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Streuobstwiese am Mausoleum (2017).
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Streuobstwiese am Mausoleum, Die Fläche wird von der Biostation Rhein-Seg unterhalten (2017).
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Eine extensive Beweidung verhindert die Verbuschung und erhält die Artenvielfalt (2017).
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Namensgeber der Wiese ist das ehemalige Mausoleum von Haus Heisterberg welches sich hinter der Mauer versteckt (2017).
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Streuobstwiese am Mausoleum (2017).
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Die fast 2 Hektar große Streuobstwiese liegt östlich des ehemaligen Hauses Heisterberg, heute ein JUFA-Hotel. Das Anwesen wird 1871 von dem Barmer Unternehmer Albert Heinrich Caron anstelle des auf mittelalterliche Ursprünge zurückgehenden Weinguts Pfaffenröttchen erbaut. Zu der von Caron geplanten Anlage gehörten ein großer Park, ein Aussichtsturm und ein Mausoleum hinter dem die Streuobstwiese liegt. Verschiedene Anzeigen belegen, dass Caron Teile des Gutes landwirtschaftlich nutzte bzw. verpachtete (Echo, 3.10.1888, 5.1.1905). In einer Obstbaumzählung von 1913 werden 68 Bäume gelistet (StAKW-OK-635). 1920 verkauft die Familie Caron das Anwesen an den Kölner Industriellen Ottomar Strauss, der als Jude 1939 genötigt wird, das Haus zu verkaufen. Das Gebäude wird 1957 abgebrochen und durch den heutigen Neubau ersetzt. Ob die heutigen Obstbaumbestände auf die Familie Caron oder Strauss zurückgehen, ist bislang nicht geklärt.
Die Streuobstwiese wird durch einen alten Zufahrtsweg schräg in einen nördlichen und einen südlichen Teil geteilt. Entlang des Weges ist eine lange Reihe von insgesamt 28 Birnenhochstämmen gepflanzt worden. Dank eines parallel verlaufenden Entwässerungsgrabens sind die Wuchsbedingungen für die staunässeempfindlichen Birnen hier wohl etwas besser, aber dennoch nicht optimal. Einige der insgesamt 28 Bäume sind bereits abgängig oder zeigen eine unregelmäßige Fruchtausbildung. An Sorten finden sich verschiedene Tafel- und Wirtschaftsbirnen (Krautbirnen und für den Schnaps sogenannte Brennbirnen).
Die Wiese bepflanzte man Anfang des 20. Jahrhunderts ausschließlich mit Apfelhochstämmen. Es finden sich verschiedene Tafel- und Wirtschaftssorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten. Unter den noch bestehenden Bäumen sind vor allem der Rheinische Winterrambur und der Gravensteiner als Wirtschafts- und Tafelapfel mit hohen Stückzahlen vertreten. Der Gravensteiner als nicht lagerfähiger Tafelapfel erzielte im Verkauf hohe Preise und ist ein sicherer Hinweis für eine Vermarktung des Obstes. Auch die anderen vertretenen Sorten dienten als Wirtschaftsobst. Sorten für Lageräpfel sind kaum vertreten.
Eine Besonderheit sind die Sorten Kaiser Alexander und Brettacher. Letztere wurde erst 1908 in Württemberg entdeckt und muss schon kurz danach hier gepflanzt worden sein. Dies ist ein sicheres Indiz für eine gewisse pomologische Sammelleidenschaft des damaligen Besitzers. Und so finden sich allein südlich des Weges 12 Birnensorten und 11 Apfelsorten. In Zusammenhang mit den oben genannten Wirtschaftsäpfeln ergibt sich daher ein gemischtes Bild des Baumbestandes. Einerseits sollte die Sortenzusammensetzung offensichtlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten genügen, andererseits sammelte man und schmückte sich mit regionalen Besonderheiten.
Heute wird die Fläche durch die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. betreut, die regelmäßig Pflegemaßnahmen durchführt, abgängige Bäume durch Neupflanzungen ersetzt und die Fläche extensiv beweiden lässt. Eine Wanderung entlang der Wiese zur Zeit der Blüte ist ein Erlebnis.
Datierung: circa 1900 bis heute. Zugang: Die Wiese wird von einem offiziellen Wanderweg gequert. Hinweis: Das Objekt „Streuobstwiese Mausoleum am Petersberg in Königswinter“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Regionalplan Köln 446).
Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge. Historische Nutzungen und ihre Auswirkungen auf die Landschaft. (Kulturlandschaftspflege im Rheinland, Band 2.) Köln.
Streuobstwiese Mausoleum am Petersberg in Königswinter
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Empfohlene Zitierweise
Jörn Kling: „Streuobstwiese Mausoleum am Petersberg in Königswinter”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356782 (Abgerufen: 25. Mai 2026)
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