Ulanendenkmal bei Rhöndorf

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bad Honnef
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 39′ 39,73″ N: 7° 12′ 45,28″ O 50,66104°N: 7,21258°O
Koordinate UTM 32.373.669,65 m: 5.613.656,11 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.585.781,21 m: 5.614.640,75 m
  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (Postkarte um 1930).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (Postkarte um 1930).

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  • Das Ulanendenkmal zwischen Rhöndorf und dem Drachenfels (2023).

    Das Ulanendenkmal zwischen Rhöndorf und dem Drachenfels (2023).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (um 1952).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (um 1952).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2023).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf, Kupfertafel mit Liste der gefallenen Ulanen (Aufnahme 2025).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf, Kupfertafel mit Liste der gefallenen Ulanen (Aufnahme 2025).

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  • Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2024).

    Das Ulanendenkmal bei Rhöndorf (2024).

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Wer heute von Rhöndorf aus den steilen Weg durch die Weinberge in Richtung Drachenfels wandert, der stößt auf einen seltsam anmutenden runden Turm: das Ulanendenkmal. Das Denkmal liegt auf einer terrassierten Kuppe oberhalb des erst kürzlich wieder mit Hilfe des Kulturgüter- und Naturschutzgroßprojekts chance7 neu bestockten Weinbergs am Ziepchensplatz (Weinberg am Ulaneneck). Von hier aus hat man einen herrlichen weiten Blick über Rhöndorf und das Rheintal. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein.
Der Ursprung des Denkmals reicht ins 19. Jahrhundert zurück. Nach dem Krieg 1870/71 entwickelt sich flächendeckend eine neue Denkmalkultur, welche die gefallenen Soldaten als Helden verehrt. Gefördert wird dies durch die Gründung örtlicher Kriegervereine, meist gebildet von Veteranen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wächst das Bedürfnis nochmals, für die gefallenen Soldaten Denkmäler zu errichten. Wegen ihrer Lage außerhalb der linksrheinischen französischen Besatzungszone, in der alle militärischen Veranstaltungen untersagt wurden, waren rechtsrheinische Standorte sehr beliebt.

Was sind Ulanen?
Als Ulanen bezeichnete man eine zunächst nur mit Lanzen bewaffnete Kavalleriegattung, deren Ursprung bis auf die berittenen Einheiten der Mongolen und Tartaren zurückreichen soll. Solche Kavallerieeinheiten waren in der frühen Neuzeit vor allem in Polen sehr weit verbreitet. Erneut populär werden diese Lanzenreiter, nachdem Napoleon erfolgreich vier Regimenter aufgestellt hatte, die aus polnischen Freiwilligen gebildet wurden.

Die Wurzeln des in Rhöndorf geehrten Regiments lassen sich jedoch noch weiter auf zwei Schwadronen des sächsischen Prinz-Clemens-Ulanen-Regiments im Jahr 1734 zurückführen. Die eigentliche Gründung als Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 erfolgte im März 1815. Nur wenige Wochen später gelingt es dem Regiment, in der Schlacht von Jena 1815 rund 10.000 Preußen aus französischer Gefangenschaft zu befreien. Die Garnisonsstadt ist von 1820 bis 1849 Bonn, bevor das Regiment ab 1851 im Saarland stationiert wird.
Ursprünglich sollte das Denkmal daher bei Saarbrücken errichtet werden, was aufgrund des Sonderstatus des Saarlandes nach dem Ersten Weltkrieg jedoch nicht möglich ist. Die Mutter des aus Rhöndorf stammenden Rittmeisters des Regiments, Ludwig Lantz, stellt daher ein Grundstück in den Weinbergen von Rhöndorf zur Verfügung, welches aufgrund der repräsentativen Lage gerne angenommen wird. Die Bauarbeiten beginnen 1923 nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Erich Fahrenkamp. Die Arbeiten übernimmt der Rhöndorfer Baumeister Siebertz.

