wo sie die dortige Gastwirtschaft betrieben und ausbauten. Im Gegenzug zog die Witwe des früheren Schulmers-Besitzers Nikolaus Kail (1776–1834), Anna Katharina Funck (1776–1859), in das Haus Burgstraße 9 ein. Dieses wurde im Jahr 1842 von ihrem damals frisch verheirateten, 32-jährigen Sohn Matthias Kail übernommen. Matthias Kail und seine Ehefrau Margaretha Weinand aus Matzen (geboren 1818) bekamen 1845 in Oberkail eine Tochter; danach verliert sich ihre Spur in der Eifel. Möglicherweise sind sie nach Brasilien ausgewandert.
Arnoldy-Haus, Burgstraße 9 ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
Bereits 1846 befand sich dann das Wohnhaus Burgstraße 9 im Besitz von Theodor Grosdidier (1820–1884) und wurde damals als Haus der Klasse V bewertet. Grosdidier stammte aus Gindorf und war seit 1845 mit Magdalena Kohl (1823–1891) aus dem Rippenfelds-Haus in der Wittlicher Straße 8 verheiratet. Drei ihrer Kinder gründeten später Familien in Oberkail. Die Tochter Magdalena Großdidier (1849–1924) errichtete mit ihrem Ehemann Peter Rodermann (1841–1915) das Haus in der Neustraße 6. Der Sohn Peter Großdidier (1855–1912) wohnte zunächst mit seiner Ehefrau Anna Raskob (1856–1928) im Haus Neustraße 1 und zog später in die Kyllburger Straße 23. Die Tochter Jakobine Großdidier (1859–1949) blieb im Elternhaus in der Burg.
Jakobine Großdidier und ihr aus Gransdorf stammender Ehemann Friedrich Kreutz (1859–1917) sind laut den Grundbüchern ab dem Jahr 1888 Eigentümer des Anwesens. Auch im Gebäudebestandsverzeichnis von 1910 werden sie als Besitzer eines Wohnhauses mit Abort, Schweinestall und Keller sowie Scheune und Stall an diesem Standort genannt. Zudem bestand zu diesem Zeitpunkt bereits ein Schuppen im Hofraum vor dem Hauptgebäude, der 1922 erneuert wurde. Im selben Jahr ging das Anwesen auf die Tochter Susanna Kreutz (1896–1987) über, die seit 1919 mit Jakob Arnoldy (1886–1961) aus Metterich verheiratet war. Er war von Beruf Müller.
Das Ehepaar Arnoldy-Kreutz entfaltete eine rege Bautätigkeit. Das heute vorhandene Wohnhaus wurde 1925 unter Nutzung vorhandener Bausubstanz neu errichtet. 1934 wurde der frühere Schuppen zu einer Mühle umgebaut. Als Haushaltsvorstände im Wohnhaus werden 1938 Jakobine Kreutz und Jakob Arnoldy, Müller, genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte Jakob Arnoldy die Mühle und errichtete 1948 einen weiteren Schuppen. Von den vier Kindern des Ehepaares blieben drei Söhne in Oberkail. Anton Arnoldy (1921–1999) wohnte in den 1950er Jahren mit seiner Ehefrau Katharina Böttel (1926–2018), die aus dem Kirchen-Haus in der Kirchstraße 5 stammte, sowie den ersten Kindern im Elternhaus in der Burg. Er führte auch den Mühlenbetrieb fort. Kurz nach 1960 errichtete er jedoch ein neues Wohnhaus in der Meisburger Straße 17, das heute von seiner Tochter Irmgard Arnoldy und ihrem aus Gindorf stammenden Ehemann Walter Müller bewohnt wird. Der Sohn Josef zog in das Elternhaus seiner Ehefrau in der Kyllburger Straße 24. Der jüngste Sohn Peter Arnoldy (1936–1999) bezog nach seiner Heirat mit Theresia Raskob (1937–2011) aus Plonien (Hauptstraße 1) im Jahr 1963 das Haus in der Burg. Die beiden Kinder dieses Ehepaares leben heute mit ihren Familien in neu errichteten Häusern im Dorf. Das Haus in der Burgstraße 9 befindet sich inzwischen im Eigentum der Tochter Martina Elsen, geborene Arnoldy, und ist vermietet.
