Die Tonlager am Nordhang des Peterbergs müssen vergleichsweise unbedeutend gewesen sein. So zeigt zwar die Karte von A. Schneider (1881) eine erste Gewinnung. Es liegen jedoch kaum weitere Informationen vor. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden zwei Gruben etwas westlich vom Kloster Heisterbach eröffnet. Deren Anlage steht ebenfalls in Zusammenhang mit dem Aufblühen der Feuerfestindustrie und dem Bau der Heisterbacher Talbahn im Jahr 1891.
Die Ton- und Quarzitgrube von G. Schröder aus Heisterbach lag am Rand eines breiten, zum Heisterbacher Tal abfallenden Siefen, der die ehemals zum Kloster Heisterbach gehörende, landwirtschaftlich genutzte Rodungsfläche Alrott auf seiner Westseite begrenzt. Ausgehend von dem bestehenden Siefen wurde das in der Böschung anstehende Tonlager in Angriff genommen. Die ehemalige Abbaufläche kann auf eine Fläche von ungefähr 100 x 75 Metern eingegrenzt werden. Die Abbautiefe muss bei fünf bis acht Metern gelegen haben. Mittels einer 350 Meter langen Feld- oder Bremsbahn wurde das geförderte Material an die Heisterbacher Talbahn gebracht, wo bei Streckenkilometer 2,2 eine Anschlusstelle gelistet wird. In verschiedenen Karten um die Jahrhundertwende finden die Trasse der Feldbahn sowie ein Schuppen Darstellung. Zu einem unbekannten Zeitpunkt geht die Grube in den Besitz des Werks Rheinischer Vulkan, Chamotte- und Dinaswerke Oberdollendorf über. Der Abbau soll um 1920 eingestellt worden sein.
Heute unterscheidet sich die urwaldartige, dicht bewaldete und sumpfige ehemalige Grube kaum von dem anschließenden Siefen. Nur anhand älterer Karten und dem Digitalen Geländemodell (DGM) lässt sich die Lage rekonstruieren. Im Wurzelwerk umgestürzter Bäume ist erkennbar, dass im Untergrund ein hellgrauer Ton ansteht.
Die zweite Tongrube befand sich vermutlich im Besitz der „Königswinterer Chamotte- und Dinas-Werke GmbH, Dr. Schumacher“, die ab 1904 unter dem Namen Rheinischer Vulkan, Chamotte - und Dinaswerke Oberdollendorf firmiert. Hier wurde der westlich der Rodungsfläche Alrott liegende Siefen auf einer Fläche von etwa 60 x 35 Metern seitlich erweitert. Die Abbautiefe muss bei fünf bis acht Metern gelegen haben.
Mittels einer 300 Meter langen Feld- oder Bremsbahn wurde das geförderte Material an die Heisterbacher Talbahn gebracht. Dort gab es bei Streckenkilometer 2,92 eine Anschlussstelle, die jedoch nur wenige Jahre bestanden haben soll.
Heute ist die Lage der ehemaligen Grube in einem urwaldartigen, sumpfigen Gelände mit zahlreichen umgestürzten Bäumen, vergleichbar mit der Grube Schröder, nur anhand älterer Karten und dem Digitalen Geländemodell (DGM) zu lokalisieren. Nichts deutet noch auf den damaligen Abbau hin.
Datierung
Grube Schröder, 1896-1920
Grube Schuhmacher, ab 1896, wenige Jahre
Zugang
Naturschutzgebiet. Nicht zugänglich.
Hinweis
Das Objekt „Tongruben am Petersberger Nordhang im Siebengebirge“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Regionalplan Köln 446).
(Jörn Kling, 2025)
Quellen
- Schneider, A. (1881): Karte des Siebengebirges, angefertigt unter Benutzung des amtlichen Materiales, Verlag von Simon Schropp. Verlag Henry, Bonn.
- Wegekarte des VVS. Siebengebirge. 1:25000, farbig. Um 1910. Lith. u. Druck der geographischen Anstalt v. Ravenstein, Frankfurt.
- Karte: Übersicht über die Strecke und alle Anschlüsse. Gleislängen und verwendete Profile, HTB, 1929. Stadtarchiv Sankt Augustin, SN 175, 739; Sammlung Clößner, Gussmann, Clees, Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn, Asbach.
Internet
https://virtuellesbrueckenhofmuseum.de: DIDIER - Zur Geschichte des Werks (abgerufen 29.04.2026)