Menzerather Weiher

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Monschau
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 33′ 47,99″ N: 6° 15′ 27,26″ O 50,56333°N: 6,25757°O
Koordinate UTM 32.305.778,48 m: 5.604.858,48 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.518.294,20 m: 5.603.101,55 m
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    Menzerather Weiher (2024)

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    Die Fischereianlage Menzerather Weiher (2024)

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    Restaurierte Fischereihütte (2024)

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    Wintervergnügen auf dem Menzerather Weiher um 1900

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Lage
Der Menzerather Weiher, zwischen Imgenbroich und Menzerath am Eschbach gelegen, wird von der „Alte Monschauer Straße“ aus erschlossen. Heute besteht er aus drei Teichen, einem großen (ursprünglicher Weiher) und zwei kleineren, unterhalb liegenden Wasserflächen. Zusammen umfassen sie ca. 1,5 Hektar Fläche.

Ursprung und Nutzung des Weihers
Der Menzerather Weiher ist bereits in Quellen aus dem 16. Jahrhundert erwähnt. Die Ersterwähnung stammt aus dem Jahr 1549, wo er im Amtsweistum genannt ist. Möglicherweise ist er im Rahmen der Übernahme der Herrschaft im Amt Monschau durch die Jülicher Grafen und späteren Herzögen 1435 angelegt worden. Es handelte sich auf jeden Fall um herzoglichen Besitz, der der Versorgung der Burg Monschau bzw. der Beamten des Amtes mit Forellen diente. Daneben besaß der Jülicher Herzog auch Rechte an der Fischerei in der Rur, so zwischen Monschau und Hammer und weiter Richtung Dedenborn. Bereits daraus wird ersichtlich, dass die Versorgung mit Fisch gerade in der Fastenzeit besonders wichtig war.

Nicht von ungefähr hatte man den Teich recht weit oben am Lauf des Eschbachs gestaut, sodass er mit frischem Quellwasser versorgt wurde. Für die Bewirtschaftung des Teiches waren Fischmeister zuständig. Bereits 1555/56 wird der Fischmeister Peter Schluyper genannt, der den Weiher sowie andere Fischgewässer beaufsichtigte. 1630/32 wird die Größe des Weihers in einer Rentmeisterrechnung mit 2 Morgen angegeben, wobei nicht klar ist, ob es sich um die Wasserfläche oder das gesamte Teichgelände handelte. Direkt am Weiher muss auch ein Haus gestanden haben, in dem die Pächter bzw. Fischereiverwalter gewohnt haben, denn immer wieder werden in den Unterlagen Personen genannt, die „am Weiher“ wohnten.

Auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von Tranchot und von Müffling (Blatt Monschau aus dem Jahr 1808/09) sind schließlich zwei, etwa gleich große Weiher vor Ort eingezeichnet, die durch einen Damm voneinander getrennt waren. Möglicherweise wurde der zweite Weiher bereits von Johann Heinrich Scheibler oder seinem Sohn Wilhelm gebaut, da das Gelände in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Besitz der Scheiblers war. Der Weiher sollte genügend Wasser für den weiter unterhalb liegenden „Schleifweiher“ liefern, dessen Wasser das „Mühlchen“ an der Eschbachstraße antrieb, wo vermutlich die großen Schermesser für die Textilmanufaktur geschliffen wurden. Johann Heinrich Scheibler hatte nämlich auf seine Kosten den schmalen Fußweg von Monschau Richtung Menzerath durch das Eschbachtal in einen breiteren Karrenweg ausbauen lassen, da sich in Menzerath das evangelische Gemeindehaus mit Friedhof befand. Vielleicht hat er in diesem Zusammenhang auch den zweiten Weiher anlegen lassen.

Die Menzerather Weiheranlage wechselte im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrfach die Besitzer. Anfang der 1890er Jahre gab es verstärkt Bestrebungen, die Fischzucht im Kreis Monschau (damals noch Montjoie geschrieben) zu heben. 1892 beschloss der Kreistag, den Menzerather Weiher zu Fischzuchtzwecken anzukaufen, was schließlich 1898 erfolgte. Die Anlage wurde an den Fischereiverband für den Kreis Monschau verpachtet. Dieser besserte die Dämme aus und errichtete ein Bruthaus für die Fischzucht. Schon bald konnten bis zu 40.000 Kleinst-Forellen ausgesetzt werden.

Neben der Fischzucht wurde der Weiher immer beliebter als Freizeitbereich. Speziell im Winter, wenn sich eine entsprechend dicke Eisschicht gebildet hatte, war die Anlage ein beliebter Treffpunkt zum Schlittschuhlaufen. Anschließend begab man sich zum Aufwärmen in das nahegelegene Gasthaus Becker.

Während des Ersten Weltkriegs beschloss der Kreistag, die Weiheranlage an Privatleute zu verkaufen. Eigentümer wurde 1918 Michael Wilden aus Lammersdorf. Er ließ dort auch ein Haus errichten, das später bis 1953 als Privatpension und Restaurant „Katharinenwäldchen“ geführt wurde. Heute ist die Weiheranlage in Privatbesitz und ein wichtiges Refugium für Lurche, Wasserfledermäuse und andere Tierarten, die auf Wasserflächen angewiesen sind. Außerdem können weiterhin Angler vor Ort ihrem Hobby frönen.

(Gabriele Harzheim, 2024)

Literatur

Steinröx, Hans / Neuss, Elmar (Hrsg.) / Geschichtsverein des Monschauer Landes (Hrsg.) (1994)
Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes. Festschrift zum 80. Geburtstag des Verfassers. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, 3.) Monschau.

Menzerather Weiher

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Alte Monschauer Straße
Ort
52156 Monschau
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1435 bis 1549

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Gabriele Harzheim (2024): „Menzerather Weiher”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356359 (Abgerufen: 29. Mai 2026)
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