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Komericher Mühle Frontansicht
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Komericher Mühle Seitenansicht
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Komericher Mühle
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Ansicht auf die Gesamtanlage der Komericher Mühle (2025).
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Frontansicht der renovierten Komericher Mühle (2025).
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Seitenansicht auf die Komericher Mühle (2025).
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Teilgebäude am Mühlengraben der Komericher Mühle (2025).
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Geschichte Am Ort der späteren Spinnerei Komerich befand sich bereits im 16./17. Jahrhundert eine von der Abtei Kornelimünster verpachtete Mühle, die unter dem Namen Kaltenberger Mühle geführt wurde und damals als Kupfermühle diente. Mit der Säkularisation wechselte die Anlage 1803 den Besitzer und wurde an den Tuchkaufmann Andreas Barschon veräußert. Zu dieser Zeit bestand Komerich aus zwei in einem Baukörper vereinten Mühlen, die zum Walken von Tüchern genutzt wurden. Wenig später gelangte das Anwesen wohl an den Tuchhändler Ernst Conrad Claus (1774–1838); belegt ist 1838 ein Verkauf seiner Erben an den Fabrikanten Arnold Deden. Dieser hatte schon 1824 das Kreuzherrenkloster in der Pontstraße übernommen und dort mithilfe einer Dampfmaschine Rauh-, Scher- und Spinntechnik betrieben. Mit einem weiteren Eigentümerwechsel 1838 ist rückblickend eine genaue Beschreibung der Wasserkraftnutzung verbunden: So arbeitete die Anlage mit zwei rückschlächtigen Wasserrädern von rund fünf Metern Durchmesser. Aus einem Lageplan von 1854 geht hervor, dass eine Doppelmühle für Walk- und Spinnvorgänge, gespeist über Graben und Teich aus der Inde, in der Nutzung war.
Um 1865 übernahmen Dechamps & Drouren den Betrieb, erweiterten ihn zur Streichgarnspinnerei und ergänzten 1885 erstmals eine Dampfmaschine. Der Spinnmeister Peter Jakob Kutsch erwarb 1893 die Maschinen, gründete die Firma P. J. Kutsch Streichspinnerei Comerich und kaufte 1897 auch Gebäude und Hof von den Erben Deden und Pelzer. 1901 wurde die Fabrik mutmaßlich durch Brandstiftung zerstört, jedoch in nur drei Monaten wieder aufgebaut; 1906 kam eine Mehler-Dampfmaschine aus Aachen hinzu. Nach Kutschs Tod 1907 führten zunächst seine Witwe, später die beiden Söhne das Unternehmen fort. Die Wasserräder blieben bis 1926 in Betrieb und wurden dann durch eine Turbine ersetzt. Nach Kriegsbeschädigungen und Stillstand 1944–46 lief die Produktion ab 1948 wieder an; in den folgenden Jahren modernisierte man kontinuierlich, u. a. durch Elektromotoren für Krempelei und Selfaktoren. Anfang der 1950er Jahre zählte die Kommanditgesellschaft P. J. Kutsch etwa 40–45 Beschäftigte. Um 1960 endete die Fertigung, 1965 ging das Areal an die Gemeinde Brand über.
Kulturhistorische Bedeutung Die hervorgehobene Bedeutung der Aachener Textilgeschichte beruht nicht zu letzt auf ihrer langen Tradition, die bis in die Zeit Karls des Großen zurück reicht, sowie ihrer Vorreiterrolle in der Industrialisierung in Westdeutschland. Darüberhinaus ergibt sich hier die seltene Möglichkeit, nahezu alle Entwicklungsphasen anhand materieller Zeugnisse nachvollziehen zu können.
Die Anlage Komerich sticht hierbei hervor, weil sie einen historischen Standort für das Walken überliefert und später – nach englischem Vorbild ab etwa 1800 – zeitweise auch als wasserbetriebene Spinnmühle genutzt wurde. Ihre Bedeutung steigt durch die Verbindung zu den bekannten Tuchkaufleuten Claus und Deden. Zum Denkmal gehören nicht nur die Gebäude, sondern auch die wasserführenden und -regulierenden Anlagen, die Radkammer sowie Teile der Hofanlage. Die massiven Gewölbe im Wohn-/Stallhaus weisen auf eine industrielle Nutzung hin und sind industriegeschichtlich ebenfalls von Bedeutung.
Weiterhin wird die Shedhalle in Komerich als seltenes und wichtiges Beispiel dieses ab ca. 1880 in Aachen verbreiteten Industriebaus hervorgehoben, da in der Region nur noch wenige Shedhallen erhalten sind. Ebenso die erhaltenen Elemente des zentralen Maschinenantriebssystems (von Turbine über Transmissionen bis zu Gußeisenstützen) sowie Maschinenhaus, Kesselhaus und Schornstein dokumentieren eine entscheidende Entwicklungsstufe des Fabriksystems vor der Einführung von Einzelantrieben.
Insgesamt ist Komerich eines der wenigen erhaltenen Beispiele einer kleinen ländlichen Spinnereianlage um 1900. Daher gilt die Mühle und Spinnerei Komerich als bedeutendes Denkmal für die Aachener Stadt- und Wirtschaftssgeschichte.
Hinweis Das Objekt „Komericher Mühle“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Stadt Aachen, Eintragung am 15.12.1999) und wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches „Kornelimünster, Indetal“ (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 166).
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