Die Streuobstwiese wird durch einen alten Zufahrtsweg schräg in einen nördlichen und einen südlichen Teil geteilt. Entlang des Weges ist eine lange Reihe von insgesamt 28 Birnenhochstämmen gepflanzt worden. Dank eines parallel verlaufenden Entwässerungsgrabens sind die Wuchsbedingungen für die staunässeempfindlichen Birnen hier wohl etwas besser, aber dennoch nicht optimal. Einige der insgesamt 28 Bäume sind bereits abgängig oder zeigen eine unregelmäßige Fruchtausbildung. An Sorten finden sich verschiedene Tafel- und Wirtschaftsbirnen (Krautbirnen und für den Schnaps sogenannte Brennbirnen).
Die Wiese bepflanzte man Anfang des 20. Jahrhunderts ausschließlich mit Apfelhochstämmen. Es finden sich verschiedene Tafel- und Wirtschaftssorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten. Unter den noch bestehenden Bäumen sind vor allem der Rheinische Winterrambur und der Gravensteiner als Wirtschafts- und Tafelapfel mit hohen Stückzahlen vertreten. Der Gravensteiner als nicht lagerfähiger Tafelapfel erzielte im Verkauf hohe Preise und ist ein sicherer Hinweis für eine Vermarktung des Obstes. Auch die anderen vertretenen Sorten dienten als Wirtschaftsobst. Sorten für Lageräpfel sind kaum vertreten.
Eine Besonderheit sind die Sorten Kaiser Alexander und Brettacher. Letztere wurde erst 1908 in Württemberg entdeckt und muss schon kurz danach hier gepflanzt worden sein. Dies ist ein sicheres Indiz für eine gewisse pomologische Sammelleidenschaft des damaligen Besitzers. Und so finden sich allein südlich des Weges 12 Birnensorten und 11 Apfelsorten. In Zusammenhang mit den oben genannten Wirtschaftsäpfeln ergibt sich daher ein gemischtes Bild des Baumbestandes. Einerseits sollte die Sortenzusammensetzung offensichtlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten genügen, andererseits sammelte man und schmückte sich mit regionalen Besonderheiten.
Heute wird die Fläche durch die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. betreut, die regelmäßig Pflegemaßnahmen durchführt, abgängige Bäume durch Neupflanzungen ersetzt und die Fläche extensiv beweiden lässt. Eine Wanderung entlang der Wiese zur Zeit der Blüte ist ein Erlebnis.
Datierung
circa 1900 bis heute
Zugang
Die Wiese wird von einem offiziellen Wanderweg gequert.
Hinweis
Das Objekt „Streuobstwiese Mausoleum am Petersberg in Königswinter“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 446).
(Jörn Kling, 2025)
Quellen
- StAKW-OK-635, Obstbaumzählung 1913
Internet
www.biostation-rhein-sieg.de: Obstwiesen und Obstsorten (abgerufen 24.04.2026)
www.natuerlich-streuobst.de: Natürlich Streuobst! Über Streuobstwiesen (abgerufen 24.04.2026)
www.chance7.org: chance7 - Unsere Projekte (abgerufen 24.04.2026)