Schachtanlage der Grube Anrep u. Zachäus bei Brüngsberg (um 1900).2024).
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Sammlung Klöhs, Schloss Drachenburg.
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Halde des Grundstollens im Logebachtal (2025).
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Erzbergbau bei Brüngsberg (2025).
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Erzbergbau bei Brüngsberg (2025).
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Schachtanlage der Grube Anrep u. Zachäus bei Brüngsberg (um 1900).
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Sammlung Klöhs, Schloss Drachenburg.
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Stark bewachsene Halde des Grundstollens im Logebachtal (2025).
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Stark bewachsene Halde des Grundstollens im Logebachtal (2025).
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Ehemalige Lage der Schachtanlagen in Brüngsberg. Vom Bergbau zeugt nur die zugewachsene Schachthalde (2025).
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Wer heute durch den zu Aegidienberg gehörenden Ort Brüngsberg wandert, kann sich kaum vorstellen, dass sich hier von der Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts eines der wichtigsten Zentren des Erzbergbaus im Siebengebirge befand. Möglicherweise sind selbst viele Anwohner des Neubaugebietes, welches direkt an das dicht bewaldete Gelände der ehemaligen Schachtanlage stößt, ahnungslos. Kein Hinweisschild, keine mit Blumen dekorierte Lore zeugt von der 55 Jahre andauernden Aktivität und dem 100 Meter tiefen Förderschacht. Als Relikt verbleibt inmitten der Bebauung nur eine bewaldete Brachfläche, in der eine Halde den Standort der ehemaligen Schachtanlage markiert. Dank der langjährigen Recherchen lokaler Montanhistoriker ist die Geschichte zum Glück gut aufgearbeitet (Kieß/Dormagen/Riche 2019).
Neben zahlreichen weiteren Gruben rund um Brüngsberg wie Arnold, Kunigunde, Bosco, Emma-Sophie, Hoffmann und Rauher Mann gehörten die später zu Anrep-Zachäus vereinten Gruben Anrep und Zachäus zu den wichtigsten. Viele der vorgenannten Gruben bestanden nur aus einem schmalen Längengeviert, auf dem oft kaum ein größerer Abbau stattfand.
Grube Anrep Die Geschichte beginnt 1853 mit dem Antrag des Obersteigers Friedrich Otze aus Rheinbreitbach über die Verleihung von Probeschürfrechten unter dem Namen Anrep. Die vollen Abbaurechte erhält er 1854. Spätestens 1862 gehen die Rechte an die anonyme Actien-Gesellschaft für Rheinischen Bergwerks- und Hüttenbetrieb zu Sternerhütte bei Linz, welche von dem Unternehmer Christian Rhodius geleitet wird. Rudolph Rhodius als Eigentümer der Grube lässt die Schürfrechte 1863 ausweiten, so dass neben Siderit nun auch Bleiglanz, Zinkblende und Kupferkies gefördert werden. Es muss bereits eine erste Erzwäsche mit Klärteich bestanden haben. So wurde das Transportvolumen zur Hütte in Linz erheblich reduziert.
Grube Zachäus Rhodius steht in Konkurrenz zu den Bergbauunternehmern Gustav Bleibtreu (u.a. Grube Arnold) und Louis Vette aus Langenberg. Louis Vette, eigentlich Apotheker, erlangt 1861 die Schürfrechte für die Blei-, Zink- und Kupfergrube Zachäus. Auf der Grube Zachäus werden ein 70 Meter langer Stollen sowie ein erster Schacht abgeteuft. Dank der reichen Erzfunde wird die Grube schnell erweitert. Aufgrund der schmalen, sich teils überlagernden und kreuzenden Längenfelder sowie den dicht beieinander liegenden Schürfstellen der verschiedenen Gruben behindert man sich gegenseitig. Eine ökonomische Erzgewinnung ist kaum möglich. 1865 schließen sich die Konkurrenten daher zur Brüngsberger Grubengewerkschaft zusammen. Diese wird 1869 formgerecht eingetragen. Zu dieser Gewerkschaft gehörten nicht nur die Gruben Anrep, Arnold und Zachäus, sondern nahezu alle weiteren Aegidienberger Gruben, darunter auch der Arnold Erbstollen.
Arnold-Erbstollen Das Recht zur Anlage des Arnold Erbstollen wird 1862 an Gustav Bleibtreu verliehen. Mittels dieses auf Höhe des Logebachtals angelegten Stollens sollten die Grubenwässer der verschiedenen Brüngsberger Gruben wie u.a. Kunigunde, Bosco, Rauher Mann und Hoffmann gelöst werden. Zugleich wollte man die Bewetterung verbessern. Doch letztlich erreichten nur die Gruben Anrep und Zachäus die Tiefe des Erbstollens. Für den Bau des 1867 fertiggestellten, 400 Meter langen Stollens bekam Bleibtreu eine Entschädigung. Der Stollen geht 1869 an die Brüngsberger Grubengewerkschaft. Schon 1875 wird der Stollen aufgegeben, innerhalb der Gewerkschaft kann man sich nicht über das weitere Vorgehen im Abbau einigen.
