Gießwagen und Kokillen in Duisburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Duisburg
Kreis(e): Duisburg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 26′ 14,76″ N: 6° 45′ 41,92″ O 51,43743°N: 6,76165°O
Koordinate UTM 32.344.425,82 m: 5.700.847,82 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.553.004,26 m: 5.700.587,22 m
  • Kokillen auf dem Gießwagen

    Kokillen auf dem Gießwagen

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    Karl Peter Wiemer / CC BY 4.0
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    Karl Peter Wiemer
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  • Kokillen auf dem Gießwagen in Duisburg (2025)

    Kokillen auf dem Gießwagen in Duisburg (2025)

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  • Kokillen auf dem Gießwagen (2025)

    Kokillen auf dem Gießwagen (2025)

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Im Bereich des Innenhafens von Duisburg befinden sich auf dem Corputiusplatz drei Symbole für die drei traditionellen Wirtschaftszweige Duisburgs: eine Seilscheibe aus dem Bergbau, ein Hafenkran und ein Kokillenwagen aus der Eisen- und Stahlindustrie.

Der Kokillenwagen gehört zur Denkmal- und Erinnerungslandschaft des Innenhafens, die den industriellen Hintergrund Duisburgs sichtbar machen soll. Im Laufe des Strukturwandels – weg von Schwerindustrie und Hafenumschlag, hin zu Dienstleistung, Kultur und Wohnraumnutzung – wurde der Innenhafen neu konzipiert. Dabei wurden bewusst technische Relikte im öffentlichen Raum integriert, um das kulturelle Erbe Duisburgs sichtbar zu machen. Damit dient der Kokillenwagen nicht nur als industrielles Objekt, sondern als erinnerungs- und identitätsstiftendes Denkmal.

Der Begriff „Kokillenwagen“ wird in Quellen nur selten erklärt. Seine Bedeutung lässt sich jedoch aus dem industriellen Umfeld der Eisen- und Stahlgewinnung und -verarbeitung ableiten: Eine Kokille ist eine dauerhafte Metallform oder Gussform – meist aus Stahl oder Gusseisen –, in welche Flüssigmetall gegossen wird und dort aushärtet. Im Bereich der Stahlindustrie wird neben der Form auch eine eigene Transport- und Umsetztechnik benötigt. Innerhalb der Guss- oder Walzwerke werden die Gussformen, beziehungsweise die gegossenen Blöcke (auch Brammen genannt) oft auf Wagen oder Fahrzeugen bewegt. Bei dem „Wagen“ handelt es sich somit um einen Transportwagen, der die Kokillen oder gegossenen Gussformen beziehungsweise Gussträger innerhalb eines Stahlwerks transportierte – typischerweise von der Gussstelle zur Weiterverarbeitung oder Lagerung.

Indirekt wird damit deutlich, dass der Kokillenwagen als Denkmal für die massenhafte Guss- und Stahlproduktion steht, die in Duisburg über Jahrzehnte eine zentrale Rolle spielte. Im Denkmalzusammenhang am Innenhafen fungiert der Kokillenwagen zusätzlich als sichtbarer Hinweis auf die industrielle Vergangenheit und den Wandel der Stadt. Auch wenn der Kokillenwagen zunächst ein technisches Relikt ist, steht er darüber hinaus für ein industrielles Kapitel der Stadt, verbindet Technikgeschichte mit Stadtentwicklung und macht durch seine Platzierung im öffentlichen Raum den Wandel von der Schwerindustrie zur Dienstleistungs- und Kulturstadt sichtbar.

Wer ihn vor Ort sieht, erhält einen greifbaren Eindruck davon, wie gehärteter Stahl früher gegossen, transportiert und verarbeitet wurde – und wie sich die Stadtgesellschaft seitdem gewandelt hat.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2025)

Internet
Wikipedia: Kokillengießverfahren (abgerufen am 21.05.2025)
Gießereilexikon: Kokillengießverfahren (abgerufen am 21.05.2025)

Gießwagen und Kokillen in Duisburg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Johannes Corputius Platz
Ort
Duisburg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1993 bis 1993

Empfohlene Zitierweise

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Karl Peter Wiemer: „Gießwagen und Kokillen in Duisburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356346 (Abgerufen: 20. Juni 2026)
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