Jagdhütte der belgischen Forstverwaltung auf dem ehemaligen Hofplatz von Alt-Hattlich (2024)
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Jagdhütte Alt-Hattlich von Westen aus gesehen (2024)
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Wiesen hinter der Jagdhütte Alt-Hattlich mit Blick auf das Hohe Venn Richtung Botrange (2024)
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Alte Rotbuchen, Reste der ehemaligen Hecke am Hof Alt-Hattlich (2024)
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An einer Vertiefung lassen sich noch heute die Umrisse des ehemaligen Hattlich-Hofs erkennen (2024)
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Jagdhütte der belgischen Forstverwaltung auf dem ehemaligen Hofplatz von Alt-Hattlich
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Jagdhütte Alt-Hattlich von Westen aus gesehen, im Hintergrund Weg Richtung Neu-Hattlich
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Wiesen hinter der Jagdhütte Alt-Hattlich mit Blick auf das Hohe Venn Richtung Botrange
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Alte Rotbuchen, Reste der ehemaligen Hecke am Hof Alt-Hattlich
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An einer Vertiefung lassen sich noch heute die Umrisse des ehemaligen Hattlich-Hofs erkennen
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Die Ersterwähnung Lange Zeit gingen Autoren älterer Literatur davon aus, dass der Siedlungsplatz Hattlich bereits im Mittelalter existiert hat. Die Ersterwähnung findet sich als „Attelach“ in einer Schenkungsurkunde von 1266 an das damalige Nonnenkloster Reichenstein oberhalb von Monschau an der Rur. Da aber in späteren Urkunden kein Hof, ja nicht einmal der Name „Hattlich“ als Besitzung von Reichenstein erwähnt ist, handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Gebietsbezeichnung bzw. ein Stück Land, das bereits Ende des 13. Jahrhunderts an das Herzogtum Limburg zurückgefallen war.
Als Siedlungsplatz erscheint der Ort urkundlich erst 1712 sowie 1750 in einer Taufurkunde aus Konzen, wo Toßaine L ´Allemagne, Sohn von Peter L´Allemange und Johanna Weisheutt (Weishaupt), wohnhaft in Hattlich, erwähnt ist. Zwar gehörte Hattlich damals zur Pfarre Eupen, aufgrund der gefährlichen und weiten Strecke gingen die Hattlich-Bewohner jedoch nach Konzen zur Kirche. Die im Hochmoor des Hohen Venns gelegene Siedlungsstätte mit Weideland ist nachweislich als eine Art „Alm“ mit Viehhaltung von einem Pächter betrieben worden. Allerdings kam es laut erhaltener Quellen immer wieder zu Konflikten mit der Forstverwaltung wegen Schäden durch Viehverbiss am Wald. Vermutlich wurde der kleine Hof noch bis in die 1770er Jahre betrieben und verfiel danach wieder.
Der Hof Hattlich Erst in der Preußenzeit erscheint der Ort Hattlich wieder in den Urkunden, diesmal als Besitz des ersten preußischen Landrats des Kreises Montjoie (Monschau), Bernhard Böcking (1781-1824). Der in Trarbach an der Mosel geborene Böcking kam aufgrund der familiären Beziehungen (seine Mutter war eine geborene Scheibler) ins Monschauer Land und kaufte unter anderem das in der Franzosenzeit aufgelöste Kloster Reichenstein, wo er auch wohnte und versuchte, eine Tuchproduktion sowie eine Merino-Schafzucht aufzubauen. 1821 kaufte Böcking das Forstgrundstück „Hattlichen Veen“, vermutlich um dort die noch vorhandenen moorigen Vennweiden der früheren Almwirtschaft für seine Schafzucht zu nutzen. Allerdings erlebte er mit dieser Unternehmung ein Fiasko, da die auf Nässe empfindlichen Merinoschafe keine gute Wollqualität vor Ort lieferten und sogar aufgrund der klimatischen Verhältnisse eingingen. Möglicherweise wurde Böcking so in den Ruin getrieben, denn die letzte Rate der Kaufsumme für Hattlich blieb er schuldig, sodass das Gebiet nach seinem Tod 1824 wieder an den preußischen Staat fiel.
Nur wenige Jahre später, nämlich 1827, wurde das Land um Hattlich von der Forstverwaltung zum Verkauf ausgeschrieben. Etwas weniger als die Hälfte des Moor-, Gehölz und Waldgebietes erwarb Johann Matthias Gillard, der größere Anteil, der auch trockenere Vennwiesen sowie die ehemalige Siedelstelle umfasste, ging an den aus Monschau stammenden Carl Wilhelm Scheibler. Sein gleichnamiger Sohn hat übrigens später die Textilindustrie im heutigen Lodz (Polen) gegründet. Scheibler wohnte allerdings nicht selbst in Hattlich, sondern ließ von Nicolas Dosquet, wahrscheinlich Pächter des Hofes, Gebäude errichten und Land urbar machen. Außerdem wurden in regelmäßigen Abständen Torfplaggen und Holz vor Ort verkauft. Bis 1870 blieb der Hof in Eigentum der Familie Scheibler.
Ab 1871 wechselte der Hof mehrfach den Besitzer und damit auch die Pächter, wobei beim Verkauf des Hofes 1896 der damalige Besitzer Ferdinand Joseph Jansen selbst vor Orte wohnte. Aus der Anzeige des Verkaufs in jenem Jahr geht hervor, dass die Gutswirtschaft recht groß gewesen sein muss, da unter anderem 4 Pferde, 21 Kühe, 9 junge Ochsen, an die 30 Stück Jungvieh, ein Schwein und Federvieh zum Verkauf standen. Außerdem wurden 1.200 Morgen als Jagdgebiet verkauft. Gemeint waren dabei insgesamt die Ländereien von Alt- und Neu-Hattlich (an der heutigen N 67) von über 280 Hektar, die zu diesem Zeitpunkt Jansen gehörten. Das gesamte Land mit den Höfen ging schließlich an die preußische Forstverwaltung über. Da auf Hattlich zwei Wohngebäude vorhanden waren, setzte sie in Alt-Hattlich für den landwirtschaftlichen Betrieb einen Pächter ein und etablierte dort auch ein Forsthaus, Neu-Hattlich wurde als Gasthaus und Bauernhof geführt.
Das Ende des Hofes von Alt-Hattlich Das Ende des Hofes von Alt-Hattlich kam am Vormittag des 8. Dezember 1906. Die Bewohner waren zu dieser Zeit zu einer Messfeier nach Mützenich gegangen, als ein Feuer ausbrach. Nur das Vieh soll gerettet worden sein. Die Zerstörung war vollständig, nur einige Mauerreste aus Bruchstein blieben übrig. Der Hof wurde nicht wieder aufgebaut. Die Pächterfamilie fand zunächst Unterschlupf in Neu-Hattlich, siedelte aber später nach Mützenich über. In Neu-Hattlich entstand auch die neue Försterstelle.
Heute weisen in Alt-Hattlich nur noch eine größere, mit Wasser gefüllte Vertiefung sowie alte Buchen als Reste ehemaliger Hecken auf die Stelle hin, wo sich früher der Gutshof befunden hat. Die belgische Forstverwaltung hat später vor Ort eine Jagdhütte errichten lassen.
(Gabriele Harzheim, 2024)
Literatur
Steinröx, Hans (2014)
Zwei alte Kulturstätten im Hohen Venn. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes 23.) Eupen.
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn 1712, Ende nach 1906
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Gabriele Harzheim (2024): „Ortswüstung Alt-Hattlich westlich von Mützenich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356268 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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