Grube Anrep-Zachäus Aufgrund der Übermacht finanzstärkerer Unternehmen gerät die Brüngsberger Grubengewerkschaft in Schwierigkeiten und 1892 gehen die verschiedenen Gruben nach einer Zwangsversteigerung an die Stolberg Zink AG. Diese beginnt direkt mit der Zusammenlegung und Verbindung der verschiedenen Einzelgruben zu einem Grubengebäude. Der Abbau wird modernisiert. Neue Betriebsgebäude mit Kesselhaus und Aufbereitungsanlage entstehen, und der Schacht der Grube Zachäus wird zum zentralen Förderschacht mit Dampfmaschine ausgebaut. Um 1900 werden die nebeneinander liegenden Gruben rechtlich zur Grube Anrep-Zachäus zusammengeschlossen.
Die Erzvorkommen sind reichhaltig, und 1904 erreicht der Schacht eine Tiefe von 70 Metern. Trotz der nun unstetigen Lagerverhältnisse erhofft man sich weitere gute Erzlager und teuft den Schacht weiter ab. 1906 wird eine Tiefe von 100 Metern erreicht, ohne dass größere abbauwürdige Erzlager angetroffen werden. Zugleich dehnt sich das Grubengebäude auf der 70 Meter hohen Sohle noch weiter aus und erreicht die Stollen der Gruben Bosco und Anrep. Doch auch hier wird man immer weniger fündig. Im Sommer 1908 wird der Betrieb dann eingestellt. Initiativen zur Wiederaufnahme des Betriebs in den 1930er Jahren bleiben erfolglos. Es wird geschätzt, dass auf Anrep-Zachäus insgesamt circa 500 Tonnen Erze gefördert wurden, bei einer Belegschaft von rund 80 Mann.
Zustand Von den zahlreichen Gebäuden und Aufbereitungsanlagen und Schächten ist heute kaum noch etwas erhalten. Ein ehemaliger Klärteich der Grube Anrep wurde 2012 zugeschüttet, das Gelände des ehemaligen Maschinenschachts 2014 beräumt und mit Einfamilienhäusern überbaut. Von der Grube Anrep-Zachäus ist inmitten der umgebenden Bebauung ein größeres, bewaldetes Brachgelände erhalten. Darin liegt die gut 10 Meter hohe und 70 Meter lange und bis zu 30 Meter breite Schachthalde. Aufgrund der Kontaminierung mit Schwermetallen sind Teile der Halde kaum bewachsen. Der zugehörige Schacht stürzt 1993 ein und wird danach mit 400 Kubikmetern Beton verfüllt. Auch beim Bau der ICE-Strecke Köln-Frankfurt müssen ehemalige, in rund 10 Meter Tiefe unter der Trasse liegende Stollen mit Betoninjektionen verfüllt werden. Ein größeres Relikt stellt die vor dem Arnold Erbstollen im Logebachtal liegende Abraumhalde dar. Die gut 75 Meter lange und bis zu 20 Meter breite Halde ist mit bis zu 8 Metern Höhe von einem vorbeiführenden Weg aus gut sichtbar. Noch immer tritt Wasser aus dem Stollen am Berghang aus. Außer vereinzelten Fundamenten sind keine Relikte von den Betriebsgebäuden der Grube Anrep-Zachäus erhalten. Noch heute besteht hingegen das ehemalige Verwaltungsgebäude der Erzgrube Cäcilie (1865-ca. 1904) auf der Höhe nordöstlich von Brüngsberg. Das große Gebäude wird heute als Altersheim genutzt.
Zugang Das Brachgelände des ehemaligen Schachtstandorts der Grube Anrep-Zachäus ist von der Zachariastraße aus frei einsehbar. Die Halde des Arnold Erbstollens ist von den Wegen im Logebachtal gut erkennbar.
Hinweis Das Objekt „Bergbau bei Brüngsberg - Gruben Anrep-Zachäus und Arnold-Erbstollen“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 446).
Historischer Erzbergbau im Siebengebirge. Königswinter.
Laspeyres, Hugo (1901)
Das Siebengebirge am Rhein. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlandes, Westfalens und des Regierungsbezirks Osnabrück, 57. 1900, Bonn.
Nekum, Adolf (2004)
Spurensuche zum Historischen Erzbergbau im Siebengebirge. o. O.
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Empfohlene Zitierweise
Jörn Kling (2025): „Bergbau bei Brüngsberg in Bad Honnef-Aegidienberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356771 (Abgerufen: 25. Juni 2026)
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