Ausgründungshäuser, erbaut von Personen, die aus der Burgstraße 9 stammten
Karelins-Haus, Hauptstraße 3
Johann Peter Probst (1779–1851) errichtete gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau Apollonia Kohn (1803–1878) aus Seinsfeld um das Jahr 1836 einen Neubau in der zur gräflichen Zeit noch unbebauten Hauptstraße. Vom Vornamen Apollonia leitet sich der bis heute für das benachbarte Haus gebräuchliche Hausname „Plonien“ ab. Besonders bemerkenswert an dem Gebäude sind die qualitätvolle Haustüreinfassung sowie die erhaltene alte Haustür aus Eichenholz.
Die Nachfolge im Haus trat die einzige Tochter aus dieser Ehe, Elisabeth Probst (1837–1897), gemeinsam mit ihrem Ehemann Stephan Raskob (1838–1885) an, der aus der Burg stammte und ein Enkel des Schlossaufkäufers Michael Feltes war. Ihnen folgten ihr Sohn Johann Baptist Raskob (1865–1934) und dessen aus Taben stammende Ehefrau Katharina Bastian (1862–1949). Im Jahr 1910 ergab sich für das Ehepaar die Gelegenheit, den zum Verkauf stehenden Gasthof Diedenhofen in der Hauptstraße 1 zu erwerben, woraufhin sie dorthin umzogen. Von diesem Zeitpunkt an waren sie nicht nur landwirtschaftlich tätig, sondern auch als Gastwirte. Den Hausnamen „Plonien“ nahm die Familie bei diesem Umzug mit.
Das Haus in der Hauptstraße 3 verkauften sie an Adolf Feltes (1876–1943) und dessen Ehefrau Karoline Breuer (1881–1961). Adolf Feltes stammte aus dem Feltessen-Haus in der Burgstraße 13, Karoline Breuer aus dem Jäja-Haus in der Wittlicher Straße 17. Erneut prägte der Vorname der Ehefrau den Hausnamen: Aus Karoline entwickelte sich der bis heute gebräuchliche Name „Karelins“. Die Familie Feltes-Breuer betrieb in dem Anwesen eine Schmiede sowie einen Kolonialwarenladen.
Sohn Josef Peter Feltes (1915–2008) führte gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth Loch (1921–2025) aus Spang die Betriebe fort. Zusätzlich richteten sie eine Tankstelle ein, die über mehrere Jahrzehnte hinweg das Ortsbild im Dorfkern prägte. Heute wohnen die Tochter Ursula Feltes und ihr Ehemann Josef Elsen, der aus dem Schmieds-Haus am Orsfelder Weg 2 stammt, in dem Gebäude. Schmiede und Tankstelle gehören inzwischen der Vergangenheit an, auch wenn der Gartenzaun bis heute eine deutliche Reminiszenz an das frühere Schmiedehandwerk darstellt. Rodermanns-Haus Neustraße 6
Der Schreiner Peter Rodermann aus Malberg (1841–1915) errichtete um 1870 gemeinsam mit seiner Ehefrau Magdalena Großdidier (1849–1924), die aus dem Haus Burgstraße 9 stammte, das Wohnhaus in der Neustraße 6. Auf das Ehepaar folgte ihr Sohn Josef Rodermann (1885–1961), der als Landwirt und Amtsbote tätig war. Seine Ehefrau Anna Margarethe Gierten (1893–1937) stammte aus der Wittlicher Straße 9. In der nächsten Generation übernahmen deren Sohn Jakob Rodermann (1925–2002) und seine Ehefrau Anna Schmitt (1926–1997) aus Großlittgen das Anwesen. Auch beruflich trat Jakob Rodermann in die Fußstapfen seines Vaters: Er war ebenfalls beim Amt Oberkail angestellt und stieg dort bis zum Amtsinspektor auf. Heute wird das Haus in vierter Generation von ihrem Sohn Eugen Rodermann bewohnt.
Kulturdenkmal
Das Oberkailer Boden- und Arnoldy-Haus wird als Bestandteil der ehemaligen Burganlage im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Eifelkreis Bitburg-Prüm (Stand Juni 2025) geführt. Der Eintrag lautet: „Burgstraße 4-18, 20, Bitburger Straße 3, Haupichgasse 1 und 3;
ehem. gräflich Manderscheidsche Burg Kail (Denkmalzone); um 1340 Ausbau des Hofes zur Wasserburg, ab 1809 tlw. abgebrochen und parzelliert; bauliche Reste der ehem. Vierflügelanlage, im Wesentlichen 17. Jh. (1625) und um 1700, tlw. Umbau zu Quereinhäusern, 19. und frühes 20. Jh.“
(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2025)
Quellen
- Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail.
- LHAK, Außenstelle Kobern-Gondorf; Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427.
- Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei Oberkail.