Einweihung 1927
Am 27. September 1927 wird das Denkmal feierlich eingeweiht. Zu der Zeremonie kommen rund 1.000 Gäste, die teils mit Sonderzügen anreisen. Alle Hotels des beflaggten Ortes sind ausgebucht und die Bewohner werden gebeten, auch privat zu vermieten. Bei der Zeremonie regnet es allerdings in Strömen, so dass die Redebeiträge nur schwer zu verstehen sind. Die ehemaligen Ulanenschwadronen stehen in Reihen Spalier und nahezu alle örtlichen Vereine sind vertreten. Vor dem Denkmal stapeln sich die Kränze und nach Absingen des Deutschlandlieds schießt die Rhöndorfer Schützenverein eine Ehrensalve ab. Danach geht es zum Festessen, zu dem sich die Gäste auf fünf verschiedene Restaurants verteilen (HVZ 28.9.1927).

In den 1920er Jahren entstehen noch weitere Ulanendenkmäler der verschiedenen Regimenter zum Beispiel 1922 in Ansbach, 1924 in Bamberg und der Hansestadt Demmin nahe der Ostsee, 1925 in Bad Langensalza, 1928 in Verden/Aller und 1929 in Düsseldorf, wo noch heute eine lebensgroße 1.673 Kilogramm schwere Reiterbronze auf einem 15 Meter hohen Sockel thront.
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Baubeschreibung
Ungleich bescheidener ist das Rhöndorfer Denkmal. Der aus Grauwacke gemauerte runde Turm ist gut 6 Meter hoch. Gekrönt wird das Bauwerk von einem kreuzförmigen gemauerten Aufsatz, der eine Feuerschale trägt. Der Aufsatz ist von dem runden Unterbau durch einen umlaufenden Sims aus Basaltlava abgesetzt. Die Vorderseite des Turms trägt eine rechteckige in Kupfer getriebene Reliefplastik, die einen Ulanen auf einem aufsteigenden Pferd zeigt. Die Inschrift lautet: „Das Ulanen-Regiments Großherzog Friedrich von Baden Rheinisches Nr. 7. Seinen im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Kameraden.“
Auf der talabgewandten Rückseite sind zwei Kupfertafeln mit den Namen von 78 gefallenen Ulanen mit Todestag und Dienstgrad angebracht. Ursprünglich ragte an der Vorderseite des Turms eine drohende eiserne Faust aus dem Bauwerk, die eine lange Lanze hält, das Kriegswerkzeug der Ulanen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die an Frankreich gerichtete symbolische Drohung demontiert.
Der Turm ist von einer runden Aussichtsplattform umgeben. Große Platten aus Basaltlava decken die ebenfalls in Grauwacke ausgeführte Umgrenzungsmauer ab. Talseitig sichert eine schwere Stützmauer den Standort. Ein großes Eisernes Kreuz aus beschnittenen Buchsbäumen dekoriert die davor liegende Wiese.

Seit 1961 ist die Stadt Bad Honnef Eigentümer des Bauwerks, welches seit 1984 in der städtischen Denkmalliste eingetragen ist. 2020 wurde das in die Jahre gekommene Denkmal saniert und nach Behandlung der Frostrisse mit einem mineralischen Schutzanstrich versehen.

Hinweis
Das Objekt „Ulanendenkmal bei Rhöndorf“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Regionalplan Köln 446).

Baudenkmal
Das Ulanendenkmal ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Bad Honnef, Denkmalnummer A 061).

(Jörn Kling, 2025)

Quellen
  • Echo des Siebengebirges
  • Honnefer Volkszeitung

Internet
de.wikipedia.org: Ulanendenkmal (Rhöndorf) (abgerufen 30.04.2026)
de.wikipedia.org: Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 (abgerufen 30.04.2026)
ga.de: Sanierung des Ulanendenkmals hat begonnen (Artikel vom 20.04.2020, Text: Claudia Sülzen, abgerufen 30.04.2026, Inhalt nicht mehr verfügbar 08.09.2026)
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Literatur

Hinz, Paulus (2014)
Hoch zu Roß in den Untergang. In: Rheinkiesel. Heft 2, S. 4-5. Rheinbreitbach.
Lamberty, Christiane (2015)
Kriegerdenken. Böllerschüsse und großer Zapfenstreich. In: Preußenadler über dem Rhein, S. 32-39. Bonn.

Ulanendenkmal bei Rhöndorf

Schlagwörter
Ort
53604 Bad Honnef - Rhöndorf / Deutschland
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1925 bis 1927

Empfohlene Zitierweise

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Jörn Kling (2025): „Ulanendenkmal bei Rhöndorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356786 (Abgerufen: 11. September 2026)
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